PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Addington Hospital Durban (9/2024 bis 12/2024)

Station(en)
Allgemeinchirurgie, chirurgische Notaufnahme, OP
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Diagnostik
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich würde das PJ-Tertial in Durban immer wieder machen und auch immer wieder empfehlen. Es waren unglaublich schöne 4 Monate.

Bewerbung:
Ich habe mich ca. 1-1,5 Jahre vorher bei Anitha Pillay unter [email protected] beworben. Ich habe in regelmäßigen Abständen nach Updates zu meiner Bewerbung gefragt und von ihr nach einigen Wochen dann eine Klinikzusage bekommen. Wenn man ein volles Tertial (4. Monate) in Durban macht, muss man sich vorab um ein Visum kümmern. Die Visaerstellung läuft über die südafrikanische Botschaft in Berlin und braucht einige Monate Vorlauf. Das Visum für uns ist das Study-Visum und die Uni-Bescheinigung für die Behörde habe ich von Anitha bekommen. Die Studiengebühren in Durban waren für 4 Monate ca. 800€.

Klinik & Aufgaben:
Ich war im Addington-Hospital in der Chirurgie, dies ist auch über die LPA Listen in Deutschland anerkannt. Das chirurgischen Team ist nicht besonders groß, dafür bin ich aber sehr herzlich aufgenommen worden. Ein typischer Arbeitstag begann meist um 08:00 mit der Frühbesprechung und danach konnte ich mir aussuchen, ob ich mit auf die Station zur Visite, mit in die Notaufnahme oder mit in den OP wollte. Ich war immer sehr frei, wie ich meinen Tag gestalten wollte und wie lange ich bleiben wollte. Auch konnte ich mir selbst einteilen, ob ich am Wochenende Dienste mitmachen möchte und dafür dann unter der Woche freie Tage nehme. Das Team besteht aus mehreren Consultants, mehreren Medical Officern und routierenden Intern Doctors. Lehre von einem der Consultants gibt es zweimal wöchentlich – Dienstags und Freitags. Die Ärzt*innen sind sehr gut ausgebildet und die Stimmung untereinander und auch mit den Studis ist sehr freundlich und angenehm.
Medizinisch war es auf jeden Fall sehr interessant, die meiste Zeit gibt es auch hier viele Standard-OPs (Hernien, Galle, Appendix, etc.). Gelegentlich kommen Schussverletzungen und Polytraumata, jedoch nicht tagtäglich. Thoraxdrainagen legen in der Regel die Intern Doctors. Bei OPs darf man je nach Bedarf und Einsatz die erste/zweite Assistenz machen. Es ist auch möglich sich ein wenig abzuseilen und in die Notaufnahme zu den Trauma-Doctors zu gehen. Im Addington ist die Surgery (Allgemeinchirurgie) von der Trauma-Notaufnahme getrennt. Man kann aber einfach rübergehen, sich bei den Ärzt*innen on call vorstellen und ich konnte da ein wenig nähen und ein paar On-Call Dienste mitmachen.
Wichtig fürs Addington: Bringt euch ein paar Sets eigene Kasacks mit, die werden nicht gestellt. Auch empfiehlt sich Desinfektionsmittel in kleinen Flaschen für den Kasack und ggf. ein paar extra Sets Handschuhe.
Was mich vor Abreise sehr beschäftigt hat ist das Thema HIV in der Klinik. Grundsätzlich habe ich immer darauf geachtet bei den Blutentnahmen Handschuhe anzuhaben, und nie in der Luft zu recappen. Recapping ist leider im Addington Gang und Gebe, da es zu wenig Spritzenabwurfbehälter gibt. Einem anderen PJler, der mit mir dort war, ist eine Nadelstichverletzung passiert, das ist sehr gut gehandelt worden (sofort PEP, Blutentnahme Indexpatient und Nadelstichverletztem und Nachbetreuung durch die Student Clinic der Universität).

ToDos erster Tag Addington:
Am ersten Tag geht ihr um 08:00-08:30 zu Anitha in die Medical School 4. Stock. Dort macht ihr die Registration und bekommt eure Studi-Ausweise. Hierfür 100Rand in Bar mitbringen und Reisepass nicht vergessen. Anschließend fahrt ihr ins Addington und macht eure Registration beim Staff’s Office im 11. Stock. Hierfür braucht ihr euren Reisepass und eure Zusage von Anitha/der University of KwaZulu Natal ausgedruckt. Anschließend geht ihr zum Sekretariat der Chirurgie (Michelle) im 5. Stock und stellt euch dort vor, sie ruft dann den zuständigen Consultant für euch an. Besorgt euch am ersten Tag auch ein Parking Permit für den PolyPrince Parking. Das wird bei der Security am Mitarbeitereingang ausgestellt, die Erlaubnis dafür gibt es bei Michelle der Sekretärin der Chirurgie.

Leben vor Ort in Durban:
Ich habe meine Zeit in Durban sehr genossen. Die Menschen sind sehr freundlich und offen, die Mentalität ist relaxt und das Wetter (in der Regel) gut. Man hat den Strand und das Meer vor der Tür. Durban gilt als eine der unsichersten Städte Südafrikas, ich hatte aber in den 4 Monaten selten ein unsicheres Gefühl. Ich habe mich an die „Regeln“/Empfehlungen der Einheimischen gehalten: Vorrangig mit dem Auto unterwegs sein und besonders nachts immer von innen verriegeln. Keine Wertgegenstände offensichtlich im Auto liegen haben und keine Taschen/Wertgegenstände offen am Körper tragen, wenn man irgendwo unterwegs ist. Ein eigenes Auto ist sehr sinnvoll, ich habe meins über Check24 bei FirstCarRentals gebucht und kann es sehr weiterempfehlen.

Ich habe im Bluff (Stadtteil im Süden von Durban) gewohnt. Das Haus gehört Christian und Dee (Phone Numbers, einfach per WhatsApp anschreiben; Christian: +27 83 5892894, Dee: +27 73 7027456), sie wohnen selbst ein paar Straßen weiter und vermieten einzelne Zimmer in einem Haus z.B. an Studis unter. Die zwei sind wahnsinnig nett und haben sich sehr lieb um uns gekümmert, uns Tipps gegeben und sind bei Fragen immer ansprechbar gewesen. Auch das Haus ist mega schön, es gibt eine gut ausgestattete Küche, Waschmaschine, großen Garten, Wintergarten und Veranda mit Blick auf den indischen Ozean. Von August bis November ist Walsaison, da kann man mit einem Kaffee von der Veranda aus Wale beobachten.
Im Haus gibt es drei Zimmer, die einzeln untervermietet werden und zusätzlich noch ein großes Esszimmer und Wohnzimmer. Der Preis ist auch mega fair. Zum Addington und King Edward fährt man vom Bluff aus ca. 20-30 Minuten je nach Verkehr.

Was man in Durban sehr gut machen kann ist surfen. Für Anfänger eignet sich insbesondere der Addington Beach, für Fortgeschrittenere der North Beach (in Town) und Ansteys Beach (im Bluff). Gebrauchte Boards kann man gut bei SurfHQ kaufen und dort auch wieder eintauschen/wiederverkaufen wenn man Fortschritte gemacht hat oder Durban wieder verlässt. Surfstunden hatte ich bei Tash und fand sie mega (einfach per WhatsApp schreiben: +27 83 6445243), Tash vermietet auch ein Apartment in Morningside in Durban an Studis.

Lieblingsorte in Durban:
- Doughed nahe der Floride Road (Beste Pizza), vorher reservieren!
- Heidi’s Café am Ansteys Beach
- Shonwgeni Farmers Market (Samstags von 07:00-13:00)
- The Breakfast Room
- The Chairman Bar
- Hash Café (schöner Ausblick über ganz Durban)
- Savior Café
- Beach Café am Ansteys Beach
- Unbedingt Bunny Chao essen
- ToDo: Sharks Spiel im Stadion anschauen!
- BatCentre (Kunstzentrum) am Hafen
- Umshlanga Lighthouse

Schöne Orte zum Besuchen:
- Sodwana Bay zum Tauchen (richtig netter Host: Kaia Eco Lodge bei Carlos).
- Umkomaas & Scottsburg zum Tauchen (wir haben gute Erfahrungen mit Aliwal Shoal Diving & ScubaXcursion als Tauchschulen gemacht)
- Kai Café in Scottsburg (bester Karottenkuchen der ganzen Region!!)
- Hluhluwe Selfdrive Safari
- Drakensberge
- Transkaai (Port St. Johns/Amapondo Backpackers, Port St. Johns Airstrip, Magwa Falls, Coffee Bay)
- Howick: The Captured Site Museum und Valley of thousand hills

Tipps&Tricks:
- Mit einem Visum zahlt man in Südafrika in der Regel den lokalen/ZA-Resident Preis in den Nationalparks, Museen, etc.
- In der Nähe von Durban (ca. 40min Fahrt) gibt es in Umkomaas einen Tauch-Hotspot. In der Off-Season kann man hier relativ günstig einen Open-Water-Tauchschein machen. Die Preise fürs Tauchen steigen je nach Saison sehr stark an, da lohnt es sich vorher zu checken wann in Südafrika Schulferien sind. Uns ist noch der Sardine Run im Juni/Juli empfohlen worden.
- Unbedingt viel Mückenspray einpacken und an ein Moskitonetz fürs Bett denken.
- Im Vorfeld noch um eine Kreditkarte kümmern, bei der man keine internationalen Gebühren bezahlt.
- Malaria-Prophylaxe habe ich nicht genommen, da Durban als Malariafrei gilt.
- Vorab beim Reisemedizinischen-Zentrum eine Beratung & empfohlenen Impfungen machen.
- Simkarte empfiehlt sich direkt am Flughafen zu kaufen.

Fazit: Wenn Du Lust auf ein Outside-the-Box PJ hast, mach es unbedingt! Ich könnte mir auch vorstellen, dass in Durban auch die Innere Medizin grade mit der Infektiologie sehr spannend sein könnte. Viel Spaß :)
Unterricht
2x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Röntgenbesprechung
Botengänge (Nichtärztl.)
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Patienten aufnehmen
Mitoperieren
Braunülen legen
Chirurgische Wundversorgung
Notaufnahme
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Gebühren in EUR
800

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
1
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.33