Zitat PJ Betreuer: "Bei uns ist es kein Zuckerschlecken"
Ich gebe ihm definitiv recht.
Der Dienst begann um 07.00 mit Visite. Dabei erklärten die Oberärzte so gut wie nie irgendwelche Krankheitsbilder, Zusammenhänge, Maßnahmen oder Anordnungen. Selbst auf Nachfrage erhielt man je nach Arzt nur knappe Antworten ohne wirkliche Erklärung. Anschließend war Morgenbesprechung. Danach folgte entweder der Gang in den OP (selten da manche Oberärzte lieber unter sich blieben und kein Interesse hatten einen lästigen PJler am Hals zu haben) oder der Gang auf die Station, wo die entsprechenden Anordnungen abzuarbeiten waren. Dazu gehörten Verbände wechseln, Blutabnahmen, Viggo legen, Fäden entfernen, Drainagen ziehen usw. Es war erwünscht Arztbriefe zu schreiben, wobei es weder eine gute Anleitung gegeben hat, noch eine wirkliche Rückmeldung was gut/schlecht war. Trotz mehrmaliger Nachfrage und Bitte wurden PJ - Studenten nicht angerufen, wenn Patienten in die ZAE (Notaufnahme) kamen. Auch die chirurgischen Ambulanzen waren für PJler so gut wie nicht zugänglich.
Alles in allem wird von PJlern erwartet so viel Arbeit (Papierkram, einfach med. Tätigkeiten wie Blutabnahmen, Verbandswechsel) wie möglich abzunehmen, ohne dass die Bereitschaft besteht im Gegenzug Zeit in die Lehre zu investieren. Wer etwas lernen will ist hier meiner Meinung und Erfahrung nach definitv falsch. Der Titel Lehrkrankenhaus stimmt sicher auf manchen Stationen, sicher jedoch nicht auf der Bauchchirurgie.
Keinesfalls sind alle Ärzte auf der Viszeralchirurgie unfreundlich, arrogant oder was auch immer. Es gäbe durchaus motivierte, freundliche Oberärzte und Assistenzärzte. Vermutlich aufgrund der schlechten Besetzung sind diese allerdings völlig überarbeitet und ständig gestresst wodurch logischerweise die Lehre leidet.
Für alle die ihr PJ planen kann ich empfehlen den chirurgischen Teil auf der Unfallchirurgie sowie der Urologie zu machen.
Bewerbung
Sehr unkompliziert über Herrn Büchl von der Personalabteilung