Mir hat das Tertial in der Pädiatrie wirklich sehr gut gefallen. Insgesamt war ich auf drei verschiedenen Stationen (Onko, Kardio und Tagesklinik) + 1 Woche auf der Intensivstation und hin und wieder in der Notaufnahme. Überall wurde ich herzlich aufgenommen sowohl von der pflegerischen wie auch von der ärztlichen Seite.
Der Ablauf war überall ziemlich ähnlich, es beginnt meist kurz vor 8, dann hat man ein paar Aufgaben zu tun (Blutabnehmen, Konsile schreiben, evtl schon Patienten aufnehmen). Danach ist dann meistens Visite in unterschiedlichem Ausmaß und Länge. Dienstende hängt davon ab wie viel an dem Tag los ist. Mal durfte ich schon vor 15 Uhr gehen, an anderen Tagen bin ich erst nach 17 Uhr gegangen. Das hängt sicherlich auch viel mit der eigenen Motivation ab. Man darf immer, wenn man will einen Dienst im Haus mitmachen. Dabei geht man ab 15 Uhr einfach mit dem jeweils Diensthabenden mit und ist dann den Nachmittag/ Abend in der Notaufnahme. Hier kann man auf jeden Fall viel lernen und bekommt auch einen Ausgleichstag frei.
Als PJler darf man meistens am Anfang zuschauen und dann aber relativ schnell auch selbst Sachen machen, wenn man es sich selbst zutraut und man es demonstriert hat, dass man es kann. Die Assistentinnen sind wirklich supernett und man kann auch eigene Gedanken mit einbringen bei Therapieplanung und benötigter Diagnostik. Die Oberärzte sind größtenteils auch supernett und teilweise etwas gewöhnungsbedürftig, aber wirklich niemand ist unfreundlich.
Mir persönlich hat am besten meine Zeit bei der IPSAAR gefallen. Hierbei ist man vier Wochen zusammen mit einer Pflegeschüler/in im dritten Lehrjahr verantwortlich für eigene Patienten (unkomplizierte Fälle in der Tagesklinik). Im ersten Moment hört es sich nicht sonderlich spannend an, ist aber doch echt herausfordernd. Man lernt viel über den ganzen Ablauf im Krankenhaus, aber auch über Patientenbetreuung und über Interprofessionelles Arbeiten. Man selbst ist die ärztlich behandelnde Person und hat dadurch viel engeren Kontakt zu den Kindern und den Eltern, das kann sehr schön und auch mal sehr anstrengend sein. Das Ganze läuft unter Supervision und eingebettet in ein sehr nettes Team. Tatsächlich hatte ich nach dem vier Wochen das erste Mal eine Idee davon bekommen, wie es später sein wird zu arbeiten, selbst Verantwortung zu tragen. Also ich kann wirklich jedem empfehlen sich darum zu bemühen eine Rotation in das Projekt zu machen!
Der PJ-Unterricht findet eigentlich einmal die Woche statt, leider war es doch immer wieder recht anstrengend sich darum zu bemühen das er stattfindet. Es ist für die Ärzte im Klinikalltag manchmal einfach schwer Zeit dafür zu finden. Der Unterricht, der stattgefunden hat, war aber wirklich immer sehr gut und ausführlich.
Essen wird leider nicht gestellt und ist mit dem PJler Gehalt auch wirklich nur schwer finanzierbar im Personalcasino. Es empfiehlt sich entweder in die Uni-Mensa zu gehen (auch wenn der Weg doch deutlich weiter ist) oder mal zuschauen, wo ein Essen bestellt wurde für einen Patienten, der schon weg ist, :)