Leider war ich nicht zufrieden mit meinem PJ an der BG Unfallklinik Murnau. Die Assistenzärzte dürfen wenig, die PJler dementsprechend noch weniger. Die Qualität der Behandlung ist exzellent, allerdings bedeutet das eben, dass man wenig selbst machen darf. Habe dort auch Famulatur gemacht und es war eigentlich die gleiche Erfahrung, was ich schade fand, da ich nicht das Gefühl hatte, adäquat auf meine Tätigkeit als Ärztin vorbereitet zu werden. Ich könnte nicht sagen, dass ich sehr viele praktische Skills erlernt habe. PJler haben keine feste Aufgabe (abteilungsabhängig). Somit ist der Lernerfolg extrem davon abhängig, wie viel Eigenverantwortung und Engagement man zeigt. Für schüchterne Student*innen eher nicht geeignet. Am ersten Tag wurde mir geraten, nicht zuzugeben wenn ich etwas nicht kann (zB Nähen), da es mich sonst keiner machen lässt. Auch im OP war die Bereitschaft, Studenten anzuleiten nicht sehr groß. Das OP Personal wurde schnell maligne und genervt, hat auch regelmäßig passiv aggressive Kommentare über PJler/Student*innen abgegeben. Das empfand ich als anstrengend und stand meinem Lernerfolg im Weg, da ich mich irgendwann nicht mehr getraut habe zu fragen. Generell ist die Stimmung in der Klinik ganz gut, die Zusammenarbeit zwischen Pflege und Ärzten ganz okay, der Umgang miteinander vorwiegend gut. Es gibt allerdings Oberärzte die wirklich wirklich ungehalten werden, persönlich beleidigend und meiner Meinung nach zum Teil unprofessionell. Mehrmals ist es vorgekommen, dass nachmittags in der Indikationsbesprechung PAs und Studenten vor versammelter Mannschaft bloßgestellt wurden, weil sie gewisse OP Verfahren nicht im Detail erklären konnten etc.
PC Zugang, eigenes Telefon, Dosimeter etc. Die PJ Beauftragte arbeitet Montag bis Mittwoch 8-12 Uhr, also nicht immer ansprechbar wenn etwas ist.
Es gibt die Möglichkeit Dienste zu machen für einen freien Tag. Ist freiwillig, aber es wird irgendwie erwartet, es gibt einen Dienstplan und es wird auch geschaut wann man nach Hause geht (Man muss bis 12 bleiben auch wenn man um 9 nach Hause geschickt wird). Es gibt theoretisch ein Zimmer, gesehen hat das keiner und dort gibt es auch keinen Empfang für das Telefon.
Station 24:
Viel im OP, wenig Stationsarbeit wie Briefe/BEs/Viggos da eine PA dort arbeitet. Hoher Wechsel der Patienten, coole, spannende Fälle der schwerverletzten BG Patienten. Die OPs sind oft körperlich anstrengend, sollte man Probleme haben das Bein stundenlang zu halten oder fest genug am Daumen zu ziehen wird man auch gerne im OP angeschrien. Ab und an werden im OP Fragen gestellt, sollte man diese nicht beantworten können, kann man schon mal gefragt werden wozu man überhaupt gut wäre und was man eigentlich studiert hätte. Kritisiert wird viel, erklärt quasi nichts. Diese Art der Kommunikation wird auch gegenüber Assitenz- und Fachärzten. Haken und Klappe halten, Ich war froh als es vorbei war.
RMV:
Quasi keine Zeit im OP, viele Langlieger, eher internistisch. Spannend für die, die sich für Querschnitt interessieren, eher ein Nischenthema. Wenig BEs, wenig Viggos, keine Arztbriefe. Sehr sehr sehr nettes Personal. Möglichkeit einen Patienten selbst zu betreuen. Hat mir gut gefallen, aber für OP freunde eher nicht geeignet. Früher gehen war auch oft möglich.
Handchirurgie:
Nettes Team, allerdings durfte ich quasi nicht in den OP, da drei Assistenten da waren und das OP Gebiet einfach zu klein ist für drei Menschen. Lehre abhängig vom Arzt. Lange Tage aufgrund der 4. Besprechung des Tages um 15:30 die gut und gerne 1,5h dauern kann. Sehr viel rumsitzen, recht viele Arztbriefe schreiben. Insgesamt langweilig. Ich habe jeden Tag 7 mal gefragt ob es was zu tun gibt bzw ich mit in den OP darf, darauf lautete die Antwort oft nein, durfte aber auch nicht früher gehen.
ZNA:
Ziemlich ziemlich cool. Man muss sich leider mit einem anderen Studenten und zwei PAs um Arbeit prügeln, wenn man aber einen Patienten hat darf man eigentlich behandeln, Nähen etc. Viele Schockräume. Hoher Lernerfolg. Zum Teil sehr unfreundliche Pflege, viel Lästern über PJler. Das fand ich dann schade.
Bewerbung
Über das PJ Portal. Schon recht begehrt, aber es ändert sich regelhaft noch viel vor Beginn des Tertials, also schaut ruhig öfter ins Portal, oft wird noch etwas frei.