Man wird seit Tag 1 gut eingearbeitet und freundlich ins Team aufgenommen. Die Urologie hat 2 Stationen (11 und 12). Es gibt normalerweise 2 PJler pro Station, wo man zusammen mit 1-2 urologischen Fachärzt*innen arbeitet. Allerdings arbeiten die Arzt*innen von beiden Stationen jeden Tag zusammen in einem ambulanten Arztzimmer, wo alle meiste Zeit sich unterhalten können, was ich sehr offen und freundlich fand. Man kann immer jeden mit Fragen ansprechen.
Es gibt sehr viele Gelegenheiten zum Mitmachen/Ausprobieren von ärztlichen Tätigkeiten, vor allem wenn man sich für Urologie interessiert. Die Aufgaben von Studierenden sind natürlich Blutabnahme und Flexüle. Allerdings darf man als PJler viele anderen Sachen selbst machen. AuÃer die allgemeine körperliche Untersuchungen kann man urologische Sonografie jeden Tag mit ärztlicher Begleitung üben, alles wird immer erklärt. DRU, TRUS, Harnblasenkatheter immer, und auch oft SFK-Anlage. Man darf in die Notfallambulanz gehen und sich mit den Fällen beschäftigen, ein Paar Sachen überlegen, wo man sehr viel lernen kann. Arztbriefe von seiner Station darf man selbst schreiben, die am Ende zusammen mit der zuständigen Urologe*innen angeschaut/besprochen werden.
Fast jeden Tag wird ein Studierende (PJler oder machmal auch Famulant) in der OP als zweite Assistenz oder manchmal als erste Assistenz gebraucht. Hier wird sehr viel laparoskopisch operiert, wo man als Kameraassistenz immer mitmachen darf (radikale Prostatovesikulektomie, Zystektomie, laparoskopische Hernienversorgung). Darüber hinaus gibt es noch viele interessante urologische offene Operationen zum Mitmachen/Zuschauen z.B. Nierenteilresektion, Nephrektomie, Semikastration, Hydrozelenresektion, Zirkumzision usw. Ich durfte am Ende der OP fast immer die verschiedene Hautnaht machen. Hier habe ich viele schöne Knoten- und Nahttechniken gelernt, sehr empfehlenswert für Chirurgie-Interessierende. AuÃerdem gibts noch viele endoskopische OPs zum Zuschauen
Die Morgenbesprechung fängt um 7:30 an. Es gibt ein Paar fixen Aufgaben pro Tag zu erledigen, z.B. morgens nach der Visite Blutabnahme und Flexüle, währenddessen werden die Stationspatienten sonografisch untersucht, ab Vormittag fängt die Patientenaufnahme an. Es gibt manchmal viel zu tun, aber sobald die wichtigen Aufgaben rechtzeitig erledigt werden, darf man seinen Tagesablauf immer anpassen und noch andere interessante Sachen machen, wie z.B. Sonografie, Katheteranlage, die OPs zuschauen, in die Notaufnahme gehen. Ich konnte jeden Tag in die OP gehen und habe jeden Tag mittag gegessen. Essenpreis ist für Studierende reduziert. Es gibt pro Tag 4 Gerichte, die meiste Zeit sehr gut schmeckt (Jägerschnitzel ist zu empfehlen). Das Haus ist relativ klein und persönlich. Man muss keine 20 verschiedene Unterlagen vorbereiten und unterschreiben für irgendwas.
Cons:
- PJ-Unterrichten werden von allen chirurgischen Abteilungen gehalten, die oft ausfallen oder oft nicht pünktlich sind, und die Uro-PJler werden darüber nie informiert. Unsere PJ-Beauftragte und Chef haben daher Unterrichten selbst organisiert, was sehr lehrreich waren.
Kurzum:
Team sehr freundlich. Viele Lerngelegenheiten (ich durfte ALLES ausprobieren), immer OP, Essen lecker, genügende Freizeit, sehr zu empfehlen