Pro: Nähe zum Wohnort
Kontra: Wer nicht regelmäßig zwei Stunden länger als das offizielle Dienstende arbeitet, wird als faul und nicht engagiert angesehen. Die Kommentare sind dann "Aber du willst doch ein Arzt sein, oder?", als würde das Arztsein nur darin bestehen, 10-12 Stunden in der Klinik zu sein um den Chefarzt zu beeindrucken. Es gibt keine Studienzeiten, keinen Freizeitausgleich und Essensmarken für 2,70 € pro Tag, obwohl jedes Gericht in der Mensa mehr kostet. Die Stationsärzte haben meist keine Zeit für Erklärungen. Oft ist man auf der Station allein. Es gibt keinen Unterricht. Es wird erwartet, dass man bereits alles kann. Den Tutor sieht man nur zwei Mal, bei Bekanntmachung und beim Abschied. Bei den morgentlichen geflüsterten Chefarztvisiten bekommt man kaum etwas mit. Die wöchentliche Chefarztvisite findet nach dem PJ-Dienstende statt und es wird erwartet diese in seiner Freizeit zu besuchen. Man darf zwar theoretisch bei den Operationen zusehen, doch es kommt wegen der vielen Aufgaben auf Station nur selten dazu. Das Pflegepersonal ist bis auf wenige Ausnahmen unhöflich und man erfährt über fremde Ohren so einiges neues über sich. Notwendiges Material muss man selbst beschaffen (z.B. Verbandswagenausstattung). Die interne anonyme Lehrevaluation fand bei mir vor dem Tertialende statt und erfolgte so, dass ich allein dem Sohn der Chefärztin gegenübersitzen und das Formular ausfüllen durfte. Am letzten Tag bekam ich von dem "Tutor" eine Zusammenfassung über alle mir nie genannten, aber erwarteten und nicht erfüllten Anforderungen in unfreundlichen Worten. Auf dem Heimweg durfte ich dann meinen Unmut ausweinen - ich bin ein sensibles Mädchen :-) Ich habe aber ab Anfang an allen bezüglich der späteren Spezialisierung geantwortet, dass ich ein anderes Fach bevorzuge, gern aber etwas neues sehen und lernen möchte. Fazit: es werden in dieser Klinik nur PJer erwartet, die sich in der NCH spezialisieren möchten...