Am ersten Tag hat man ein Gespräch mit dem Chef, der recht nett wirkt und einem sagt, dass man alles sehen kann von der Notaufnahme über die Ambulanz und den OP. Soweit so gut. Leider entspricht dies in keiner Weise der Realität. Ich habe es genau 2 mal in die ZNA geschafft für jeweils einen halben Tag und nie in die Ambulanz. Stattdessen wird man zu Blutentnahmen und Flexülen auf die Station abgestellt. Wenn der PJler es nicht macht, macht es niemand. Dann bleiben die Blutentnahmen eben bis zum nächsten Tag liegen. Nachdem man dann alle Blutentnahmen gemacht hat muss man auch sofort Unmengen an Briefen diktieren. Leider wird von niemandem gezeigt worauf wert gelegt wird und es wurde mit mir genau ein Arztbrief 5 Tage vor Ende der Rotation durchgesprochen. Es ist auch nicht üblich, dass Patienten bei Aufnahme untersucht werden oder ein Anamnesebogen erhoben wird, sodass man meist Briefe ohne jegliche Patienteninformation schreiben muss und immer alles selber von Anfang an zusammensuchen muss. Es kam auch vor, dass man Briefe über Ambulanzpatienten schreiben sollte, die man nie gesehen hat und die auch schon wieder weg waren. Das zweite Szenario für einen Tag ist der OP. Die Stimmung ist schlecht, man merkt, dass man als PJler keinen Interessiert und es wird wie selbstverständlich erwartet, dass man ohne Pause und irgendwas zu Essen auch noch länger bleibt. Nach dem OP machen meist alle eine Pause und trinken oder Essen was, aber als PJler passt man auf den Pateinten auf bis dieser in der Schleuse ist, schiebt das Bett noch in den Aufwachraum und wenn man dann selber 10min etwas essen gehen möchte wird man angeschrien und soll in den nächsten OP. Es wird natürlich auch rein gar nichts erklärt und wenn man zum PJ Seminar gehen möchte wird man komisch angeguckt, weil ja eigentlich noch Arbeit da wäre.
Das schlimmste am gesamten PJ ist der völlig ungeeignete PJ Verantwortliche, der zwar vor Vorgesetzten extrem nett tut und alles machen würde um selber Anerkennung zu erhalten, aber für den die PJler das aller letzte sind. Uns wurde nicht auf Emails geantwortet, stattdessen wurde behauptet, dass sie im Spam Ordner gelandet seien. Das größte Problem waren aber die offiziellen Fehltage. Diese wurden generell fast nie zum Wunschtermin gewährt, sondern irgendwann anders, aber jedes mal erst nach einem großen Streit. Wir wurden auf Station regelrecht terrorisiert, mehrfach angerufen und durchs Telefon gesagt bekommen, dass es niemand gern sieht, wenn wir fehlen würden und wir ja "am Ende auch eine Unterschrift von ihm haben wollen". Nachdem wir immer länger bleiben mussten, wurden wir einmal Freitag um 14 Uhr von einem Arzt nach Hause geschickt. Daraufhin ging der Telefonterror wieder los und es wurde vorgerechnet wie lange wir zu bleiben haben, da wir ja auch noch 30 min in der Mensa waren an dem Tag und Leute die früher gehen müssen gar nicht wegen Fehltagen fragen. Ich möchte an dieser stelle noch Einmal betonen, dass es um offizielle Fehltage geht und nicht um Studientage. Selber braucht er für eine Unterschrift jedoch leider extrem viel Zeit. In der letzten Woche sollten wir ihn jeden Tag um 13.30 anrufen, ob er Zeit hat uns unseren Zettel zu unterschreiben. Natürlich hatte er nie Zeit und wir mussten am nächsten Tag anrufen. Als wir dann einmal einfach runter zu ihm in die Ambulanz gegangen sind ohne Anzurufen, wurden wir über den Gang angeschrien, dass wir gar keine Autoritäten respektieren könnten, mussten wieder auf Station in den 5. Stock, nur damit er 5min später wieder anruft, dass wir runter kommen könnten.
Insgesamt ist das gesamte PJ auf der Unfallchirurgie auf keinen Fall zu empfehlen. Aber es hat ja einen Grund warum dort kein Arzt anfangen möchte, massiver Personalmangel besteht und man als PJler dort hin gelost wird, wenn nirgend woanders mehr ein Platz frei ist. Ich kann wirklich niemandem Empfehlen sich das freiwillig anzutun und hoffe diese Bewertung bewahrt einige zukünftige PJler vor dem schlimmsten PJ aller Zeiten.