PJ-Tertial Innere in Klinikum Darmstadt (11/2023 bis 3/2024)

Station(en)
Gastro/Pneumo, Nephro, ZNA
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme
Heimatuni
Frankfurt
Kommentar
Meine Erfahrungen waren insgesamt sehr stationsabhängig, aber im Gesamten habe ich das Tertial dennoch als positiv und lehrreich empfunden.
Zuerst war ich für 6 Wochen auf der Gastro/Pulmo eingeteilt, wobei ich zunächst mehr auf der Gastro war. Die Assistenzärzte dort haben sich bemüht, auch Lehre in den hektischen Stationsalltag einzubauen und auch die Oberärztin der Station hat sich immer wieder Zeit für Lehre genommen. Dann kam leider eine ziemliche Covid-Welle und der Blutentnahme-Dienst war über Wochen nur noch sehr dünn besetzt und jedes zweites Zimmer war isoliert. Also ist der Blutentnahme Dienst zur Entlastung nicht mehr in die Iso-Zimmer gegangen und dann blieb das an den PJlern hängen. Obwohl ich eigentlich auf der Gastro war, wurde ich dann erst jeden Tag von der Pulmo nur für die BEs angerufen und irgendwann wurde mir zu verstehen gegeben, dass ich doch gleich auf der Pulmo bleiben sollte, um die BEs zu machen und die Assistenzärzte zu unterstützen. Die waren dort auch super lieb und dankbar, dass ich ihnen das abnehmen konnte und haben mir immer wieder zu verstehen gegeben, dass ich primär trotzdem an den Visiten teilnehmen soll, weil das am lehrreichsten wäre. Weil dann aber trotzdem z.T. weit über 10 BEs in Iso-Zimmern zu machen waren und die zumindest zum Teil noch vor der Uhrzeit X passieren mussten, habe ich die Visite letztendlich meistens nur zum Teil oder machmal auch gar nicht mitbekommen. Trotzdem war die Zeit dort nicht schlecht. Ich konnte bei einigen Pleurapunktionen assistieren (wenn nicht so viele frische AÄ da sind und man lieb fragt, hätte man sich da auch bestimmt selbst versuchen können), einige Arztbriefe schreiben und wurde insgesamt eher sachte ins PJ eingeführt. Und wie gesagt, die Assistenzärzte waren insgesamt super lieb.
Danach war ich für 6 Wochen in der Nephrologie. Auch hier super liebe Assistenzärzte und da der ganze Stationsablauf anders organisiert war (und eine Dame vom Blutentnahme-Dienst hat ALLE BEs (egal Iso oder nicht) rasend schnell gemacht - shoutout an dieser Stelle an Petra), hatte ich deutlich weniger mit BEs zu tun. Der Chefarzt (Dr. Krüger) hat bei der Visite eigentlich immer auch Lehre mitgemacht und auch wenn man einiges nicht wusste, hat er einem nie das Gefühl gegeben, ein Vollidiot zu sein. Hier auf Station konnte ich dann auch eng betreut einige Patienten übernehmen und auch die Visite bei diesen führen. Außerdem konnte ich regelmäßig selbstständig Sonos des Abdomens durchführen und wenn in der Funktion die Anlage verschiedener Zugänge (regelmäßig z.B. Sheldon-Katheter) oder die Puntkion von Pleuraergüssen oder Gelenken stattfand, waren alle darum bemüht, dass man hier dabeisein konnte. Hier hat es sich auch sehr gelohnt, mal einen Spät-Dienst mitzumachen. Auf den anderen Stationen gibt es in der Nacht nur einen zuständigen Dienstarzt, die Nephro stellt einen eigenen Dienstarzt, der sich bis um etwa 10 nur um die Station und Dialyse kümmert und danach dann nur noch um stationäre Notfälle. Wenn es dann ruhig ist, gibt es auch die Möglichkeit mal selbstständig ein Dialysegerät zusammenzubauen und die erfahrene Dialysepflege konnte dann auch viel erklären und erzählen.
Zum Schluss war ich den Rest meines PJs noch in der ZNA. Hier hat man natürlich die meisten Gelegenheiten selbstständig zu arbeiten und eigene Patienten zu betreuen. Anamnese, Untersuchung (nutzt die Gelegenheit und macht so viele Sonos wie möglich und schaut euch so viele EKGs und BGAs wie möglich an), weitere Diagnostik etc. konnte man alles selbstständig dokumentieren und anordenen. Während ich in der ZNA war, waren wir z.T. leider gleichzeitig 5 Studenten und es war manchmal schwierig sich nicht gegenseitig auf die Füße zu treten und Arbeit für so viele zu finden. Dennoch haben die Assistenzärzte sich sehr bemüht, dass man viel mitnehmen konnte und auch die Oberärzte waren sehr nett. Man durfte auch bei jedem Schockraum dabeisein und (wenn sich die Gelegenheit bot) auch mithelfen. In der ZNA hat es sich auf jeden Fall auch gelohnt mal einen Dienst mitzumachen, da hier oft dann erst der richtige Patientenansturm begann.
Das PJ am Klinikum Darmstadt ist auf jeden Fall gut organisiert. Bettina Brandt, die Pj-Koordinatorin, kümmert sich sehr eng um die Studenten und organisiert einmal in der Woche am Mittwochnachmittag den PJ-Unterricht, der sehr vielfältig und fächerübergreifend ist. Besonders gut ist hier insbesondere der EKG-Kurs, der das ganze Tertial umspannt.
Das Essen in der Kantine ist umsonst und Freitags hat man als PJler den Studientag und hat ab 12 Schluss. Überstunden (als PJler müsst ihr eure Stunden stechen) sollen gar nicht erst entstehen, aber im Fall der Fälle können diese dann auch abgefeiert werden.
Bewerbung
Der ganze Prozess läuft über das PJ-Portal. 1-2 Wochen, bevor es losgeht, erhält man von der PJ-Koordinatorin, den Vertrag und alle nötigen Informationen für den ersten Tag per Mail zugeschickt. Der erste Tag ist dann schon damit gefüllt, alle Fragen zum Vertrag / Vergütung / Kleidung / Essen / Einteilung etc. zu klären und eine Tour des Hauses zu machen. Richtig los auf Station geht es dann am zweiten Tag.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
EKG
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Eigene Patienten betreuen
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
EKGs
Patienten aufnehmen
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Notaufnahme
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche fest
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
399

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
2
Unterricht
1
Betreuung
2
Freizeit
2
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 1.87