Insgesamt ist das PJ in der Inneren Medizin in Weissensee nicht so empfehlenswert wie es in früheren Berichten beschrieben wird! Ich bin gerade im 1. Tertial seit 13 Wochen im Haus und war bereits auf allen Stationen der Inneren Medizin eingeteilt (Allgemeine Innere, Kardiologie, Gastroenterologie, Rheumatologie und Palliativstation). Für mich überwiegen die negativen Aspekte der PJler-Daseins leider so sehr, dass mir das Tertial bisher wenig Spaß gemacht hat. Man wird primär als kostenlose Arbeitskraft für Blutentnahmen und Flexülen gesehen. Man ist von 7.00-8.30 Uhr ausschließlich für Blutentnahmen anwesend (etwa 15 Patienten pro Tag und Station sind auf 2D und 2C normal) und ggf. nach der Röntgenfrühsprechung auch, wenn noch etwas fehlt oder man es nicht geschafft hat. Ich habe gerade in den ersten Wochen so häufig den Beginn der Visite verpasst. Wenn PJler für die Blutentnahmen auf anderen Stationen ausfallen, müssen die übrigen answesenden PJler dies kompensieren. Hilfe von den Ärzten ist die Ausnahme. Die Atmosphäre im Krankenhaus ist nicht wirklich gut, die Pflege ist ziemlich unterbesetzt und gestresst. Ein rauher Ton ist an der Tagesordnung, trotzdem sind viele Pflegekräfte nett im Umgang.
Die Lehre ist eher Glückssache, Lehrveranstaltungen fielen häufig aus. Die Qualität der Veranstaltungen variiert stark abhängig von den Oberärzten. Mit Eigenengagement kann man trotzdem viel lernen, wenn man hartnäckig bleibt. Die Assistenzärzte sind häufig gestresst und haben kaum Zeit für Erklärungen. Viele kriegen selbst wenig Weiterbildung und müssen die Stationen am Laufen halten. Durch die Menge an Arbeit auf Station kann man viele Aufgaben übernehmen und selbst viel zu lernen/üben ( u.a. Ascitespunktion, arterielle BGAs,.) Ich hätte mir aber mehr Feedback hierbei gewünscht.
Übliche Tätigkeiten für die PJler neben den Blutentnahmen sind Aufnahmeuntersuchungen, das Anmelden von Untersuchungen, Kontakt mit den Hausärzten und das (Vor-)Schreiben der Arztbriefe. Man kann auf jeden Fall eigene Patienten betreuen! Ich musste nie länger als 16 Uhr bleiben, meist konnte ich pünktlich nach Hause.
Insgesamt empfinde ich das Tertial in Weissensee als eher durchschnittlich. Die Probleme sind typisch für das PJ in Deutschland und insgesamt sind die Bedingungen für die PJler viel besser als z.B. der Charité. Trotzdem sollten gerade Innere-Interessierte ein anderes Haus wählen, um z.B. mehr Teaching zu bekommen und mehr Funktionsdiagnostik zu sehen.
Bewerbung
Über das PJ-Portal der Uni Münster (einheitlich für alle Charité Studenten)