PJ-Tertial Orthopädie in Royal Victoria Infirmary (11/2024 bis 1/2025)

Station(en)
Unfallchirurgie/Orthopädie/Wirbelsäulenchirurgie
Heimatuni
Hamburg
Kommentar

Bewerbung und Vorbereitung:
 Sechs Monate vor Beginn meines Praktischen Jahres (PJ) bewarb ich mich an der University of Newcastle bei Frau Emma Major. Nach meiner Bewerbung erhielt ich von ihr eine Liste potenzieller Supervisoren, bei denen ich mich für einen PJ-Platz bewerben konnte. Erfreulicherweise erhielt ich mehrere Zusagen und entschied mich schließlich für Mr. Andrew Bowey als meinen Supervisor. Für die Immatrikulation und Bearbeitungsgebühren zahlte ich £210 an die Universität. Als deutscher Staatsbürger benötigte ich kein Visum; jedoch waren eine Haftpflichtversicherung, ein Führungszeugnis und ein Lebenslauf erforderlich.

Unterkunft: 
Über die Universität hatte ich die Möglichkeit, ein Zimmer zu mieten. Die Unterbringung erfolgte in Wohngemeinschaften mit gemeinschaftlicher Nutzung von Küche und Badezimmer. Allerdings waren die Kosten mit etwa £850 pro Monat recht hoch.

Erster Tag und allgemeine Abläufe:
Der erste Tag begann entspannt mit einer Informationsveranstaltung, bei der wir unsere Zugangsdaten und Klinikausweise erhielten. Anschließend hatten wir frei, und ich nutzte die Zeit, um meine Station zu erkunden, die Umkleideräume zu finden und mich generell in der Klinik zurechtzufinden.

Dresscode:
 In der Ambulanz galt der Dresscode "Business Smart". Auf Station konnte man entweder diesen Dresscode einhalten oder die in den Umkleidekabinen verfügbaren Scrubs tragen.

Tätigkeiten und Erfahrungen:
Während meines PJ begleitete ich Mr. Bowey regelmäßig bei seinen Operationen. Sein Schwerpunkt lag auf Skoliose-Korrekturen bei Kindern und Erwachsenen. Zudem führte er diverse Eingriffe in der pädiatrischen und erwachsenen Orthopädie durch, mit besonderem Fokus auf die Wirbelsäule. Etwa zwei- bis dreimal pro Woche nahm ich an seinen Sprechstunden teil, die entweder für pädiatrische oder erwachsene Patienten vorgesehen waren. Diese Sitzungen waren besonders lehrreich, da er sich die Zeit nahm, mir vieles zu erklären, und es spannend war, ihm bei der Arbeit zuzusehen.
Einmal pro Woche, freitags, fand eine multidisziplinäre Teambesprechung (MDT) statt, bei der alle Fälle interdisziplinär diskutiert wurden. Diese Besprechungen ermöglichten einen intensiven Austausch zwischen den verschiedenen Fachrichtungen und boten tiefe Einblicke in die Entscheidungsprozesse.
Leider bot die Ambulanz wenig Gelegenheit, Patienten eigenständig zu untersuchen. Auf Station ergab sich diese Möglichkeit häufiger. Die Stationsarbeit empfand ich jedoch als eher monoton, da es kaum Aufgaben gab und Blutentnahmen vom Pflegepersonal übernommen wurden. In Zeiten ohne spezifische Aufgaben hatte ich die Möglichkeit, andere Operationen zu beobachten. Bei entsprechender Nachfrage durfte ich auch assistieren. Allerdings war es oft schwierig, selbst zu nähen, da viele Assistenzärzte ebenfalls diese Aufgaben übernehmen wollten.
Ich hatte auch die Gelegenheit, die Traumatologie und die Notaufnahme kennenzulernen. Zudem war es problemlos möglich, in andere Bereiche zu rotieren. Mit Zustimmung von Mr. Bowey konnte ich beispielsweise eine Woche in der Kinderchirurgie verbringen, nachdem ich Frau Lane kontaktiert hatte. Zusätzlich hatte ich die Möglichkeit, das Freeman Hospital zu besuchen, um an onkologischen Besprechungen zu benignen und malignen Knochentumoren teilzunehmen.

Fazit: 
Insgesamt war die Zeit in England für mich sehr bereichernd. Ich konnte zahlreiche pädiatrische und erwachsene Krankheitsbilder im Bereich der Unfallchirurgie und Orthopädie kennenlernen. Allerdings hätte ich mir gewünscht, praktisch mehr tätig zu sein. Es ist wichtig zu bedenken, dass das Medizinstudium in England fünf Jahre dauert und das erste Jahr als Assistenzarzt, bekannt als "Foundation Year", folgt. Daher sind die Rollen und Verantwortlichkeiten unterschiedlich definiert. Einige Ärzte erwähnten, dass deutsche Medizinstudierende oft gut vorbereitet sind; dennoch musste ich sie gelegentlich daran erinnern, dass ich als PJ-Student bereits über fortgeschrittene klinische Erfahrungen verfüge. Trotz dieser Unterschiede war es eine großartige Zeit, in der ich viel gelernt und neue Kontakte geknüpft habe. Direkt nach dem M2-Examen war dies ein entspannter Einstieg.
Bewerbung
6 Monate Vorlaufzeit
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Bildgebung
Patientenvorstellung
Fallbesprechung
Tätigkeiten
Chirurgische Wundversorgung
Mitoperieren
Notaufnahme
Patienten untersuchen
Röntgenbesprechung
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Gebühren in EUR
210 Pfund

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.13