Mein PJ in der Gyn am Winterberg hat mir super gut gefallen!
Generell verbringt man 2 Monate gynäkologisch und 2 Monate in der Geburtshilfe. Ich war etwa 1 Monat im OP, 2 Wochen auf Gyn-Station, 2 Wochen in der Gyn-Ambulanz, 6 Wochen im Kreißsaal und 2 Wochen auf der Wöchnerinnen-Station (die Einteilung ist aber nicht so streng und wenn irgendwo nichts los war oder ich woanders gebraucht wurde, bin ich dann dahin gegangen).
Was habe ich alles gemacht im PJ? Ich durfte öfters erste Assistenz im OP und bei den Sectios machen, was ich sehr cool fand! Gerade bei den Sectios waren die Oberärzt*innen auch bemüht, dass man viel praktisch machen darf, wie zB mal den Kindskopf entwickeln, Plazenta rausnehmen oder die Zervix dilatieren. Ansonsten durfte ich auch öfters bei den LSKs die Kamera führen und assistieren, und auch mal selbst eine Hysteroskopie machen. Zunähen darf man generell bei allen OPs wenn man erste Assistenz gemacht hat :) Ansonsten muss man bei den TLHs immer die zweite Assistenz machen, und auch öfters mal Haken halten. Man darf sich aber jede OP angucken, die man sehen will! Abgesehen von großen Brust-OPs gibt es eigentlich das ganze Spektrum an gynäkologischen OPs zu sehen, leider gibt es aber täglich nur einen gynäkologischen Saal, weswegen nicht super häufig größere OPs stattfinden (deshalb diese mitnehmen, wenn sie mal stattfinden!)
Auf Station läuft man eher mit, darf aber auch mal Visite machen & dokumentieren. Blutentnahmen und Viggos machen die Pflege, da muss man sich also nicht drum kümmern :) Man muss auch keine Briefe schreiben, wenn man nicht will, ich habe es aber oft angeboten, da man dadurch die Stationsärztin gut entlasten kann. Was man als PJler auch selbstständig machen darf, was auch entlastend für die Stationsärztin ist, sind die Abschlussuntersuchungen von den Wöchnerinnen.
In der Gyn-Ambulanz ist man eher Zuschauer, weil alles ziemlich eng getaktet ist. Hier habe ich praktisch eigentlich nur Blutentnahmen und Viggos gemacht und ansonsten eben zugeschaut und durch Erklärungen gelernt. Ab und zu darf man aber auch mal gynäkologisch untersuchen oder transvaginal schallen.
Im Kreißsaal (Perinatalzentrum Level 1, also hier kommt alles an Schwangerschaften) darf man die Aufnahmen machen, Fetometrien machen, CTGs interpretieren und bei den Geburten zuschauen. Auch hier ist alles etwas enger getaktet, aber wenn man Eigeninitiative zeigt, darf man definitiv auch praktisches machen. Man kann auch super viel von den Hebammen lernen! Hier habe ich auch mal angeboten Viggos zu legen oder BEs zu machen um die Hebammen zu entlasten (und um selbst nicht aus der Übung zu kommen). Bei den Geburten macht man als PJler nicht viel praktisches außer mal die kindlichen pHs aus der Nabelschnur abzunehmen, ich muss aber auch sagen, dass ich mich nicht qualifiziert gefühlt habe, da irgendwas zu machen außer zuzuschauen, von daher war das für mich total fine!
Sonstiges:
Pros
- Das Team ist durchweg von der Pflege auf Station über die Hebammen im Kreißsaal und OP-Personal bis zu Assistenz- und Oberärztin unglaublich nett! Ich habe mich sehr schnell super wohl gefühlt und wurde richtig gut ins Team integriert, was für mich auch viel dazu beigetragen hat, dass ich das Tertial so toll fand. Viele von den Ärzt*innen waren super dankbar für angebotene Hilfe, meine Fragen wurden immer beantwortet und generell hatte ich das Gefühl, dass alle wollten, dass ich etwas dazulerne.
- Man ist der/die einzige PJler/in in der Gyn, was ich als sehr positiv empfunden habe, da man kaum feste Aufgaben hat und somit sein PJ super frei gestalten kann und eigentlich überall hin kann, woran man interessiert ist.
- Dadurch, dass der Winterberg ein babyfreundliches Perinatalzentrum Level 1 ist, sieht man geburtshilflich eigentlich alles, was man sehen kann, was gerade für geburtshilflich begeisterte Personen wie mich super spannend war.
- Tipp: Man kann als PJler auch Dienste mitmachen, was ich unbedingt empfehlen würde. Man kriegt zwar keinen extra Lohn, aber dadurch, dass man alleine mit der Assistenzärztin die Dienst hat ist, habe ich da definitiv am meisten selbst machen dürfen und auch am meisten gelernt. Man kann entweder normal morgens kommen und dann bis abends bleiben, oder wie die Person aus dem Dienst um 14 Uhr kommen und dann bis am Tag danach um 8 Uhr bleiben (man kriegt dann auch ein Bett in der Klinik gestellt). Am Tag darauf hat man dann frei.
- Der Winterberg ist recht PJler-freundlich! Es gab immer montags PJ-Unterricht und freitags Lehrvisite auf der Intensivstation. Gehalt liegt bei ordentlichen 750€ und man bekommt das Mittagessen gratis.
Contras:
- Am Anfang war ich ziemlich lost, weil es keine feste Einteilung für PJler gibt und man außer Zweitassistenz bei den TLHs im OP nicht wirklich feste Aufgaben hat. Zu mir hieß es am Anfang nur "Schauen Sie, dass sie 2 Monate Gyn und 2 Monate Gebursthilfe machen". Zudem gab es massiven Personalmangel, weshalb die Einführung für mich etwas schwierig war, weil niemand so richtig Zeit hatte mir zu erklären, wo ich hin kann, was ich als PJlerin machen darf/soll usw. und dadurch, dass alle sehr gestresst waren, ich mich auch nicht getraut habe, solche grundlegenden Fragen zu stellen bzw. ich auch nicht wusste, wen ich darauf überhaupt ansprechen sollte. Das hat sich aber im Verlauf gebessert und eine von den Assistenzärztinnen hat sich auch irgendwann mit mir hingesetzt hat und mit mir zusammen einen Rotationsplan erstellt, den ich mehr oder weniger einhalten konnte. Rückblickend wäre das Problem auch einfacher zu lösen, wenn ich einfach früher nach einem Plan gefragt hätte.
- Die besagte Zweitassistenz bei den TLHs ist zwar am Anfang cool, aber am Ende der 4 Monate war ich davon ein bisschen genervt, weil man da immer hin muss und nicht mehr wirklich etwas neues lernt und dafür manchmal andere coolere Sachen verpasst. Ich will mich aber nicht zu laut beschweren, weil das wirklich die einzige Verpflichtung war, die ich als PJlerin hatte, von daher war das auch voll ok.
- Im Kreißsaal sind immer echt viele "Auszubildende" (Hebammenstudentinnen, FSJler, Praktikanten aus der Notfallsani-Ausbildung etc.), sodass es nicht immer möglich ist, zu allen Geburten mitzugehen, was ich manchmal schade fand.
Zusammengefasst kann ich das PJ am Winterberg in der Gyn sehr empfehlen, vor allem an Leute, die Interesse an Geburtshilfe haben! Ich war schon vor dem Tertial an der Gyn interessiert, bin mir nun aber sicher, dass ich später in die Gyn gehen will :)
Da ich hier damals keine Infos zum Wohnheim gefunden habe, weil nicht viele externe PJler in Saarbrücken sind, hier dazu ein paar Infos.
Das Wohnheim liegt hinter dem Parkhaus des Klinikums, etwa 5 Gehminuten vom Hauptgebäude entfernt. Ein Zimmer kostet 500€ und beinhaltet eine kleine eigene Küche mit 2 Herdplatten, Kühlschrank und Hängeschrank, ein Bad mit Klo und Dusche sowie ein Zimmer mit 1,40m Bett, Nachttisch, Regal, Kleiderschrank, Tisch, Stuhl, Fernseher und Balkon. Bettwäsche und Klopapier wird gestellt. Die Zimmer sind sauber und modern eingerichtet. Anfragen kann man das Zimmer einfach bei Herr Valente per Telefon (Nummer findet man auf Website), läuft alles von Überweisung bis Schlüsselübergabe super unkompliziert ab!
Bewerbung
Damals war Homburg noch nicht im PJ-Portal, deshalb per Mail bei Frau Orlich