Am ersten Tag des Chirurgie-Tertials wird eine Liste mit den durch die PJler zu besetzenden Stationen geöffnet wird und jeder "reinruft", was wer machen möchte. Rotiert wird nach 8 Wochen, sodass man einmal seinen Erst-Wunsch bekommt und eventuell den Zweitwunsch. War stressig, aber ist dann doch ganz gut aufgegangen, da jeder ein anderes Interesse hat und schon darauf geachtet wurde, dass jeder weitestgehend zufrieden war.
Dann wird jeder auf seine Stationen verteilt.
Auf der 12 (Transplant) war ich ca. die Hälfte der 8 Wochen alleine eigeteilt. Dadurch war es von Zeit zu Zeit schon ziemlich stressig. Pjler sind in der Morgenbesprechung (7.00) nicht eingeplant, man kann wohl mal hingehen, ist aber nicht regulär vorgesehen. Der Tag startet also mit Blutabnahmen/ Flexülen legen, womit man gg 8.30 Uhr fertig sein sollte, weil man dann eigentlich jeden Tag aus dem OP zum Assistieren angerufen wird. BEs am Tag variieren zwischen 6-13. Heißt Beginn zwischen 7.00-7.30, je nachdem wie fix man ist. Wann man auftaucht, hat niemanden interessiert, solange es erledigt wird.
Im OP darf man wirklich viel mithelfen, auch wenn es nach einiger Zeit sehr repetitiv wird. Pro Woche waren es teilweise 3-4 Nierenspenden/ -transsplantationen, zu denen eigentlich immer ein PJ als Assistent*in gerufen wird. Das coole ist, dass man zu Beginn mit der OÄ/ FÄ alleine ist und erst wenn es kritisch wird/ es an die Gefäße geht der Leitende gerufen wird. Das heißt davor war ich 1. Assistenz. Man darf ab und an mal zunähen, ansonsten Kamera führen, Stiel halten, Faden führen, schneiden, saugen, Haken halten, ab und an mal zunähen. Man steht, wenn man auf der 12 ist schon viel im OP. Zumindest wenn man alleine ist. Zu zweit kann man sich abwechseln/ aufteilen. Mittagessen war immer möglich, man bekommt ja spendabler Weise 7€ pro Tag Essensgutschein.
Das Team der 12 ist eigentlich durchweg nett gewesen, besonders die OÄ Globke ist wirklich nett, wenn auch manchmal rau. Der Chef ist auch super nett, auch wenn man außerhalb des OPs nichts wirklich mit Ihm zu tun hat. Die Assistenzärzte rotieren für 6 Monate auf die 12, also kommt drauf an, mit wem man dann arbeitet. Generell ist die Organisation auf Station sehr gewöhnungsbedürftig und undurchsichtig. Visite wird irgendwann am Tag zwischen den OPs gemacht und ich war vielleicht bei 7 insgesamt dabei. Leider kein PJ-Unterricht. Im Prinzip ist man eine kostenlose Arbeitskraft für die Charité. War ganz cool Transplant zu sehen und handson im OP mitzuarbeiten und auch wenn das Team nett war, konnte ich nicht super viel mitnehmen, da ich aber auch zuvor schon viel im OP stand. Kontakt zur Pflege hatte man kaum. Nach den OPs ist man nochmal auf Station und hat alles anstehende noch erledigt (Flexülen, nochmals BEs, Verbandswechsel) und konnte dann meistens gg 15-15.30 gehen. manchmal auch 14 o auch mal 17 Uhr. Es wird sich aber auch viel bedankt im OP wenn man mithilft! Man ist wirklich gerne gesehen im OP.