Vermutlich ein standard Innere Quartal, ich gehe trotzdem mit einem schlechten Beigeschmack aus dem TKH.
Der Tag beginnt um 8:00, ein paar Minuten früher oder später haben aber keinen wirklich gestört. Die Ärzte suchen sich dann meistens schon Ihre Sachen zsm. oder bereiten Briefe vor. Für den PJler gehts natürlich erstmal Blut abnehmen, je nach Tag kann das auch gerne mal 2-3h und mehr in Anspruch nehmen (ne nach Übung). Einen Blutabnahmedienst gab es zwar theoretisch, aber zu meiner Zeit nur eine studentische Hilfskraft, die meiste Zeit ist es PJler Aufgabe. Ich möchte hier eine Kollegin ausklammern, die die Blutabnahmen auch gerne übernommen hat, weil man als PJler nicht die Drecksarbeit machen soll - dafür an dieser Stelle vielen Dank :)
Dann gehts zur Visite, falls die noch läuft. Da muss man sich raus nehmen die Blutabnahmen später weiter zu machen um die in ihrer Gänze mitzubekommen. Das Gemecker danach ist dann leider häufiger in Kauf zu nehmen. Das man angerufen wird, selbst wenn dies gesagt wurde funktioniert eher selten, sodass man dann irgendwann dazustößt, wenn man die Visite irgendwo sieht.
Nach der Visite nimmt man entweder weiter Blut ab, legt Nadeln oder schreibt Briefe (das muss man sich eig schon aktiv erfragen am Anfang, weils einem keiner zeigt, fand ich schon seltsam).
Zwischen 12-13h irgendwann mittagessen, das geht jedem Tag. 13:30 Mittagsbesprechung. Ab 14h gehts eig so weiter wie zuvor.
Es gibt des Öfteren mal Ascites und Pleurapunktionen die man als PJler machen darf, dass ist das beste an diesem Einsatz.
Man soll auch ein eigenes Zimmer übernehmen, aber das ist eigentlich mehr ein Witz, es wird kurz vor dem Zimmer besprochen was der Plan ist, wenn man im Zimmer dann eine Kleinigkeit vergisst, wird dies nicht ergänzt, sondern direkt die weitere Visite übernommen. Man wird dann auch nicht über alles andere informiert was an dem Tag noch passiert, da hier meist die zuständigen Ärzte angerufen werden und dies oft nicht weitergegeben wird. Also fühlen sich die eigenen Patienten nur wie ein Theater an ohne wirklichem Mehrwert.
Die Möglichkeit Kurvenvisiten zu machen und einen Input zu geben gibt es aber (je nach Kollege).
Wie in der Region hier leider üblich kriegt man als PJler weder Mittagessen noch sonst was geschenkt, die ersten Tage waren eher ein Chaos, keiner führt einen mal rum oder ähnliches. Die erste Woche hatte ich eigentlich keine Dienstkleidung und mein erstes Gehalt kam erst 6 Wochen nachdem ich angefangen habe.
Insgesamt kann man zwar durchaus viel lernen, aber das erfordert viel Eigeninitiative und Persistenz. Ich habe mich sehr oft nicht wertgeschätzt gefühlt. Nachdem man den Ärzten schon alle Blutabnahmen abgenommen hat und irgendwelche Botgänge übernommen hat auch noch bei einigen Kollegen diskutieren zu müssen ob man 10 Minuten eher gehen kann, lässt einen wirklich mit einem faden Beigeschmack nach Hause gehen. Es gibt 1-2 Kollegen die besser sind. Ich bin dennoch sehr froh diesen Abschnitt nun beendet zu haben.
Fyi das TKH zieht auf Dauer zum Diako, das Team bleibt aber wohl das vom TKH.