Als PJler wird man meistens auf einer der geschlossenen Akutstationen eingesetzt, eine Rotation auf andere Stationen ist nach Absprache mit dem Oberarzt aber problemlos möglich.
Pro:
- eigener Arbeitsplatz, sehr gute Integration ins Team, hohes Ansehen als PJ
- eigene Patienten betreuen, Gespräche führen, Aufnahmen machen, Untersuchungen anmelden: man wird wie ein Assistenzarzt eingearbeitet und kann viele Aufgaben übernehmen.
- breites Spektrum an psychischen Erkrankungen, vor allem akuten Zuständen. Man lernt mit extremen Situationen umzugehen und Krisensituationen zu entschärfen
Kontra:
- zu meiner Zeit extrem angespannte Stimmung auf Station wegen Unterbesetzung und privaten Problemen bei Pflege und Ärzten. Es war schwer sich abzugrenzen und trotzdem gerne zu kommen.
- Teaching/Fortbildungen/Prüfungsvorbereitung war leider eher suboptimal, die Assistenzärzte hatten zT wenig Zeit und waren (objektiv nicht wirklich nachvollziehbar bei extrem entspannten Arbeitszeiten, 1-2 Diensten/Monat und 1,5h Mittagspause...) sehr gestresst ---> daher wenig Teaching und keine PJ-Fortbildungen.
- ab und zu ziemlich viel Lehrlauf, früher gehen war aber bei den meisten Ärzten trotzdem nicht gern gesehen...
Insgesamt ein sehr lehrreiches Tertial, vor allem menschlich. Ich wollte Psychiatrie als Wahlfach machen um etwas komplett anderes auszuprobieren, was ich später wahrscheinlich nicht machen werden und habe wirklich viel gelernt, vor allem an Softskills. Leider zu meiner Zeit etwas durchmischtes Team, ist aber je nach Zeitpunkt und Station immer ein Glücksspiel. Kann ich aber trotzdem weiter empfehlen.