PJ-Tertial Innere in Ev. Krankenhaus Koenigin Elisabeth Herzberge (11/2024 bis 3/2025)

Station(en)
Gastroenterologie, Diabetologie, Angiologie/Kardiologie, Notaufnahme, Funktionsdiagnostik
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, Diagnostik
Heimatuni
Berlin
Kommentar
Das Innere Tertial am KEH beginnt entspannt mit einem Einführungstag für alle PJler. Dabei werden alle wichtigen organisatorischen Punkte wie Essensmarken, Hygiene, Computerzugang und Wäsche geklärt. Die Organisation ist wirklich gut – schon am ersten Tag findet die IT-Fortbildung statt, und der Zugang ist dann direkt eingerichtet. Am zweiten Tag begrüßt der Chefarzt der Inneren Medizin die PJler persönlich, verteilt sie auf die Stationen und gibt ein paar einleitende Worte zum PJ im Haus. Es gibt einen Rotationsplan, bei dem jeder zwei Wochen in die Funktion und in die Notaufnahme geht. Die restlichen Stationen werden eher zufällig zugeteilt. Neben meinen Rotationen wären auch Geriatrie und Nephrologie möglich gewesen.


Diabetologie
Das KEH ist spezialisiert auf Patienten mit diabetischem Fußsyndrom, und auf dieser Station bekommt man das entsprechend oft zu sehen. Neben den DFS-Patienten gibt es hier nur wenige allgemein-internistische Patienten sowie einige zur Diabetes-Einstellung, z. B. für eine Pumpeneinstellung. Auch einige elektive Angio-Patienten sind untergebracht. Insgesamt gibt es auf der Station relativ wenige Blutentnahmen. Als PJler kann man Aufnahmen übernehmen oder den Fußstatus bei DFS-Patienten erheben.
Montags findet die Fußvisite statt, bei der man viel über Wundversorgung lernt, und donnerstags ist Chefvisite. Bei beiden wird man aktiv eingebunden, sei es durch das Ertasten von Wunden, z. B. freiliegenden Knochen, oder durch klassische Visitenfragen wie die Diagnose eines Lymphödems. Die Atmosphäre ist sehr angenehm, und es ist nicht schlimm, wenn man etwas nicht weiß. Insgesamt hatte ich hier eine gute Zeit, weil die Stationsärztin supernett war, viel erklärt hat und – wie eigentlich alle im Haus – darauf geachtet hat, dass man nicht zu lange bleibt.

Gastroenterologie
Die Gastroenterologie ist etwas getrennt von der Diabetologie/Angiologie und hat mittlerweile einen eigenen Chefarzt, der meiner Erfahrung nach Studierende außerhalb der Fortbildungen weitgehend ignoriert. Dafür ist die Stationsbesetzung hier am besten, und die Assistenzärzte haben oft Zeit, etwas zu erklären. Es gibt viele Blutentnahmen, aber fast immer bekommt man Hilfe. Außerdem darf man Aszites punktieren oder einen Port anstechen. Die Oberärzte betreuen die Station sehr intensiv. Auch wenn es nicht viel direkte Lehre gibt, lernt man durch die Besprechungen einiges.
Der Schwerpunkt liegt vor allem auf Leberzirrhose. Während meiner Zeit gab es zudem viele Patienten mit onkologischen Erstdiagnosen. Hier konnte ich endlich auch ein paar Patienten selbst betreuen, vor allem elektive Kolos und einfachere Fälle.

Angiologie/Kardiologie
Diese Rotation hat mir leider am wenigsten Spaß gemacht. Es gab extrem viele Blutentnahmen, und obwohl die Assistenten versucht haben zu helfen, war das nicht immer möglich, weil die Station riesig ist, viele Ärzte gerade erst angefangen haben und es generell an Personal fehlt. Dadurch verpasst man auch mal die Visite oder hat Tage, an denen man gefühlt nur Blut abgenommen hat – das fand ich ziemlich frustrierend.
Von den Fällen her gibt es vor allem elektive Angios, viele DFS-Patienten sowie dekompensierte Herzinsuffizienzen und Pneumonien. Wenn die Assistenten oder Oberärzte mal Zeit hatten, war es gut – dann durfte ich selbst schallen oder arteriell punktieren. Leider war das in meinen Wochen dort für meinen Geschmack viel zu selten der Fall.

Notaufnahme
Ich fand es super, dass wir alle eine Rotation in der Notaufnahme hatten, und insgesamt war es eine sehr lehrreiche Zeit. In Absprache mit den Internisten durfte man viel selbst untersuchen und anamnestizieren. Blutentnahmen oder Flexülen musste man kaum machen, es sei denn, die Pflege kam nicht weiter.
Leider war die Stimmung in meiner Rotation nicht besonders gut, sodass ich am Ende ganz froh war, wieder auf eine andere Station zu wechseln. Andere PJler hatten hier jedoch bessere Erfahrungen gemacht.

Funktion
Hier konnte man unter anderem Gastroskopien, Koloskopien, Angiografien, Duplex-Sonografien oder ERCPs sehen. Bei Abdomensonografien durfte man vorschallen, aber Möglichkeiten zur Besprechung der Befunde gab es leider kaum. Besonders gut fand ich meine Zeit im Herz-Echo, da die beiden kardiologischen Oberärzte viel erklärt und mich auch selbst viel schallen lassen haben.

Fazit
Insgesamt hatte ich eine entspannte und teilweise sehr lehrreiche Zeit in meinem Tertial. Besonders positiv war das supernette Team der Assistenzärzte. Alle hatten zwar viel zu tun, aber sie haben trotzdem auf die PJler geachtet, viel erklärt und dafür gesorgt, dass man sich nicht ausgenutzt fühlt. Wenn es zu viel wurde, konnte man jederzeit etwas sagen.
Mittagessen war immer möglich, und ich habe nie Überstunden gemacht. Absprachen wie „Dienst mitmachen gegen einen freien Tag“ waren ebenfalls kein Problem. Auch die wöchentlichen Fortbildungen haben fast immer stattgefunden, und bei Ausfällen wurden sie oft nachgeholt. Einzig die EKG-Fortbildung fiel größtenteils aus – dafür hatte man als PJler Zugriff auf den neu angeschafften EKG-Trainer, der wirklich gut ist.
Negativ war, dass sich die Oberärzte außerhalb der Fortbildungen wenig für die Lehre engagiert haben – mit wenigen Ausnahmen in der Kardiologie. Auch gab es neben den Blutentnahmen kaum feste PJ-Aufgaben, und wer eigene Patienten betreuen wollte, musste das aktiv einfordern.

Eine Bezahlung gibt es leider nicht, und die 5-Euro-Essensgutscheine waren angesichts der hohen Preise in der Kantine eher ein Witz. Trotzdem hat sich das durch die entspannte Atmosphäre und das nette Arbeitsklima irgendwie ausgeglichen, und am Ende bin ich wirklich zufrieden mit meinem Tertial.
Bewerbung
PJ-Portal
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
EKG
Tätigkeiten
Patienten aufnehmen
Patienten untersuchen
EKGs
Notaufnahme
Braunülen legen
Punktionen
Chirurgische Wundversorgung
Botengänge (Nichtärztl.)
Briefe schreiben
Blut abnehmen
Eigene Patienten betreuen
Untersuchungen anmelden
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
3
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
3
Unterricht
2
Betreuung
3
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
2

Durchschnitt 2.13