PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in King Edward Hospital (11/2024 bis 1/2025)
Station(en)
S2A (Team white)
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Mir haben die zwei Monate in Durban sehr gut gefallen und ich habe sehr viel mitgenommen.
Als erstens zum Krankenhaus, welches 2024 in Victoria Mxenge Hospital unbenannt wurde.
Die Chirurgie dort ist in drei Stockwerken auf insgesamt 6 Teams aufgeteilt. Ein Team besteht aus einem Consultant, zwei bis drei Medical Officers/Registrars und zwei bis drei Interns. Je nach Zeitabschnitt sind auch südafrikanische Studenten auf die Teams aufgeteilt. Alle Teams machen das gleiche (d.h. es gibt keine Spezialisierungen) und die Woche ist so aufgeteilt, dass jedes Team in der Woche einen OP Tag, eine Endo-/Koloskopietag, einen Minor Theater Tag, einen Aufnahmetag und einen SOPD (surgical outpatient Department) Tag hat. Alle 6 Tage hat man dann Dienst (24h), an welchem das Team alle Patienten aus der Notaufnahme aufnimmt. Hier kann man mitmachen, wenn man will, es erwartet aber keiner von einem. Ich fande es mal ganz spannend zu sehen, wie der Dienst abläuft und außerdem hat man dabei sein Team nochmal besser kennengelernt.
Ich als PJler habe den Interns auf Station geholfen, Blut abgenommen und viel klinisch untersucht. Man durfte sich im OP mit einwaschen und ein bisschen assistieren. Die Ärzte sind gut ausgebildet, allerdings sind die Standards nicht mit Deutschland zu vergleichen.
Ich bin oft, wenn auf Station wenig los war in die Notaufnahme gegangen, wo man eigene Patienten aufnehmen konnte. Dort durfte man auch nähen. Viel praktisch machen musste man nicht, man konnte sich allerdings einbringen, wenn man wollte. In den Notaufnahem hat man auch viele Patienten mit Stich- und soagr Schusswunden gesehen. Ansonsten gab es viele Patienten mit den klassischen Krankheitsbildern wie Appendizitis, Cholzystitis, Ileus und Ikterus.
Der Consultant von Team white (Mr. Allopi) war extrem nett und hat regelmäßig Teaching gemacht, wobei er bestimmte Krankehitsbilder vorgestellt hat. Im Allgemeinen waren alle Ärzte sehr freundlich und der Umgangston war angenehm. Mir haben insbesondere die flachen Hierachien gefallen.
Zum Thema Anwesenheit. Ich war relativ regelmäßig im Krankenhaus, auch einfach weil ich viel sehen und mitnehmen wollte. Wenn man den Ärzten dort bescheid sagt, ist es aber auch kein Problem mal mehrere Tage zu fehlen. Auch die Arbeitszeiten waren extrem entspannt, da die Ärzte zum teil auch schon um 12 nach Hause gegangen sind.
Durban an und für sich ist keine wirklich schöne Stadt, es gibt aber tolle Ecken, wie die Florida Road. In Umshlanga ist es sehr europäisch. Ich habe mit Freundinnen in Bluff gewohnt. Die Gegend ist sicher aber es gibt dort nicht wirklich etwas. Der Weg in die Klinik war mit dem Auto etwa 15-20 Minuten.
Wir waren sehr oft am Addigton Beach vor der Arbeit surfen (Anfängerfreundlich) . Die Athmosphäre ist dort in der früh wunderschön! Die Wochenenden haben wir mit Kurztrips gefüllt. Durban liegt hierfür sehr gut. Man ist in 3h in den Drakensbergen, wo man wandern kann. Im Hluhluwe-National Park (ca. 2-3h) kann man die Big five sehen und St. Lucia ist ein totaler Touriort. An der South Coast gibt es Surf- und Yogacamps. Mir hat hier Scottsburgh besonders gut gefallen. Man ist in einer Stunde in Ballito, einem schönen Ort mit tollem Strand. Auch Sodwanna Bay zum Tauchen und Schnorcheln ist mit 4h noch in der Nähe.
Alles in allem würde ich hier wieder mein PJ tertial machen. Insbesondere das Surfen hat den Aufenthalt in der Stadt extrem verbessert, man findet aber auch ohne das viele coole Aktivitäten, die man dort ausüben kann. Man muss definitiv immer den Sicherheitsaspekt im Blick behalten. Es gibt Gegenden in die man nicht hin sollte und bei Nacht wird es einem empholen zuhause zu sein/bleiben. Man hört von allen mit denen man sich unterhält Storys von Überfällen, etc. Uns ist in der Zeit zum Glück nichts passiert und wenn man sich an die Regeln hält und aufpasst ist, ist die Wahrscheinlichekit auch gering.
Man braucht vor Ort ein Auto. Es gibt zwar Uber, aber man ist schon sehr abhängig davon und ich finde, dass das auf Dauer auch sehr teuer ist.
Bewerbung
ich habe mich etwa ein halbes Jahr im voraus bei Anitha Pillay ([email protected]) beworben. Das reicht zeitlich auch aus, man sollte sich aber auf verspätete Antworten einstellen