Die ersten Monate des Tertials war ich in der Medizinischen Abteilung, die alle Disziplinen der Inneren Medizin in einer Abteilung vereint. Der Tag hat für mich immer um 7:40 Uhr mit der Frühbesprechung begonnen (ich habe hinterher erfahren, dass die anderen PJler teilweise schon um 7 Uhr da waren, mir wurde aber vor dem 1. Tag von der Primarin der Abteilung 7:40 Uhr gesagt und so habe ich es dann das ganze Tertial gemacht).
An seinem ersten Tag im Tertial bekommt man einen Rotationsplan und wechselt durch verschiedene Schwerpunktstationen durch. Falls man diesbezüglich Wünsche hat, kann man die auch im Gespräch mit der PJ-Beauftragten angeben.
Auf den Stationen selbst wird man meistens so eingesetzt, wie die Basisärzte. Das heißt für einfache Stationsaufgaben wie Aufnahmen, Patient*innen-Gespräche, Teilnahme an der Visite, Schreiben von Briefen. Die normalen Blutentnahmen macht im Regelfall die Pflege, manchmal wird man aber um Hilfe gebeten. Auf der pulmologischen Station kommen außerdem arterielle BGAs auf einen zu, die man danach aber wirklich sicher stechen kann. In der Notaufnahme kann man einen eigenen Behandlungsraum für die Erstaufnahme übernehmen, im Verlauf werden alle Patient*inne ohnehin nochmal fachärztlich gesehen.
Außerdem kann man jederzeit mit in die Spezialsprechstunden, ins Herzkatheterlabor oder in diagnostische Bereiche, und dort den Leuten über die Schulter gucken. Dazu einfach die entsprechenden Leute ansprechen.
Wie oft im Leben, hängt der Lernerfolg stark davon ab, mit wem man so den Tag verbringt. Die beiden PJ-beautragten Ärztinnen sind sehr nett, und fordern zwar Einsatz, belohnen dies aber auch mit Lehre. Auch bei den meisten anderen Oberarzt*innen kann man sich gut was abschauen. Abgesehen davon kann man sich Basic-Skills auch gut von den Assistent*innen abschauen. Die Ärzte im Basisjahr sind oft noch auf einem ähnlichen Wissenstand, wie man selbst, waren aber auch durchweg nett und sympathisch.
Mittagessen ist für PJs kostenlos und ausgiebig (Buffet). Die Fehlzeitenregelung ist etwas anders: Pro Monat, den man da ist, hat man 2 Urlaubstage. Diese kann man auch sammeln und sie werden nicht auf die deutschen Fehltage angerechnet, dafür kann man aber auch nicht mehr nehmen. Krankheitstage sind davon ausgenommen. Außerdem kann man Spätdienste mitmachen und hat dann den nächsten Tag frei.
Im letzten Monat bin ich noch in die Geriatrie rotiert. Hier beginnt die Frühbesprechung erst um 8 Uhr, dafür geht der Tag auch etwas länger (15 Uhr). Hier war die wichtigste Aufgabe, sich um die Auf- bzw. Übernahme der Patient*innen zu kümmern. Außerdem konnte man die Visiten und verschiedene interdisziplinäre Konferenzen begleiten. Auch hier war das Team sehr herzlich und ich konnte einen guten Eindruck von der Abteilung und den Besonderheiten in der Arbeit mit älteren Menschen bekommen. Insgesamt war der Lernzuwachs allerdings geringer, als in der Medizinischen Abteilung, da die Abteilung selbst einfach viel kleiner und spezialisierter ist. Die Kombination von beidem war für mich aber sehr gut.
Auch freizeitmäßig hat Villach mit seiner Lage zwischen den Kärntner Seen und mit Direktverbindung zum Skigebiet Gerlitzen-Alpe zu jeder Jahreszeit viel zu bieten. Insgesamt ein gelungenes Tertial.
Bewerbung
Bewerbung läuft über das KPJ-Bewerbungsportal des Kärntner Gesundheitsfonds.
Auf der Website ist nur das Wohnheim der Pflegeschule gelistet. Es gibt aber noch ein Wohnheim vom Krankenhaus selbst, mit möblierten Einzelzimmern. Dazu einfach eine Mail an die Abteilung Betriebe vom Krankenhaus schreiben.