Ich habe mein erstes Tertial im Wahlfach Orthopädie am St. Marienkrankenhaus absolviert.
Ich kann jedem nur 100%ig ans Herz legen, wenn der- oder diejenige sich für das Fach Orthopädie begeistert, ist man hier genau richtig. Am ersten Tag wurden wir als PJ´ler herzlichst begrüßt, haben alle Telefone erhalten und wurden dann im Haus herumgeführt. Abschließend zur Einführung gab es ein gemeinsames Frühstück, welches wie jede Mahlzeit am St. Marien kostenlos ist. Wir wurden dann alle auf unseren Stationen verteilt.
Zur Orthopädie:
Man bekommt als PJ´ler direkt am ersten Tag einen Oberarzt als Mentor zugeteilt, welcher für die gesamten 4 Monate für einen zuständig ist. Hier wurde auch direkt gesagt, dass man hier ist, um etwas zu lernen, und nicht, um angefallene Aufgaben zu erledigen. Dieser bildet einen wirklich allumfassend im Fachgebiet der Orthopädie aus- nicht nur theoretische Dinge, sondern vor allem die Lehre im OP spielen hier ganz große Rolle. Ich bin wirklich jeden Tag gerne zur Arbeit gegangen, selbst Mittwochs (eigentlich Studientag), gab es im OP immer was lernen, und das Beste: man darf zu 99% immer mit an den Tisch. Über die Zeit und je nach Operateur liegen die Aufgaben hier beim Haken halten und Saugen bis hin zum selber Operieren (ME!). Man wird überall freundlich empfangen, nach einiger Zeit vertrauen einem auch die OP- Schwestern, so dass allzeits eine wirklich tolle und lockere Atmosphäre herrscht. Auch die OP´s mit dem CA selbst waren grundlegend geprägt von guter Stimmung und einigen lehrreichen Tipps. Zunähen und Klammern gehört selbstverständlich auch dazu.
Zusätzlich zum OP bekommt man in der Ambulanz mit der Zeit seine eigenen Patienten, bespricht das Procedere, wertet vorliegende Röntgenbilder aus und in Absprache mit dem OA/ Mentor diktiert man anschließend die Briefe und gibt seine Empfehlungen. Äußerst lehrreich und vor allem wichtig, um hier schon Routine für den späteren Arbeitsalltag zu erlernen. Nachmittags nach der Sprechstunde nimmt sich euer Mentor immer noch Zeit um Dinge zu besprechen und Lehre zu machen. Die Betreuung ist wirklich par excellence.
Als PJ´ler der Ortho/Unfall bekommt man auch durchweg die Möglichkeit (z.B. im Rahmen von Diensten (30€ pro Dienst)) seine eigenen Patienten in der ZNA zu betreuen, Platzwunden/Schnitte zu nähen und vor allem auch hier: selbstständiges und effektives Arbeiten zu erlernen.
Die Klinik für Orthopädie in Siegen ist zertifiziert als Endoprothetik-Zentrum und Maximalversorger der Endoprothetik. Die Expertise in diesem Bereich ist genial- man bekommt eine große Bandbreite von allem zu sehen, was einen als zukünftigen Orthopäden begeistert. Zusätzlich sind alle Mitarbeiter der Klinik, angefangen bei der Sekretärin die uns betreut hat, die Assistenzärzte bis hin zum CA, super nett und hilfsbereit. Das kostenlose Essen und die gestellte Unterkunft machen dieses Tertial wirklich zum Besten, was einem als Student passieren kann.