PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Hospital de Santa Maria Lissabon (1/2025 bis 3/2025)

Station(en)
Pankreas-, Leber- und Gallenblasenchirurgie
Einsatzbereiche
Station, Notaufnahme, OP
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Als PJ-Studierende*r am Santa Maria in der Chirurgie wird man in der Regel einem festen Team zugeteilt, ich war z. B. im Pankreas/Leber und Gallenblasenchirurgie-Team. Ein Wechsel wäre vermutlich auch möglich gewesen, falls man sich im Verlauf anders orientieren möchte. Die Assistenzärztinnen in meinem Team waren sehr freundlich und offen. Da mein Portugiesisch nur auf A1/A2-Niveau war, haben sie oft Englisch mit mir gesprochen, was den Einstieg deutlich erleichtert hat. Die Oberärztinnen hingegen haben mich weitgehend ignoriert – vermutlich aufgrund der Sprachbarriere. Eine aktivere Rolle im Team wäre mit besseren Sprachkenntnissen sicherlich möglich gewesen.

Sehr angenehm war auch, dass gleichzeitig viele andere deutsche PJler*innen im Haus waren – einige sogar auf derselben Station. Dadurch hat die Arbeit definitiv mehr Spass gemacht, da man sich auch mal gemeinsam Operationen anschauen konnte oder Pause in der Cafeteria machen konnte.

Der Tagesablauf war relativ flexibel. Man konnte morgens zwischen 8:00 und 9:00 Uhr starten. Der Tag begann mit der Visite um 9, bei der teilweise das ganze Team – bis zu 15 Personen – von Zimmer zu Zimmer ging. Danach konnte man sich frei entscheiden, wie man den Tag gestalten wollte. Eine Möglichkeit war, sich einem Assistenzarzt oder einer Assistenzärztin auf Station anzuschließen und bei klassischen Tätigkeiten wie Blutentnahmen, ABGAs oder anderen Aufgaben mitzuhelfen. Das war eine gute Gelegenheit, um praktisch tätig zu werden.

Mittwochs und donnerstags waren in meinem Team feste OP-Tage. Ich war an diesen Tagen meistens im OP – allerdings musste man sich dort oft mit portugiesischen Medizinstudierenden um einen Platz „streiten“, da maximal zwei Personen gleichzeitig zugelassen waren. Die Operationen selbst waren sehr vielseitig: Von Whipple-OPs über Gallenblasenentfernungen bis hin zu Lebermetastasen- und Karzinomentfernungen war alles dabei. Leider war die eigene operative Mitarbeit sehr begrenzt – meistens durfte man nur zuschauen, und selbst viele der portugiesischen Assistenzärzt*innen standen nur am Rand.

Alternativ konnte man nach der Visite auch jederzeit in die Notaufnahme gehen. Dort war das Arbeiten deutlich praktischer geprägt, und man konnte spannende Fälle mitverfolgen oder sich selbst einbringen. Insgesamt konnte man sich jeden Tag relativ frei nach Interesse zusammenstellen – ob OP, Station oder Notaufnahme. Ich habe auch gelegentlich bei Operationen anderer Teams zugeschaut, wenn dort spannende Eingriffe geplant waren.

Was die Sprache betrifft, ist ein gewisses Maß an Portugiesisch (idealerweise ab A2) auf jeden Fall hilfreich, besonders um mehr vom Stationsalltag, den Übergaben und der Visite mitzubekommen. Ich selbst bin mit meinen Grundkenntnissen und etwas Unterstützung auf Englisch gut durchgekommen, habe aber sicher inhaltlich einiges verpasst, was den tieferen Einblick in das System etwas eingeschränkt hat.

Die Arbeitszeiten waren ebenfalls sehr entspannt. Die portugiesischen Studierenden waren meist nur halbtags im Krankenhaus, und ich habe mich oft angeschlossen und gegen Mittag Feierabend gemacht – es sei denn, es gab noch eine spannende OP oder einen interessanten Fall auf der Notaufnahme. Eine Anwesenheitskontrolle gab es nicht, und die Atmosphäre war insgesamt sehr locker.

Wichtig zu wissen: Man muss einen eigenen Kittel mitbringen, da vor Ort keine gestellt werden.

Grundsätzlich kann ich das Tertial sehr empfehlen, würde allerdings empfehlen - so wie ich- nur zwei Monate dort zu verbringen wenn man wirklich den Anspruch hat was zu lernen. Die Mischung aus 2 Monaten Chirurgie in Deutschland und 2 Monaten in Lissabon war aber perfekt für mich.
Bewerbung
Ich habe mich ca 6 Monate vorher über den Erasmus-Koordinatoren der Medizinischen universität Lissabon (Bernardo) beworben.
Unterricht
Kein Unterricht
Tätigkeiten
Botengänge (Nichtärztl.)
Blut abnehmen
Patienten untersuchen
Briefe schreiben
Notaufnahme
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
Gar nicht

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
6
Ansehen des PJlers
3
Klinik insgesamt
3
Unterricht
6
Betreuung
3
Freizeit
1
Station / Einrichtung
3
Gesamtnote
3

Durchschnitt 3.2