Insgesamt nur zu empfehlen! Die Endokrinologie/allgemeine Innere hat mir ein unheimlich schönes, sehr herausforderndes und extrem lehrreiches Tertial ermöglicht. Es wird sehr auf die Lehre und Förderung durch das Team geachtet. Nicht zuletzt, da sowohl Prof. Zimny als auch explizit Prof. Lichtenauer beide eine sehr gute Lehre/Teaching praktizieren. Man ist hier nicht nur einfache Arbeitskraft.
Klar formuliertes Ziel ist es, selbstständig Patient:innen von Beginn bis zum Ende (selbstverständlich unter Kontrolle) zu betreuen und für diese verantwortlich zu sein. Dies sieht in der Praxis wie folgt aus: In der ersten Woche läuft man mit und wird in die Abläufe der Station eingeführt. Ab Woche zwei bekommt man morgens zu Beginn 1-2 Patient:innen (später auch ggf. mehr) fest zugeteilt, mit einer festen Ansprechperson bei den Ärzt:innen,. Mit dieser bespricht man die Patient:innen und Massnahmen. Nach der Zuteilung arbeitet man sich nach Aktenlage in die Patient:innen ein oder bereitet die bevorstehende Aufnahme vor. Danach folgt meistens die Frühbesprechung, bei der die Patient:innen kurz vorgestellt werden und man erläutert, was geplant ist. Es wird erwartet, dass man die Patient:innen in- und auswendig kennt. Dies ist sehr fordernd, aber ich habe es als extrem lehrreich empfunden. Es folgt die gemeinsame und später auch ggf. alleinige Visite. Im Laufe des Tages kümmert man sich um alles, was ansteht: von Patient:innen- und Angehörigengesprächen über Medikationsänderungen bis hin zum Anmelden von Untersuchungen. Alles spricht man kurz mit der/dem Ärzt:in ab. Diese sind immer freundlich und ansprechbar. Man darf nicht erwarten, dass sie einem sagen, was man machen muss! Das Ziel ist es immer, zuerst einen eigenen Plan darzulegen, woraufhin man Rückmeldung erhält. Am Ende des Tages kommt meistens Prof. Zimny oder Prof. Lichtenauer zur Nachmittagsrunde vorbei. Hier stellt man ihnen vor, was man am Tag mit den Patient:innen unternommen hat bzw. was alles passiert ist. Beide nehmen sich wirklich Zeit und fragen dann meistens auch noch etwas zu den Krankheitsbildern und Leitlinien. Hierdurch lernt man extrem viel.
Da man relativ wenig Patient:innen betreut, diese dafür aber ganzheitlich und mit jedem Laborwert im Kopf, hat man auch Zeit, vieles am Tag nachzulesen und differentialdiagnostisch abzuwägen. Durch Nachfragen wird man immer herausgefordert, seine Entscheidungen evidenzbasiert zu begründen. Wir PJler:innen wurden von Anfang an ins Team integriert. Sehr lehrreich ist es auch, wenn man von Prof. Lichtenauer oder Frau Traule-Mücke zu Konsilen mitgenommen wird. Einem wird ein Konsil zugeteilt, das man eigenständig bearbeitet. Im Anschluss stellt man die Diagnose und das Therapiekonzept vor und erhält eine Rückmeldung.
Im Stationsalltag kann man besonders die Themen arterielle Hypertonie, Diabetes, Osteoporose, Schilddrüsenerkrankungen und Erkrankungen des Fettstoffwechsels erlernen. Auch die selbstständige Durchführung von sonographischen Untersuchungen der Schilddrüse und des Abdomens sind möglich. Die Lehre ist insgesamt strukturiert mit einem ausführlichen Erst-, Zwischen- und Endgespräch. Ich hätte mir kein besseres Tertial wünschen können.
Neben der Patientenbetreuung von A bis Z hat man folgende Aufgaben: Aufnahmen, Arztbriefschreibung, Patienten- und Angehörigengespräche, Blutabnahmen und endokrinologische Testungen (nur so viel man möchte, da es eine sehr nette Blutabnahme-Schwestern gibt), Polyneuropathie-Untersuchungen, ABI-Messungen, Sono-Abdomen und Schilddrüse, Kompressions-Sonographie der Beinvenen, Zusammenarbeit mit den Diabetesberater:innen, Blutzucker-Visite, Konsile.
Organisatorisch bekommt man von Helios am ersten Tag eine Einführungsveranstaltung sowie Schlüssel und Zugang zum Krankenhausinformationssystem. Die Aufwandsentschädigung war bei mir mit 650€ gut. Der PJ-Unterricht findet einmal pro Woche statt, außerdem nimmt man an der MM-Konferenz und an der Mittwochs-Mittagsfortbildung teil. Von der Endokrinologie wird man auch zu internen Fortbildungen wie dem Endo-Kränzchen und Kongressen eingeladen. Das Mittagessen wird in der Regel täglich zusammen als Team eingenommen. Wenn man Lust hat, kann man sich auch an der Lehre beteiligen, indem man die Ärzt:innen beim Unterricht am Krankenbett und in Seminaren unterstützt.