1. Organisation und Team
Die organisatorische Struktur der Abteilung war sehr gut und unkompliziert. Am ersten Tag hat man einen Computerzugang bekommen. Das Team war durchweg freundlich und hilfsbereit, wodurch die Zusammenarbeit angenehm war.
2. Betreuung und Lehre
Die lehrende Betreuung während des Tertials war sehr begrenzt. Versprochener wöchentlicher Unterricht für PJ- und Blockpraktikanten, wie z. B. Ultraschall-, EKG- oder Echokardiografie-Kurse, fand überhaupt nicht statt. Bed-side Teaching, fachärztlich begleitete Einarbeitung und Mentoring wurden ebenfalls nicht angeboten. Die Visiten boten nur eingeschränkte Lernmöglichkeiten, und es gab kaum Gelegenheit, theoretisches Wissen oder praktische Fertigkeiten aktiv zu vertiefen.
An anderen Kliniken sind ausführlichere Visiten, regelmäßige interne Fortbildungen, Leitlinien-Updates und Journal Clubs üblich; dies ist hier bisher nicht etabliert.
3. Eigeninitiative, Interesse und Lernmöglichkeiten
Persönlich hatte ich während des Tertials wenig Interesse an der Chirurgie, weshalb ich mich weniger aktiv in operative Tätigkeiten eingebracht habe. Da das Krankenhaus sehr klein ist, bietet es dennoch für motivierte Studierende Chancen, praktische Erfahrungen zu sammeln.. Eigeninitiative ist daher entscheidend, um einen persönlichen Lerneffekt zu erzielen. Viele Kolleg:innen sind sehr nett und hierarchische Strukturen sind sehr niedrig.
4. Verbesserungsvorschläge
Für PJ-Studierende: klar definierte Aufgaben und Tätigkeiten, sowie einen Mentor als klaren Ansprechpartner.
Für Studierende (und Weiterbildungsassistenten) wären regelmäßige Lehrangebote, z. B. Visiten mit Lehrfokus, interne Fortbildungen, Leitlinien-Updates, Journal Clubs oder ähnliche Lehrformate wünschenswert.
5. Fazit
Wer im PJ vor allem gezielt auf das dritte Staatsexamen vorbereitet werden will oder besonderen fachlichen Mehrwert gewinnen möchte, findet an dieser Einrichtung nur begrenzte Möglichkeiten.