Insgesamt ist die ACH im Klinikum keine schlechte, aber definitiv auch keine gute Wahl.
Um mit dem Positiven zu starten:
- 400€ Aufwandsentschädigung + kostenloses Mittagessen + Unterkunft b.B.
- wöchentlich wechselnder PJ Unterricht (Mal richtig gut, mal weniger, mal ausgefallen weil die Abteilung nicht Bescheid wusste)
- viele Rotationsmöglichkeiten: Station, OP, Notaufnahme, Ambulanz/Sprechstunde
- sehr empfehlenswert: Ambulanz/Sprechstunde -> man kann Patienten selbst untersuchen, dokumentieren, Indikationen besprechen etc.
- auch gut: Notaufnahme (wenn auch stark abhängig mit welchem Assistenzarzt man unterwegs ist): eigene Patienten untersuchen, inkl. Sono etc., Verdachtsdiagnose stellen, Therapievorschlag machen etc.
- wer nicht in den OP will, wird dafür auf Verständnis treffen, nur bei OPs wo sie wirklich jemanden als Assistenz brauchen, muss man mit
Nun zum Negativen:
- im OP sehr geringer Lernzuwachs, es ist wirklich das Klassische Haken halten und möglichst leise atmen... irgendwie hat niemand auf dem Schirm, die OP Schritte zu erklären oder mehr Informationen zu geben, so dass man schweigend mit seinem Haken in der Hand daneben steht. Assistieren darf man je nach Operateur, wobei die Anleitung stark wechselnd ist in Qualität und Geduld
- nicht zu empfehlen: die Arbeit auf Station. Erstens weil der Wissenszuwachs sehr gering ist. Meist läuft es auf das Klassische Viggo legen oder Blutentnahme nachholen (es gibt aber auch einen Blutentnahmedienst, der jedoch nur morgens da ist) und Drainagen ziehen. Für ein bis zwei Wochen ganz interessant, aber danach sehr repetitiv. In der Visite lernt man wenig bis gar nichts. Und dann ist es viel Organisatorisches und Briefe schreiben, und zwar Dutzende Briefe... das wäre an sich noch okay wenn auch wenig lehrreich, aber...
- der Umgang mit den PJlern ist meiner Meinung nach das größte Problem. Man wird (weil es viel zu viele PJler, Famulanten, Blockpraktikanten gibt) als absolut selbstverständlich angesehen. Für die ganzen Hilfstätigkeiten ist man gut genug, viel mehr Aufmerksamkeit sollte man sich aber nicht einfordern. Motivation den PJlern etwas beizubringen ist sehr unterschiedlich ausgeprägt, im Schnitt aber unterirdisch. Man fühlt sich teils als Last für das Team, was sie einen auch spüren lassen. MAn weiß einfach nicht, was man mit den Studierenden anfangen soll, weil es auch wirklich zu viele sind. Dazu kommt dann aber leider noch persönliche Unmotivation und ein in Teilen wirklich unfreundlicher, nicht wertschätzender Umgang mit den Studierenden. Auch das variiert extrem von Arzt zu Ärztin, einige sind ganz toll und sehr bemüht und leiten toll an. Der Großteil aber leider nicht, mit Einigen habe ich und Mit-PJler wirklich unschöne Momente erlebt.
Fazit:
- wer wenig in den OP möchte, findet hier mögliche Alternativen
- in den richtigen Bereichen mit den richtigen Leuten kann man viel lernen und machen
- insgesamt aber zu viele Studierende bei fehlendem Konzept was man mit ihnen machen soll
- und wenig Motivation zum Lehren/Anleiten und generell das Gefühl, den Ärzten eher zur Last zu fallen/sie zu belasten (insbesondere da der sehr motivierte, lehrbeauftragte Oberarzt jetzt weg ist)
- es gibt sicher schlechtere Häuser für euer Chirurgie-Tertial, aber auch sicher bessere