PJ-Tertial Chirurgie in Kreiskrankenhaus Bergstrasse (11/2024 bis 3/2025)

Station(en)
7,11,12
Einsatzbereiche
OP, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme
Heimatuni
Saarbruecken
Kommentar
Ich entschuldige mich im Vorhinein schonmal für den sehr ausführlichen Bericht ^^
Chirurgie war mein erstes Tertial, dementsprechend hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch keinen Vergleich mit anderen Krankenhäusern/ den Bedingungen für Pjlern dort.
Das Krankenhaus selbst ist relativ klein und ziemlich in die Jahre gekommen. Die PJ-Verantwortliche Frau Häusler ist sehr nett, und mit ihr kann man immer sprechen, wenn es ein Problem gibt, oder man Dienste/freie Tage/die Rotationen organisieren muss. An Ausstattung bekommt man Kleidung, ein eigenes Telefon, Schlüssel und eine Parkkarte (Parken kostet 15 cent die Stunde), einen eigenen Zugang zu den Computern und dem Intranet. Ein richtiges Pj-Zimmer gibt es nicht, aber die PJler haben einen Raum, wo man sich umziehen kann. Dienste kann man entweder unter der Woche machen von 16-22 Uhr und bekommt dafür 50 Euro extra und den nächsten Tag frei. Oder am Wochenende von 9-18 Uhr, bekommt 100 Euro extra und einen beliebigen Tag in der Woche darauf frei. Man muss keine Dienste machen, sollte sich aber untereinander in der Abteilung absprechen, da selten mehr als 1 Pjler in der Notaufnahme gebraucht wird. Essen ist für Pjler kostenlos und für ein Krankenhaus relativ gut (Dienstag ist Schnitzeltag- beste! ) . Es gibt einen Studientag, dabei kann man sich alle 2 Wochen einen ganzen oder jede Woche einen halben Studientag nehmen.
PJ-Unterricht findet jeden Dienstag regelmäßig statt, dieser ist auch meistens sehr gut.
Unfallchirurgie war meine erste Rotation.
Erstmal etwas zum Ablauf - es beginnt jeden Tag um 7.30 Uhr, entweder mit der Frühbesprechung oder mit Blutentnahmen und dann Besprechung um 8. Danach wird Visite gemacht, es wird gerne gesehen, wenn man auch dabei ist, vorallem Dienstag bei der Oberarzt- und Donnerstag bei der Chefvisite. Danach macht man Blutentnahmen und geht dann meistens in den OP. Sonst kann man auch immer in die Notaufnahme oder in die Sprechstunde gehen oder auf Station mithelfen.
Auf Station selbst kann man nicht ganz so viel machen, vorallem Wundversorgung. Arztbriefe und Anordnungen schreiben die Assistenzärzte.
Im OP ist man vorallem anfangs nur Hakenhalter, wenn man aber Interesse zeigt, darf man auch Nähen/Knoten oder bekommt gezeigt, wie man etwas röngt.
Mir hat persönlich die Arbeit in der Notaufnahme am besten gefallen. Dort durfte man auch eigene Patienten betreuen, unter Anleitung und selbstständig untersuchen, Behandlungsvorschläge machen, Gipse anlegen, Nähen und Röntgenbilder befunden und Arztbriefe schreiben.
Noch kurz etwas zum Team. Das Team besteht zum Großteil aus Männern (klassisch Orthopädie halt ^^). Die Assistenzärzte sind alle eigentlich mega mega nett, erklären super viel und beantworten auch sehr gerne Fragen. Auch das Klima unter den Assistenten ist total locker. Die Oberärzte und der Chef sind auch sehr nett, aber sie sagen auch direkt, wenn jemand etwas falsch gemacht hat. Dabei kann der Ton auch mal etwas rauer werden. Ansich sind sie aber immer darauf bedacht, dass man selbst und auch die Assistenzärzte etwas lernt, stellen auch Fragen und erklären selbst viel. Als damals einzige weibliche PJlerin im Team durfte ich mir auch ab und zu "witzige" Sprüche anhören, diese waren aber nie böse gemeint, halt aber auch selten richtig witzig.
Insgesamt fand ich diese Rotation als Einstieg ins PJ und für das Erlernen chirurgischer Basics genau richtig und ich muss sagen, obwohl ich vorher nie in Erwägung gezogen habe, Ortho/UCH zu machen, habe ich mein Herz doch vielleicht ein bisschen an das Team und die Fachrichtung verloren . (Note 1,5)

Danach war ich in der Allgemein-/Viszeralchirurgie. Auch dort ist der Ablauf ähnlich dem der UCH. Jedoch gibt es meistens noch mehr Blutentnahmen und mehr Stationsarbeit (aber auch eine PA die dabei unterstützt). So kann man auch VAC- oder Stomawechsel unter Anleitung machen und ab und zu Arztbriefe schreiben. Im OP wird man auch oft benötigt. Je nachdem mit wem man operiert, ist der Lerneffekt größer oder kleiner. Nähen darf man aber meistens.
Auch in der Notaufnahme durfte ich ab und zu , vorallem aber auf Eigeninitiative hin, Patienten betreuen, untersuchen, sonografieren und Arztbriefe schreiben. Da aber wesentlich mehr unfallchirurgische Patienten als allgemeinchirurgische in die Notaufnahme kommen, gab es auch Tage, an denen ich keinen einzigen Pat dort gesehen habe.
Wenn man mit dem OP fertig war, musste man noch OP-Vorbereitung für den nächsten Tag machen. Diese wurde zwar angepriesen, einen großen Lerneffekt zu haben, aber da man die Patienten oft selbst nicht einmal gesehen hatte, und man für die Besprechung auch nur die wichtigsten Dinge wissen muss, war diese Vorbereitung irgendwann sehr repetetiv und nicht sonderlich lehrreich.
Zu dem Team- die Assistenz- und Fachärzte sind ansich alle super nett und erklären auch viel. Untereinander verstehen sich nicht alle gut, das merkt man leider auch manchmal. Die Oberärzte sind teilweise auch etwas ... besonders, ansich aber auch nett. Über den Studientag muss man oft verhandeln, vorallem, wenn an diesem Tag viele OPs sind. Wenn man aber zu zweit als PJ in der Abteilung ist, stellt das kein so großes Problem dar,
Es gab jedoch eine Sache, die mich tatsächlich vorallem gegen Ende der Rotation ziemlich gestört hat. Ich habe immer versucht Eigeninitiative zu zeigen und auch aktiv nachgefragt, ob ich Tätigkeiten selber machen darf. Dies wurde dann entweder abgelehnt, oder von den Ärzten unterbrochen, weil davon ausgegangen wurde, ich könne es nicht (selbst wenn, dann will ichs ja lernen lol) oder eben nicht so schnell war (die Assistenzärzte sind oft im Zeitstress) . Wenn ich dann aber doch einfach selbst z.B. ein Abdomensono gemacht habe, war man sehr erstaunt, dass ich das schon kann. Gleichzeitig wurde aber immer wieder betont, wie groß mein Lerneffekt doch in ihrer Abteilung ist(war es wirklich nicht).
Alles in allem, auch wenn die Assistenzärzte nett waren, hat mich diese Rotation jetzt nicht sonderlich abgeholt. (Note 3)
Die letzte (und kürzeste) Rotation war die Gefäßchirurgie.
Dadurch, dass es das kleinste Team unter den Chirurgen ist, ist die Patientenanzahl und damit der Arbeitsaufwand nicht sonderlich hoch . Es gibt keine Morgenbesprechung, Visite ist so ca 7.40 Uhr. Dabei hilft man bei der Wundversorgung und -dokumentation und macht auch einzelne Blutentnahmen. Dann kann man in den OP gehen. Dort bekommt man zwar immer etwas erklärt, aber vorallem bei Angios, die sehr oft durchgeführt werden, kann man nicht mit am Tisch stehen. Bei Amputationen oder Venenstripping darf man besonders viel auch selbst machen, nähen darf man eigentlich immer. Wenn keine Op ist, kann man in die Sprechstunde mitgehen, dort kann man ABIs oder Gefäßsonografie selbstständig durchführen, oder ab und zu in der Notaufnahme Patienten mit anschauen.
Dadurch, dass es nicht so viele Patienten gibt, ist jedoch auch oft Leerlauf. Dann kann man in der Notaufnahme den anderen Fachrichtungen helfen oder einfach für sich selbst etwas lernen. Dabei wichtig, immer beschäftigt aussehen! Rumgammeln wird nicht ganz so gerne gesehen. Nachmittags gibt es meistens eine Besprechung, in der auch CTs besprochen und erklärt werden. Wenn man aber mal vor der Besprechung gehen muss, ist das kein Problem.
Das Team ist super familiär und witzig, alle sind per du und man fühlt sich direkt von Anfang an super integriert. Man merkt, dass sie einem etwas beibringen und ihr Fach näher bringen wollen. (Note 1,5)
Alles in allem kann ich das Tertial am KKH weiterempfehlen. Man kann hier auf jeden Fall die chirurgischen Basics erlernen, aber mit genug Eigeninitiative ,Motivation und Interesse kann man richtig was mitnehmen.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Repetitorien
Sonst. Fortbildung
Prüfungsvorbereitung
Nahtkurs
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Botengänge (Nichtärztl.)
Mitoperieren
Röntgenbesprechung
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
Blut abnehmen
Notaufnahme
Chirurgische Wundversorgung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Kleidung gestellt
Mittagessen regelmässig möglich
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Gehalt in EUR
500

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
2
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2