Die Gyn/Geburtshilfe in Rüdersdorf kann ich wirklich empfehlen, wobei natürlich auch nicht alles von Beginn an perfekt war. Generell handelt es sich um ein sehr kleines, familiäres Krankenhaus, das - meiner Meinung nach - sehr modern renoviert ist (z.B. Transportroboter, Wäscheausgabeautomat,...). Während ich dort war, waren im ganzen Haus genau 3 PJ-ler:innen, ich die einzige auf der Gyn/Geburtshilfe. Auch das Gyn-Team ist von der Größe her überschaubar und es fiel mir relativ leicht, mich einzugliedern. Ich konnte jeden Tag mit meinen Kolleg:innen Mittagessen gehen, welches für PJ-ler:innen kostenlos ist. Wenn über Mittag ich im OP war, haben die Assistenzärtinnen mir etwas aus der Mensa mitgebracht (das hätte ich mir in keinem anderen PJ-Tertial auch nur erträumen können). Auch der Chefarzt ist wirklich sehr freundlich, gibt im OP ruhige Anweisungen mit Rücksicht darauf, dass man ggf. noch nicht so viel Erfahrung hat. Er hat sich nie im Ton vergriffen etc.
Generell habe ich zu Beginn viel auf der Station rumgehangen, war immer bei den prä-OP-Aufnahmen dabei, habe Visite mitgemacht, Notfälle mit aufgenommen, ab und an mal bisschen Blut abgenommen. Nach ein paar Wochen habe ich aber bemerkt, dass ich immer nur passiv daneben stehe und nichts selber mache. Daraufhin bin ich mit der sehr engagierten PJ-Koordinatorin, die wirklich 24/7 erreichbar und super lieb ist (!!!), ins Gespräch gekommen und habe die Problematik dann auch im Gyn-Team angesprochen. Vielleicht deswegen oder aufgrund eines Covid-bedingten starken Personalmangels durfte ich in der zweiten Hälfte meines PJ-Tertials dann auch prä-OP-Aufnahmen selbstständig machen, im OP assistieren, im Kreißsaal aktiver mithelfen, Wochenbettbelehrungen machen, gynäkologische Untersuchungen und vaginale sowie abdominelle Sonos durchführen, Entlassungsbriefe schreiben etc.
Im Kreißsaal durfte ich Fetometrien durchführen, bei der Geburtsplanung dabei sein und - wenn es sich ergeben hat - auch bei Geburten dabei sein/helfen. Dies war allerdings etwas schwierig, weil wir auch zwei Hebammenschülerinnen da hatten und weil die meisten Geburten abends/nachts stattfanden... Deshalb habe ich freiwillig 3 Nachtdienste mitgemacht - das kann ich wirklich empfehlen!!
Die Fortbildungen waren immer fächerübergreifend für alle PJ-ler:innen, geplant 1x/Woche. Leider nur, wenn mind. 3 Teilnehmende Zeit hatten. Da wir aber nur so wenige PJ-ler:innen waren und wir teilweise im OP oder so waren, fielen die Fortbildungen leider größtenteils aus...
Mittwoch morgens wurde mit dem Gyn-Team immer die gyn-to-go-Fortbildung online geschaut.
FAZIT: Super liebes Team, nettes Krankenhaus, Essen und Öffi-Ticket (Berlin ABC) for free + 427€/Monat. Wenn man viel Eigeninitiative zeigt, kann man auf jeden Fall viel lernen. Aber eben nur mit Eigeninitiative... das Team hatte allerdings auch seit ca. 4 Jahren keine:n PJ-ler:in mehr gehabt, sodass die gewisse Zurückhaltung für eigenständiges Arbeiten vielleicht daher kam.