OP, Notaufnahme, Diagnostik, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Graz (Oesterreich)
Kommentar
Insgesamt kann ich nur Positives von meinem 2-monatigen Aufenthalt an der urologischen Klinik des Kantonsspital Frauenfeld berichten. Das Team besteht ausschließlich aus sympathischen und kompetenten Ärzt*innen. Die Teamchemie ist außergewöhnlich harmonisch und die Hierarchien könnten flacher nicht sein. Als erste Ansprechpartnerinnen dienen die Assistenzärztinnen. Diese sind bemüht einen frühestmöglich in die tägliche klinische Routine zu integrieren und den PJlern unterschiedliche Aufgaben wie beispielsweise die notfallmäßige Patientenevaluation oder postoperative sonografische Kontrolluntersuchungen zu übertragen. Außerdem wird man frühzeitig angelernt die morgendliche Visite (7:30 Uhr) zusammen mit den Stationsärztinnen vorzubereiten, elektronische Kurven anzulegen, durchgeführte Untersuchungen zu dokumentieren und notwendige diagnostische Methoden wie beispielsweise eine Schnittbildgebung anzumelden. Durch die Zuweisung klarer Aufgabenfelder entsteht das Gefühl der Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit und Wertschätzung der persönlichen Fertigkeiten. Die Oberärzte haben stets ein offenes Ohr, versuchen alle Fragen zu beantworten und geben einem die Möglichkeit an Operationen mitzuwirken. Operationstechnisch durfte ich als erste Assistenz bei skrotalen Eingriffen und als zweite bei größeren Schnittoperationen mithelfen. Unter Supervision darf man außerdem DJ-Katheter wechseln und extrahieren, suprapubische Katheter wechseln, zystoskopieren, transurethrale Katheter legen und Instillationstherapien applizieren. Insofern möglich trifft sich das Team morgens und mittags zum gemeinsamen Kaffeetrinken und Mittagessen. Harmonie wird großgeschrieben! Am Nachmittag um 15.30 findet der Rapport statt. In diesem werden im Anschluss an einen radiologisch betreuten Röntgen-Rapport die notfallmäßigen und stationären Patient*Innen vorgestellt bzw. (re)evaluiert. Danach wird man in der Regel in den Feierabend entlassen.
Wohnen kann man in dem a das Krankenhaus angegliederte Wohnheim. Die Kosten für Einzelzimmer betragen 380 Franken, für kleine Apartments mit Küche 580 Franken und für größere Apartments 700 Franken. Darüber hinaus hat man die Möglichkeit für 150 Franken einen Stellplatz in der Garage anzumieten. Das Essen ist im Vergleich zu den mir bekannten Krankenhauskantinen außergewöhnlich gut und kostet 9,50 Franken. Alle Ausgaben werden direkt vom Gehalt abgezogen.
Abschließend bleibt zu erwähnen, dass ich die urologische Klinik des Kantonsspitals Frauenfeld wärmstens für einen PJ-Aufenthalt empfehlen kann. Durch das breit gefächerte Aufgabengebiet konnte ich meine klinischen Fertigkeiten fundamental ausweiten und erlernte einen routinierten Umgang mit urologischen Patienten. Neben den klinischen Tätigkeiten wird man auch in die während der Anwesenheit stattfindenden extraklinischen Tätigkeiten mit eingeplant. In meinem Fall durfte ich mir meinem Bauch bei der alljährlichen Weihnachtsfeier vollschlagen. In anderen Fällen wurden die PJler beispielweise zum Skifahren eingeladen.
Bewerbung
Die Bewerbung erfolgt per Mail an die Chefarztsekretärin Frau Patricia Lang ([email protected]). Nach der Zusage erhält man einen klaren Zeitplan über den Ablauf des Aufenthalts und wird am ersten Tag herzlich empfangen und der Klinik vorgestellt.