OP, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Man rotiert über die verschiedenen Stationen Urologie, Allgemein-, Gefäss- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie/Orthopädie und Notfallstation. Die dauer der jeweiligen Rotationen ist von PJ-Student zu PJ-Student unterschiedlich.
Ich habe mit 3 Wochen Notfallstation gestartet. Diese ist interdisziplinär, man sieht also sowohl chirurgische als auch internistische Notfälle, und war wirklich gut organisiert. Hier hatte man viel Gelegenheit, Patienten zu untersuchen, Berichte zu schreiben, die ein oder andere Punktion (Aszites/Pleura auf aktives Nachfragen) selber zu machen. Es gibt verschiedene Dienst (Früh-, Zwischen-, Spät- und Nachtdienst) und idR. kommt man pünktlch raus.Während meiner Rotation war das Team auch wirklich toll, die meisten haben sich sehr bemüht einem viel beizubringen und zu zeigen, jedoch ist der "Durchlauf" an Personal recht hoch, da die Assistenten immer für ca. 6 Monate rotieren.
Danach ging es für mich 2 Wochen auf die Urologie. Auf Station geht man morgens bei der Visite mit, schreibt anschliessend die Verläufe und bereitet den Rapport vor. Auch hier war das Team super nett und sehr bemüht uns PJler zu integrieren, jedoch waren wir während meiner Rotation 4 PJ Studenten gleichzeitig und es gibt eigentlich nur Arbeit für 1-2, sodass man eigentlich häufig nichts zu tun hatte. Man konnte aber trotzdem immer in die Sprechstunde mitgehen und hier auch den ein oder anderen Patienten selber untersuchen und schallen, im OP zuschauen (viel DaVinci, eigentlich spannend, aber hier kann man als Student nicht viel beitragen) oder im Uro-Ambulatorium bei DJ-Katheter Einlagen und ähnlichem dabei sein, das meiste war aber eher passiv, das fand ich etwas schade.
Meine anschliessende 6-wöchige Rotation auf die Viszeral- und Gefässchirurgie hat mir wirklich gut gefallen. Die Integration ins Team hat toll funktioniert und die Assistenzärzte haben sich wirklich Mühe gegeben einem Sachen zu zeigen/zu erklären. Auch hier geht es morgens nach dem Rapport entweder auf Station zur Visite wo man während der Visite Patienten untersuchen und Verläufe schreiben kann, sowie den ein oder anderen Austrittsbericht erstellen. Dann ist es Aufgabe der PJler, die Eintritte für den nächsten Tag vorzubereiten, Kurven und Verläufe anzulegen, Medikamentenlisten zu erstellen und ggf. Vorbefunde vom Hausarzt anzufordern sofern noch nicht vorliegend und jeweils die Eintritte für den nächsten Tag im Nachmittagsrapport vorzustellen. Im OP ist man insgesamt seltener als ich gehofft hatte (ich war aber auch über die Weihnachtsfeiertage in der Viszi, hier war das OP-Programm auch eher eingeschränkt), aber auch hier ist das Programm recht vielseitig und man kann idR. am Ende immer zunähen wenn man fragt. Meistens ist man als 2. Assistenz eingeplant, selten auch mal als 1. z.B. bei Cholezystektomien. Da es relativ viele Assistenten auf "wenige" OPs gab, waren diese häufig auch selber im OP und man hat uns nicht gebraucht. Einmal pro Woche gibt es für die Assistenten einen Journal Club mittags wo aktuelle Paper und chirurgische Behandlungsschemata besprochen werden und einmal gibt es morgens nach dem Rapport Fortbildung mit Vorträgen zu verschiedenen chirurgischen Themen in Kooperation mit der USZ und anderen Kliniken, teilweise auch mit Referenten aus Deutschland. Wenn Interesse besteht, kann man auch am Tumorboard teilnehmen. Während meiner Zeit gab es auch Simulationen von Dexter (ein OP-Roboter), an denen wir Studierende auch teilnehmen und die Roboter testen konnten. Spezifisch für die Unterassistenten gibt es aber kein Unterricht. Und auch hier kann man wieder in die Sprechstunde mitgehen wenn man möchte.
Als letzte Rotation war ich 4 Wochen auf der Unfallchirurgie/Orthopädie. Hier ist man viel im OP. Die OP-Assistenz ist eigentlich Hauptaufgabe der PJler, wenn man noch Zeit hat, soll man Diagnosenlisten und Kurven für die eintretenden Patienten anlegen, abgesehen davon hatte ich das Gefühl, man interessiert sich nicht besonders für uns. Im OP war man leider auch sehr häufig die 2. Assistenz bei Hüft-TPs, wo man einfach wenig sieht und selber machen kann. Auf Nachfrage hin (ohne passiert hier relativ wenig) wurde aber im OP auch viel erklärt und man konnte am Ende meistens zunähen. An Tagen, wo man nicht im OP eingeteilt war konnte man auf Visite mitgehen, hier haben manche der Assistenten auch viel erklärt. Sprechstunden gab es auch jeden Tag, an denen man teilnehmen konnte oder man konnte im Gipszimmer mit dazu.
Generell hat es mit im KSB wirklich gut gefallen, die Teams waren alle sehr nett. Man musste zwar "Teaching" aktiv einfordern, aber auf Nachfrage haben sich viele dann sehr bemüht, einem etwas beizubringen.
Man war idR im Team gemeinsam Mittagessen und auch ab und an Kaffee trinken, das fand ich persönlich sehr schön, da man Gelegenheit hatte, alle kennenzulernen. So gegen 16 Uhr konnte man dann meistens gehen, selten war man noch im OP.
Ansonsten hatte man ca. 3-5 Tage Pikettdienst (meistens 1 Wochenende und noch 2-3 Tage unter der Woche), hier wurde man aber nicht häufig gerufen. Der Pikett wird auch extra vergütet (nicht besonders viel aber immerhin).
Das Wohnheim war direkt unterirdisch mit der Klinik verbunden und man ist in 5 min auf jeder Station, das fand ich persönlich super praktisch. Für 470 CHF im Monat bekommt man hier eine möblierte Einzimmerwohnung und bei Bedarf kann für 70 CHF ein Parkplatz dazugemietet werden.
Die Anmeldung war super einfach, die Personalabteilung des KSB hat hier alles organisiert, was man (für die 4 Monate, gilt nicht für länger) braucht. Eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung beantragt die Klinik, für die 4 Monate muss man sich nicht als Wohnhaft melden und eine deutsche Krankenversicherung mit Abdeckung in der Schweiz reicht auch aus.
Die Klinik liegt etwas ausserhalb von Baden, das fand ich etwas ungeschickt, weil es in Dättwil selbst nicht besonders viel zu sehen gibt.
In 30-60 min Fahr ist man sowohl in Zürich als auch in den Bergen, bei gutem Wetter hat man aus der Klinik auch eine sehr schöne Aussicht mit Bergpanorama.
Besonders empfehlenswert war auch die Therme 47 in Baden, wo man als KSB Mitarbeiten 50% Rabatt auf den Abendtarif bekommt, das haben wir häufig ausgenutzt.
Mittagessen und Kaffee bekommt man zwar als Mitarbeiter günstiger, 8-12 CHF zahlt man jedoch trotzdem für ein Essen.
Alles in allem kann ich das PJ-Tertial hier auf jeden Fall empfehlen, die Klinik gibt sich wirklich Mühe, den PJlern viel zu bieten.