PJ-Tertial Neurologie in Universitaetsklinikum Giessen (3/2024 bis 6/2024)

Station(en)
Normalstation, Intensivstation, Stroke-Unit, Notaufnahme, Ambulanz
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station, Notaufnahme
Heimatuni
Giessen
Kommentar
Das Neuro-Team der Uni Gießen ist unglaublich freundlich und freut sich sehr über PJlerInnen.

Man rotiert jeweils einen Monat auf Intensiv, Stroke, Normalstation, 2 Wochen in die ZNA und 2 Wochen in die Ambulanz.

Ein normaler Arbeitstag geht um 08:00 los, die Assistenten kommen schon früher und bereiten die Röntgen-Besprechung um 8:30 vor. Als PJlerIn erledigt man in der Zwischenzeit ggf. ein paar anfallende BEs oder Viggos (nur auf Stroke und Normalstation). Es gibt zwar keinen Blutentnahme-Dienst, die BEs sind aber überschaubar, vor allem nachdem man das Innere-Tertial hinter sich hat ;)
In der Röntgenbesprechung werden die CTs, MRTs etc. des vorherigen Tages und der letzten Nacht besprochen. Zusammen mit der Neuroradiologie wird bei komplexen Patientenfällen auch mal diskutiert oder der weitere Behandlungsverlauf geplant, was sehr interessant ist.
Auf Normalstation wie auch auf Stroke läuft man dann auf Visite (Chefvisite einmal pro Woche) mit, kann ggf. Patienten aufnehmen, organisatorische Dinge erledigen, bei Briefen mitschreiben und Lumbalpunktionen durchführen. Auf der Stroke kann man am Vormittag auch an der Besprechung mit den LogopädInnen, Physios etc. teilnehmen.
Auf der Intensivstation (7:30-15:00) nimmt man nicht an der Röntgenbesprechung teil, sondern bereitet die Patienten für die oberärztliche Visite vor. Da die Intensivstation neurologisch und neurochirurgisch geführt ist, gibt es einige neurologische Patienten und die Assistenten führen die gesamte ärztliche Versorgung (inkls. Intubationen, Tracheotomien, Bronchoskopien, Sheldon-Katheter-Anlage etc.) selbst durch.
Auf der Intensivstation durfte ich auch als PJlerin uA. eine Arterie legen, eine Bronchoskopie machen und Patienten vorstellen.
In der Ambulanz wurden mir ENG sowie EMG geduldig beigebracht, sowie auch einmal Muskel- und Nervenultraschall. Dort hat man durch die ambulanten Patienten auch die Gelegenheit, seine Untersuchungsskills zu verbessern und Anamnesen zu üben.
In der neurologischen ZNA begleitet man PatientInnen mit ins CT, bekommt hautnah die Stroke-Versorgung mit, und hat auch die Möglichkeit einen Einblick bei Thrombektomien in der Radiologie zu bekommen . Ansonsten kommen die üblichen Verdächtigen wie Facialisparese, MS-Schub, Schwindel (BPLS) etc. vor. Die Notaufnahme ist offiziell interdisziplinär und die Triage wird von pflegerischer Seite vorgenommen, weshalb man viele verschiedene Krankeitsbilder zu sehen bekommt und auch psychiatrische Patienten erlebt.
Was mir immer sehr gut gefallen hat, ist, dass man oft mittags gemeinsam mit den AssistenzärztInnen isst, bzw. immer die Möglichkeit hat eine Mittagspause zu machen.
Jeden Mittwoch gab es Studentenunterricht durch die OberärztInnen, es wurde auch immer gewartet, dass alle Neuro-PJlerInnen da sind (meist 2-4) , und der Unterricht war sehr informativ und praktisch für das M3.
Ein weiteres Highlight war definitiv der Journal Club jeden Donnerstag, bei dem vom ärztlichen Personal ein 15-Min-Vortrag gehalten wird und es für alle Pizza gibt (das gesamte Team ist eingeladen)!

Ich kann das Neurologie-Tertial jedem nur wärmstens empfehlen, auch wenn man noch keine Famu in der Neurologie hat oder sich für zu dumm hält.
(Side note: Ich selber habe dort eine Famu vorher absolviert, und durfte dort auch schon vieles selbst machen und lernen, also auch für Famus sehr geeignet!)
Das ganze Team ist total nett, zugänglich und lustig, man darf vieles alleine machen, und auch die OberärztInnen sind sehr cool drauf. Es herrscht eig. immer eine gute Stimmung. Ich habe oft gemerkt, dass sich sehr bemüht wurde, mir etwas zu zeigen oder zu erklären, selbst in stressigen Momenten, was ich jedem sehr hoch anrechne. Die Famulatur und das Tertial haben dazu geführt, dass ich mich für die Neurologie als Weiterbildung entschieden habe. Gerne hätte ich dort meine erste Stelle angefangen, wenn ich in Hessen geblieben wäre.
Bewerbung
ganz unproblematisch über das PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Braunülen legen
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
Punktionen
Blut abnehmen
Röntgenbesprechung
Rehas anmelden
Notaufnahme
Poliklinik
Patienten aufnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Essen frei / billiger
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
450

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.07