Mein PJ-Teil in der Orthopädie und Traumatologie Meran war sehr schön und ging leider sehr schnell vorbei.
Der Tag startet 7:30 Uhr mit der Morgenbesprechung, danach verteilen sich alle Ärzte auf OP, Station, Erste Hilfe oder in die Ambulanz und da kann man sich dann einem Arzt anschließen. Wenn mehrere PJler da sind, ist meistens einer im OP.
Im OP darf man sich fast immer mit einwaschen und kann je nach Eingriff und Operateur einiges selbst machen. Auch nähen oder klammern ist immer möglich. Das Team im OP ist super nett und man bekommt viel gezeigt, wenn man noch nicht so viel Erfahrung im OP hatte.
In der Ersten Hilfe kann man Patienten untersuchen, Röntgenbilder beurteilen, Infiltrationen machen, Wunden selbstständig nähen usw. Auch hier ist die Pflege sehr nett und freut sich, wenn man ein paar Aufgaben wie z.B. Verbände übernimmt.
In der Ambulanz war ich seltener, hier kann man aber bei den Erst- und Kontrollvisiten dabei sein und so vielleicht Patienten wiedersehen, die man selbst genäht hat oder bei deren OP man dabei war. Auch die Spezialsprechstunde waren immer ganz interessant.
Der Tag endet gegen 16 Uhr mit der Nachmittagsbesprechung. Wenn man im OP ist, kann es auch mal später werden, dafür kann man an entspannteren Tagen auch mal eher gehen.
PJ-Unterricht gibt es nicht, aber war nicht schlimm, da man auch sonst immer super viel erklärt bekommt.
Insgesamt hatte ich eine super Zeit in Meran
lch habe sehr viel gelernt, konnte wertvolle OP-Erfahrungen sammeln und hatte wunderschöne Wochenenden mit tollen Wanderungen oder anderen Ausflügen in der schönen Gegend. Als Frau kann man relativ günstig im Carolinum wohnen (5 Minuten von der Klinik weg), sonst ist es schwieriger etwas zu finden, also besser früh mit der Suche anfangen. Die Zimmer im Carolinum sind gut und sauber, auch wenn die strenge Hausordnung gefühlt aus dem 19. Jahrhundert ist.
Da die Klinik nichts zahlt, lohnt es sich, eine Förderung über ERASMUS+ zu beantragen. Auch hier sollte man früh genug anfangen, da man einige Unterlagen braucht.
Bewerbung
Ich habe ca. 9 Monate vor Tertialbeginn mit der Bewerbung angefangen. Die Südtiroler Kliniken haben ein eigenes Bewerbungsportal, wo man direkt freie Plätze und Zeiträume buchen kann und dann auch einige Tage später eine Antwort erhält. Allerdings ist man durch die genauen Tertialzeiten etwas eingeschränkt und manche Plätze sind für bestimmte Unis reserviert, daher kann es eine Weile dauern bis man den Wunschplatz bekommt. Bei mir war durch Zufall ca. 6 Monate vor Beginn der Platz wieder frei geworden.
Alle weiteren Fragen kann man mit der Praktikumsverwaltung klären, da bekommt man immer sehr schnell eine Antwort.