Mein PJ-Tertial – Erfahrungen auf der Intensivstation und der Diabetesstation
Zu Beginn meines Tertials war ich auf der IMC eingesetzt. Die ersten Tage waren sehr orientierungslos: Ich wurde weitgehend ignoriert, es gab keine Einführung, und ein fester Ansprechpartner fehlte komplett. Viele der Assistent:innen waren nur für wenige Wochen dort und rotierten schnell weiter, sodass keine konstante Begleitung möglich war. Auf die Visiten wurde ich manchmal mitgenommen, manchmal nicht – das war eher zufällig. Größtenteils war ich damit beschäftigt, täglich Schellong-Tests durchzuführen. Ich habe versucht, Anschluss zu finden, aber das blieb schwierig. Die Patienten auf der IMC wurden hauptsächlich überwacht – echte kardiologische Inhalte konnte ich in dieser Zeit leider kaum mitnehmen.
Anschließend war ich auf der Diabetesstation eingesetzt. Dort herrschte ein sehr chaotischer Ablauf, was den Alltag zusätzlich erschwerte. Die Oberärztin hatte einen sehr forschen Ton, was den Einstieg nicht gerade erleichtert hat. Man sollte zwar eigene Patienten betreuen, aber durch die hohe Arbeitsbelastung der Assistent:innen blieb dafür weder Zeit noch Raum für Rücksprache oder Supervision. Meistens war man den gesamten Tag über allein unterwegs. Der Umgangston war häufig unfreundlich, und bei Nachfragen bekam man nicht selten einen schnippischen Kommentar – z. B. dass man das ja auch zu Hause nachlesen könne. Insgesamt herrschte eine unangenehme, wenig kollegiale Atmosphäre.
Insgesamt war das Tertial fachlich enttäuschend und von mangelnder Anleitung geprägt.
Allerdings war es gleichzeitig auch recht entspannt, da man als PJ-Studierende:r teilweise wirklich früher gehen konnte – schlichtweg, weil es keine konkreten Aufgaben für einen gab. Wer also ein ruhiges Tertial sucht, bei dem man nicht viel tun muss und mit wenig Anleitung leben kann, wird hier vielleicht fündig.
Wer aber ernsthaft etwas über Innere Medizin lernen möchte, ist an dieser Stelle definitiv falsch.