PJ-Tertial Plastische Chirurgie in Royal Victoria Infirmary (1/2025 bis 3/2025)

Station(en)
Ward 39, Ward 37
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, OP, Notaufnahme
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Ich habe das Pflichttertial Chirurgie gesplittet. Acht Wochen davon habe ich in der Plastischen Chirurgie am Royal Victoria Infirmary in Newcastle upon Tyne verbracht.

Ich kann diesen Auslandsaufenthalt nur für die Leute weiterempfehlen, die aus Deutschland nochmal rauskommen, Ihre Englischkenntnisse ein wenig verbessern, das breite Feld der Plastischen Chirurgie und das Land und Kultur in seiner Freizeit kennenlernen möchten. Für PJler, die im PJ von morgens bis abends action und Betreuung benötigen, ist dieser Aufenthalt nicht geeiget. Ebenso für PJler, die vieles selbstständig eigenverantwortlich abarbeiten möchten.

Ich bin jeweils zwei Wochen in verschiedene Unterabteilungen der Plastischen Chirurgie rotiert. Je nach Oberarzt sieht man doch unterschiedliche Sachen: Handchirurgie, Hautchirurgie, Kopf-/Halschirurgie, Sarkom, allgemeine plastische Chirurgie, Brustrekonstruktion, Verbrennungschirurgie.

Die ersten zwei Wochen unter der Betreuung von Mr Rannan-Eliya (auch Mr Coutinho) waren gut zum Reinkommen. Kleine Handfälle in der Notaufnahme und OP. Außerdem kongenitale Fehlbildungen bei Kleinkindern. Er hat zudem auch oft Melanom-Patienten operiert. Mr Rannan-Eliya erklärt viel und gerne. Sehr nett und empfehlenswert.

In Woche drei und vier war ich bei Mr Ahmed und Kollegen im Head and Neck Team. Auch Fazialisparesen etc. Sehr interessant, erklärt auf Nachfrage auch gerne.

Woche fünf und sechs bei Mr Varma und Mr Lewis in der Verbrennungschirurgie. Mr Varma sehr nett. Erklärt gerne viel und ausführlich. Lässt die Assistenten auch mehr im OP machen.

Woche sieben und acht bei M Collis bei Brustrekonstruktionen. Erklärt nicht so viel, teilweise repetitive OPs.

Das Royal Victoria Infirmary stellt in der Plastischen Chirurgie ein großes Zentrum im Nordwesten Englands dar. Dementsprechend seltene Fälle (ich denke da an Sarkome, Verbrennungen, kongenitale Fehlbildungen etc) sieht man hier. Ein aus meiner Sicht durchaus modernes KH, unterscheidet sich in vielen Aspekten nicht stark von Deutschland. Alle Ärzte in der Plastischen Chirurgie sind sehr nett und nehmen einen immer gerne mit in den OP, Sprechstunde oder Ähnliches, wenn man sich zuvor vorstellt und fragt, ob man sie den Tag über begleiten kann. Ich hatte keine festen Aufgaben wie Blut abnehmen etc und hab die Stationsarbeit fast gar nicht gesehen, sondern immer die Fachärzte begleitet. Ab dem Moment, wo man nicht mehr bei seinem Supervisor unterwegs ist und durch die Abteilungen rotiert, konnte ich meine Zeit komplett frei einteilen. Es hat keinen gestört, wenn ich mal einen Tag nicht da war. Allerdings habe ich von anderen PJlern aus anderen Abteilungen zeitgleich mitbekommen, dass von diesen durchaus erwartet wurde, jeden Tag von morgens bis abends vor Ort zu sein. Ist also ziemlich Betreuuer abhängig, wie sehr man gebunden ist.

Fast ausnahmslos alle Schwestern im OP / Station oder Notaufnahme haben sich gerne ein bisschen um mich mitgekümmert und mir auf Nachfrage auch immer gesagt, wann wieder etwas interessantes im OP kommt. Wurde hier nie dumm angemacht. Überall nur immer nett vorstellen und nachfragen, dann nehmen sie einen gerne auch an die Hand - gerade wenn sie merken, dass man keinen Plan hat, weil man aus dem Ausland kommt. Bin oft morgens gegen 9 / 9.30 Uhr in den OP gekommen und habe da den ganzen Tage verbracht. Je nachdem, was es gab, bin ich bis 15 oder auch mal bis 18 Uhr geblieben. Keine Wochenenddienste. Kein "Erkaufen" freier Tage durch extra Arbeit. Einfach selbst organisieren.

Newcastle an sich ist eine ganz nette Stadt. Hat keine außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten. Ist dafür aber authentisch. Alle Menschenn hier sind offen und eher herzlich.

Insgesamt kann ich es für acht Wochen sehr empfehlen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass 16 Wochen etwas langatmig sein könnten. Nicht für Menschen geeignet, die es gewöhnt waren, in Deutschland quasi ganze Stationen alleine zu schmeißen. Das wird in Newcastle in der Plastischen Chirurgie nicht möglich sein. Dafür sieht man sehr viel, kann sich darüber immer offen und ehrlich mit den Ärzten abstrakt austauschen und kann je nach Erfahrungsstand und Bindung zum Arzt mehr oder weniger im OP machen. Von anderen PJlern habe ich aus anderen Abteilungen gehört, dass diese auf eigenen Wunsch in die Forschungsgruppen der Ärzte eingegliedert wurden und auch kleinere Sachen dort publiziert haben.

Empfehlung für Unterkunft: Staff accomodation der University Newcastle (https://www.ncl.ac.uk/accommodation/university/staff-and-visitors/)
Bewerbung
Ich habe 1 Jahr im Voraus Mr Rannan-Eliya angeschrieben. Email muss über die Sekretärin erfragt werden. Dieser schickt einem eine Bestätigung, dass er der Supervisor ist. Damit bewirbt man sich nochmal beim Dekanat der medizinischen Fakuktät. Dort dann versch. Unterlagen einreichen. Einmalige Verwaltungsgebühr von 210 Pfund bezahlen.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Fallbesprechung
Bildgebung
Nahtkurs
Tätigkeiten
Notaufnahme
Mitoperieren
Patienten aufnehmen
Röntgenbesprechung
Patienten untersuchen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Frei verfügbar
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Gebühren in EUR
210 Pfund für insgesamt 8 Wochen

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
2
Unterricht
1
Betreuung
2
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
2

Durchschnitt 1.6