PJ-Tertial Strahlentherapie in Universitaetsklinikum Koeln (12/2024 bis 3/2025)

Station(en)
13.1 Radioonko, Ambulanz, Geräte
Einsatzbereiche
Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde
Heimatuni
Koeln
Kommentar
Ich schließe mich allen vorherigen Bewertungen an und kann ein Tertial hier sehr gut empfehlen. Radioonkologie ist ein Querschnittsfach und ist in der Klinik im Studium sehr vernachlässigt, aber man merkt durch eine Famulatur oder eben das PJ schon, wie interdisziplinär dieses Fach ist.
Wer die Mischung aus Patientenkonktakt, Technik und unterschiedliche Aufgabenfelder mag, ist hier richtig - denn als PJler seid ihr...

(1) auf Station für eine bestimmte Rotation (normale Stationsaufgaben, BEs halten sich sehr in Grenzen und AA übernehmen hier auch viele, Ports anstechen und Kanülen wechseln, Chemos unter Aufsicht anhängen, Patientenaufnahme, Viggos) --> an sich also ganz normale Stationstätigkeiten mit Fokus auf onkolog. Erkrankungen mit Strahlentherapie. Hier ist insb. der Oberarzt Joel extrem kompetent und erklärt einem alles und nimmt einen auch immer mit. Man kann proaktiv Pat. übernehmen und selber managen, und dies wird auch gerne von den AAs erlaubt (natürlich in Begleitung), so dass man am Mittwoch, wenn CA-Visite ist, auf Vorstellungen übernehmen kann --> hier lernt ihr am meisten. Wer vorher auf Innere oder Chirurgie war, wird hier neue Diagnosen erleben und anderes Patientenkollektiv, kann sicherlich aber auch für Studierende, die das nicht so mögen, dann Innere 2.0 werden.

(2) bei den Geräten und macht dort Visiten. Das bedeutet, dass man Pat. vor der ersten Bestrahlung sieht, während der Bestrahlung wöchentlich und beim Abschlussgespräch. Man kommt hier schnell rein und kann sehr schnell auch selbstständig arbeiten. Ich war hier knapp 6 Wochen, was auf Dauer dann monoton werden kann, aber man lernt viel was Patientenkontakt angeht und wie man mit Pat. umgehen kann (z.B. bei Nervösität, Angst, Wut etc.). Zu meiner Zeit habe ich immer Famulanten mitgenommen und mit diesen die Gespräche gemacht, weil es so mehr Spaß machte und man sich gegenseitig Feedback gab. Die MTRAs sind alle ausnahmslos sympathisch, halten einem den Rücken frei und supporten, wo sie können. Ich denke für den Einstieg ist diese Station generell am besten, weil man direkt die Entitäten kennenlernt. Empfehlung hier: Nicht nur "Auswendiglernen" von Nebenwirkungen, sondern im Buch oder UpToDate das Karzinom nachlesen und versuchen die Pathologie zu verstehen, dann macht das auch mehr Sinn beim Erklären ggü. Patient_innen und man fühlt sich sicherlich auch selbstbewusster.

(3) Konturierung / Aufnahme / Aufklärung: Hier "malt" ihr die Tumore bzw. markiert sie im Planungs_CT und bereitet die Arztbriefe vor. Ich war hier insgesamt knapp 2 Wochen, weil es häufig Personalmangel damals gab (ändert sich bald), aber durch die Beschäftigung mit den Krankheitsprocederen und dem Briefeschreiben kommt man in den Bereich angenehm rein. Hier hat man kaum Zeitdruck, weil die AA und der OA dies auch ohne PJler erledigen und man nur zusätzliche Unterstützung ist.

Erster Tag: 7.45 vor dem Büro des Chefarztes einfinden, dann begrüßt euch der Lehrkoordinator PD Dr. Linde. Danach folgt die Morgenbesprechung (Bilder diskutieren, Fälle anschauen, Physikbestrahlungsprotokolle durchgehen), Dauer: 30-45 min, und ihr stellt euch dem Team vor. Dr. Linde geht mit euch auch eure Erwartungen und Wünsche durch, er ist immer für euch als Ansprechpartner da und versucht alle Wünsche zu berücksichtigen.

Studientage habt ihr einen pro Tag. Diesen zeitnah per Mail einfach eurer Abteilung (also mündlich eurem Assistenzarzt_in) dann sagen und per Mail an PD Dr. Linde, die Studientage werden euch immer eingeräumt, da also keinen Stress, das ist alles sehr entspannt. Arbeitszeiten sind human, Beginn pünktlich 8.00 Uhr zur Besprechung bis meistens 15.00 Uhr. Ich bin ab und zu länger bis 16.00 geblieben, und häufig genug auch früher als 15.00 Uhr gegangen. Falls ihr zwischendurch mal was machen müsst, ist dies auch kein Thema. Ich habe jeden Morgen mir nen Kaffee mit den anderen Famulanten und PJlern geholt, und auch dies ist alles möglich. Mittagsessen oft im Team zusammen.

Team: Ich verzichte bewusst auf die Nennung von Einzelnamen, da ggü. mir das gesamte Team immer aufgeschlossen und korrekt war, und ich mich wohl gefühlt habe. Hervorheben kann (und sollte) man aber dennoch Joel und Philipp, weil ich mit beiden OAs die meiste Zeit verbracht habe und beide enorm engagiert waren. Also im Allgemeinen ist das Team super :)

Mit diesem Tertial macht man nichts falsch, lernt sehr viel, wird zu nichts gezwungen, darf aber bei Lust und Motivation viel machen. Ich würde euch empfehlen, vorher vielleicht sich etwas Strahlenbiologie und Wissen anzueignen, dann versteht man einiges schneller - z.B. was ist Brachytherapie, was sind Lineacs, was ist Konturieren etc..
Insgesamt hat es sich für mich sehr gelohnt und die Klinik ist kontinuierlich am Evaluieren, es wird also mit der Zeit immer besser, bald starten sicherlich auch mehr Fortbildungen generell und ihr werdet durch viele erfahrene AAs und die Oberärzte auf Prüfung sowie Klinikleben vorbereitet. Letztendlich ist dieses Tertial auch das, was ihr daraus macht. Wer noch mal sein Klinikwissen verbinden will, Tumore spannend findet, und Lust hat, in einem guten Team zu arbeiten, ist hier richtig (so, Werbetext fertig).

Was wichtig wäre: Radioonkologie ist nicht Hämatoonkologie, die Entitäten können sich überschneiden, aber dieser Unterschied ist dennoch wichtig, weil man sonst ggf. mit anderen Erwartungen reingeht. Stellt euch immer vor, ruhig zwei mal und fragt auch die MTRAs und Physiker viel - die sind jeden Tag direkt am Patienten und können auch noch einiges vermitteln - und dort fidnet ihr auch immer Süßigkeiten :) Und last but not least: Tumorkonferenzen (und die Protokolle) sowie die SOPs der Klinik gerne anlesen - dadurch ergibt sich vieles.

Verbesserungsvorschläge habe ich keine, ich war zufrieden ^^
Bewerbung
Über das PJ-Portal der Uni Köln
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Fallbesprechung
Patientenvorstellung
Bildgebung
Tätigkeiten
Poliklinik
Eigene Patienten betreuen
Braunülen legen
Rehas anmelden
Untersuchungen anmelden
Punktionen
Patienten untersuchen
Patienten aufnehmen
Röntgenbesprechung
Botengänge (Nichtärztl.)
Briefe schreiben
Blut abnehmen
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Mittagessen regelmässig möglich

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
1
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1