PJ-Tertial Gynäkologie in Klinikum Grosshadern (11/2023 bis 3/2024)

Station(en)
Operative Allgemein- und Privatstation, Kreißsaal, Wochenbettstation, Ambulanz, Kinderwunsch- und Hormonzentrum, Onko Tagesklinik
Einsatzbereiche
OP, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Mein Tertial in der Frauenklinik der LMU München würde ich größtenteils gut bewerten. Wenn man operativ interessiert ist oder sich dort bewerben möchte, ist es sicherlich nicht schlecht; wenn man viel Praktisches lernen möchte, eine enge Betreuung braucht oder sich einen raueren Ton schnell zu Herzen nimmt, ist man dort an der falschen Stelle. Generell ist es sehr abhängig, an wen man gerät, ich hatte vorwiegend sehr gute "Rotationen" mit total netten Ärzt*innen, Hebammen, Pflege, habe aber auch Anderes mitbekommen.
Zur Rotation: man verbringt den Großteil der Zeit in der operativen Gynäkologie, ca. 4-5 Wochen in der Geburtshilfe (Kreißsaal, Schwangerenambulanz, Wochenbettstation) und den Rest der Zeit mit 1-wöchigen Rotationen in der Kinderwunschambulanz, allgemeinen Gyn-Ambulanz, Onko Tagesklinik.

Positiv empfand ich:
- man darf viel in den OP und eigentlich immer mit an den Tisch, man sieht dort ein sehr breit gefächertes Bild an Operationen und Erkrankungen und der Ton im OP ist von den Oberärzt*innen bis hin zur OP-Pflege wirklich freundlich und angenehm, je nach Operateur*in wird mehr oder weniger erklärt.
- die Pflege auf den Stationen, in den Ambulanzen/Sprechstunden und die Hebammen im Kreißsaal habe ich als sehr freundlich empfunden
- zu 95% wird einem als PJ-ler*in von ärztlicher Seite auch wirklich freundlich begegnet, einige Ausnahmen gab es (ging von ruppigem Ton bis hin zu fast herablassendem Verhalten), aber die gibt es wahrscheinlich überall. Die meisten, insbesondere Assistenzärzt*innen sind aber wirklich froh, dass man da ist und hilft und haben darauf geachtet, dass man z.B. Mittagspause macht, wir wurden sogar mehrmals zu den Assistententreffen mit eingeladen.
- generell breites Spektrum, wenn man sich die Mühe macht, sich selbst einzulesen; man sieht einige "Exoten" an Krankheitsbildern
- je nach dem, an wen man gerät, darf man viel selbst machen, habe aber von anderen PJler*innen mitbekommen, dass sie das ganz anders erlebt haben
- man kann sowohl in der Gyn als auch in der Geburtshilfe Dienste mitmachen, was ich insbesondere in der Geburtshilfe empfehlen würde
- man bekommt Einblicke in alle Bereiche, die die LMU gynäkologisch zu bieten hat
- man bekommt einen eigenen PC-Zugang sowie Transponder, Frau P. organisiert alles sehr gut.
- Mittagessen gratis und total okay, Salatbar am besten, kann man aber irgendwann auch nicht mehr sehen
- Bezahlung (sollte eigentlich normal sein, aber wissen wir ja alle, dass es das leider nicht ist)
- mal einen oder zwei Tage zu fehlen weil man krank war, war meistens kein Problem und wurde nicht als Fehltag dokumentiert

Negativ fand ich:
- auf den operativen Stationen, insbesondere der Allgemeinstation, und der Wochenbettstation nimmt man extrem viel Blut ab und wird dafür teilweise aus anderen Bereichen abgezogen, wenn die PJler der jeweiligen Station im OP oder krank sind
- man hat PJ-Telefone im operativen Bereich, die aber oft auch genutzt werden um PJler zum Blutabnehmen, Nadeln-Legen, Nierensonos machen und EKGs schreiben "auszuleihen", teilweise auch nach 17:00 wenn man schon am Gehen war. Generell habe ich die Zeit dort als stressiger empfunden, als ich es aus anderen Kliniken kannte.
- man bleibt oft, insbesondere, wenn man im operativen Bereich eingeteilt ist, wirklich lange, Arbeitszeiten bis 17:30/18:00 waren keine Seltenheit (auch bei Dienstbeginn 07:30)
- man muss darum kämpfen, zu den relativ wenigen Fortbildungen, die angeboten werden (ca. 8 waren es in meiner gesamten Zeit dort), gehen zu können, wenn noch PJler im OP gebraucht werden, durfte man nicht gehen. In meinen Augen eher ein strukturelles Problem, da Personalmangel durch PJler ausgeglichen wird. zusätzlich gibt es Montags vor der Frühbesprechung Fortbildungen, diese aber teils nicht relevant für M3 o.ä. (z.b. über Klinikinterna, Vorstellung von Vertretern etc.). Die Fortbildungen, bei denen ich war, waren aber wirklich gut.
- was für mich wirklich ein großes Minus ist: ich (und andere PJler auch) habe es nicht nur einmal mitbekommen, dass über andere PJler/Famulanten/ärztliche Kolleg*innen meiner (unserer) Anwesenheit hergezogen wurde, was für mich ein absolutes NoGo ist. Generell hatte man das Gefühl, dass im Team Spannungen herrschten, was ich oft als anstrengend empfand.
Bewerbung
über das PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Mitoperieren
Briefe schreiben
Braunülen legen
Rehas anmelden
Untersuchungen anmelden
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
17:00 bis 18:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
500

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
3
Unterricht
5
Betreuung
3
Freizeit
3
Station / Einrichtung
4
Gesamtnote
3

Durchschnitt 3.07