PJ-Tertial Innere in Evangelisches Krankenhaus Paul Gerhardt Stift (6/2025 bis 10/2025)

Station(en)
21 & 22
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Diagnostik
Heimatuni
Leipzig
Kommentar
Ich habe mein Innere Tertial in Wittenberg absolviert. Ich kannte es aus meinen vorherigen Tertialen so, dass man vorab von der Personalabteilung kontaktiert wird für Masernnachweis, Arbeitsvertrag, Personalbogen etc.. Dies war in Wittenberg nicht geschehen, daher habe ich dann Herrn Prof. Jehle kontaktiert. So richtig hatte ich nicht das Gefühl, dass man Bescheid wusste, dass ich als PJlerin komme, aber Prof. Jehle und seine Sekretärin haben sich dann gekümmert. Erst sollte mir mein Arbeitsvertrag zugeschickt werden, dann doch am ersten Tag vor Ort gegeben werden. Letztlich habe ich den Papierkram vor Ort ausgefüllt und dann Wochen nach Tertialbeginn nochmal zugeschickt bekommen. Ich habe eine Bescheinigung bekommen, um kostenlos Mittag zu essen, was zeitlich auch so gut wie immer möglich war. Computerzugänge habe ich erst nach 4 Wochen erhalten. Arbeitsbeginn ist 7.30 Uhr zur Frühbesprechung in der Kapelle, wo die aufgenommenen Patienten vom Dienst kurz vorgestellt werden. Studientage gab es 5 Stück, die konnte man ohne Probleme frei nehmen, 1 Tag habe ich noch zusätzlich für Überstunden erhalten, da es in Wittenberg eine 39 h Woche gibt. Die PJler vor mir hatten eigentlich 2 Tage für die Überstunden erhalten, aber dem Chefarzt war es dann doch lieber, wenn man immer mal eher geht, statt Tage frei zu nehmen. PJ Unterricht gibt es keinen, es gibt aber mittwochs eine Weiterbildung für alle, welche jedoch in meiner Tertialzeit nur zweimal stattfand, da Sommerpause war.

An meinem ersten Tag nahm mich Prof. Jehle mit in die Frühbesprechung, danach erfolgte das Organisatorische mit seiner Sekretärin Frau Pietzner und dann kam ich auf die geriatrische Station. Dort war bereits eine PJlerin, die ein Drittel der Station betreute. Die ersten beiden Tage bin ich bei der PJlerin mitgelaufen, dann einen Tag mit einer Assistenzärztin und dann hatte ich einen eigenen Stationsteil, allerdings hat mich Prof. Jehle da an die Hand genommen, kam mit zur Visite und ist danach die Dokumentation (es wurde handschriftlich mitgeschrieben und nach der Visite digital dokumentiert) und die nächsten Schritte mit mir durchgegangen. Die Personalsituation war ziemlich dünn, dauerhaft auf der Geri waren ein Oberarzt (der ein eigenes Drittel der Station betreute, das kannte ich aus anderen Häusern so gar nicht, dass Oberärzte richtig Stationsarbeit machen) und wir 2 PJler, dazu dann immer mal eine Assistenzärztin oder Fachärztin und wenn nicht, dann relativ oft auch der Chefarzt zur Unterstützung.
Am Anfang fand ich es sehr überfordernd, den Überblick zu behalten bei Visiten, Laborbefunden, anzumeldenen Untersuchungen, deren Befunde, Briefe schreiben etc. und mich hat die andere PJlerin, mit der ich mir ein Zimmer geteilt habe, am Anfang echt gerettet, weil ich sie immer fragen konnte, wo ich was im Computersystem finde. Aber alles in allem war die Lernkurve natürlich besonders am Anfang sehr steil, ich habe mich gefühlt wie eine kleine Assistenzärztin und habe einen Vorgeschmack bekommen, was mich im Berufsleben erwartet. Irgendwann kam dann der Tag, an dem ich das erste Mal komplett alleine für meine Patienten zuständig war (man geht dann auch ganz alleine auf Visite), allerdings hab ich mich immer bei allem, womit ich mir unsicher war, versucht rückzuversichern, entweder beim Oberarzt auf Station oder ich habe den Chefarzt angerufen und die Pflege war auch goldwert, sie wissen sehr viel, kennen die Patienten sehr gut und haben mir auch geholfen. In der Geriatrie bin ich schon immer bis 16 Uhr geblieben, manchmal auch ein paar Minuten länger. Zeitigeres Gehen aufgrund von einem privaten Termin war gar kein Problem. Der Oberarzt ist supernett, das kann man easy absprechen.
Nach 6 Wochen Geriatrie veranstaltete das Krankenhaus eine Summer School für Medizinstudenten aus ganz Deutschland und wir PJler waren in der Woche für die Summer School freigestellt. Das war richtig toll. Die Summer School war jetzt keine krasse Prüfungsvorbereitung für das M3, aber wir haben vielfältige Einblicke bekommen und kamen aus dem Stationsalltag einfach mal raus und haben uns wieder ein bisschen mehr als Studenten gefühlt.
Die Woche nach der Summer School war ich dann irgendwie nicht auf der Geriatrie eingeteilt, das wusste ich aber nicht. Eine nette Oberärztin hatte mich aber nach der Frühbesprechung angesprochen, dass wir ja zu zweit auf ihrer Station sind. Letztlich das beste, was mir passieren konnte. Frau Dr. Rehm weiß einfach unglaublich viel, arbeitet super schnell und man kann sehr sehr viel von ihr lernen. Sie zeigt einem alles, erklärt viel und gerne, nimmt einen überall mit hin, ist immer super freundlich und hilfsbereit, nie genervt, wenn mal was nicht klappt und dazu noch dankbar für jede Kleinigkeit die man auf Station macht. Wir waren in der Woche 4 Tage tatsächlich nur zu zweit auf der Station, dementsprechend viel gab es zu tun. Trotzdem wurde ich jeden Tag eher nach Hause geschickt. Frau Dr. Rehm hat mich immer als Studentin gesehen, die was lernen soll und nie als billige Arbeitskraft. Das war unglaublich schön. Nach der einen Woche sollte ich dann eigentlich wieder auf die Geriatrie, aber ich habe mir gewünscht, auf der 22 zu bleiben, weil die Betreuung dort viel besser war und ich dort auch einfach viel mehr gelernt habe. Frau Dr. Rehm hat es dann geklärt, dass ich auf ihrer Station bleiben durfte. Ab 01.09. hatte Frau Dr. Rehm Urlaub und eine neue Assistenzärztin auf der Station angefangen, darunter hatte meine Betreuung schon spürbar gelitten, gelernt habe ich dann nicht mehr viel. Ich war jedoch auch nur noch bis Mitte September da, weil ich dann meine Fehltage zum Lernen für das M3 genommen habe. An meinem letzten Arbeitstag musste ich nochmal auf die Geriatrie, auch wieder ohne Vorankündigung. Da hatte ich dann den Tag mit einer PA-Studentin und einer Hospitantin zusammen einen Teil der Station, die Hospitantin kannte die Patienten zum Glück schon.
Zusammenfassend war mein Innere-Tertial in Wittenberg schon ein Sprung ins kalte Wasser, aber ich habe gelernt, Patienten zu betreuen. Es fängt wohl jeder PJler auf der Geriatrie an, was schon Sinn macht, da die Patienten lange da sind und weniger akut passiert, was zum Anfang vorteilhaft ist. Ich fand die akutere Station jedoch deutlich spannender. Ich bin außerdem im ganzen bürokratischen Kram deutlich schneller geworden, was mir hoffentlich als Assistenzärztin hilft: Arztbriefe, Visitendokumentation etc. Wenn ich die Zeit hatte, habe ich bei meinen Aufnahmen Anamnese und klinische Untersuchung schon so gemacht, wie ich es im M3 auch mache, habe mir also eine eigene Struktur aufgebaut und nebenbei für das M3 geübt. Das gesamte Personal war super freundlich bis auf eine Fachärztin, welche einfach nicht geredet hat, nicht mit mir, nicht mit der anderen PJlerin und auch nicht mit Hospitanten, aber das war wirklich ein Einzelfall. Ich konnte auch immer mal in die Funktionsabteilung gehen und auch dort war ich immer herzlich willkommen. Von anderen Stationen habe ich nicht unbedingt so Gutes gehört, da wird man wohl nur für das Blut abnehmen genutzt, das kann ich aber nicht beurteilen, ich war nur auf den zwei beschriebenen Stationen.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
EKG
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Briefe schreiben
EKGs
Blut abnehmen
Untersuchungen anmelden
Eigene Patienten betreuen
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
935

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
3
Unterricht
3
Betreuung
2
Freizeit
2
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.13