PJ-Tertial Palliativmedizin in Universitaetsklinikum Freiburg (11/2024 bis 3/2025)

Station(en)
Palliativstation / Konsil-Dienst / SPES-Ambulanz
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Mein PJ-Tertial in der Inneren Medizin hatte eine Rotation auf die Palliativstation.
Insgesamt war ich 8 Wochen da und fand die Zeit sehr gut und kann es jeder/jedem von uns weiterempfehlen, wenn man sich für poststationäre Versorgung und Menschen im unheilbar fortgeschrittenen Krankheitsstadium interessiert.

Im allgemeinen waren nebst 10% Schmerzpatienten, ca. 90% Krebspatienten auf der Station versorgt. Bei einer allgemeinen Liegedauer von 2-4 Wochen, gab es Verlegungen ins Hospiz, Pflegeheim, nach Hause oder in die Kurzzeit-/Brückenpflege mit SPES/SAPV-Team.
1 Woche war man im PMD-Konsildienst, wo neben Besuchen im Krankenhaus auch die Patienten im multiprofessionellen Team, bestehend aus Ärztinnen, Pflege, Physiotherapie und Sozialdienst besprochen wurden und eine Verlaufsbeurteilung zur Einschätzung der palliativen Situation zu erstellen. Ziel war also: Braucht Patient/in xy bald eine palliativstationäre Aufnahme, oder gibt es Alternativen die der PMD-Dienst organisieren kann.
Daneben schreibt man im PMD auch Konsilberichte mit allen zusammengefassten Informationen über denjenigen Patienten und kann sich so sehr gut in die Fälle reinversetzen.
1 Woche kann man in dem SPES/SAPV Team mitmachen.
Dort werden Patienten zu Hause, Pflegeheim oder in dringenden Fällen im Hospiz besucht und bezüglich Symptomen behandelt oder unterstützt.
Zusätzlich organisiert der SPES neben dem medizinischen auch die Kontakte zum Sozialdienst oder anderen Einrichtungen die es braucht.
Den Großteil verbringt man auf der Palliativstation, die anders als eine Normalstation egal ob Chirurgie oder Innere abläuft. Alles ist persönlicher, kleiner, mit hoher Achtung des Gegenübers. Also herrschte nicht nur zwischen dem Personal viel Respekt, sondern auch gegenüber den Bedürfnissen der Patienten.
Das multiprofessionelle Team setzt sich hier aus mehr Gruppen zusammen, so dass auch Kunst-/Mustiktherapeutinnen, Seelsorgerinnen und Psychologinnen vertreten sind. Aber auch Ehrenamtliche und Studenten beteiligen sich an der Versorgung.
Zudem hospitiert man 3 Tage verteilt um einen wichtigen Eindruck von der Arbeit der Kolleginnen zu bekommen: je 1 Tag bei der Pflege, Sozialdienst und Psychologin

Ich könnte jetzt noch mehr über Palliativmedizin schreiben, aber wichtig für euch denke ich ist mitzunehmen, dass
1. Klinisch, weniger stattfindet als bei einer Normalstation, dass heißt weniger Diagnostik, weniger Eingriffe etc.
2.Krankheitssituation, oft mega komplex sein kann und dadurch beim kennenlernen auch die Anstrengung größer ist, ein individuelles Behandlungskonzept mit Therapieziel zu finden. Man lernt aber sehr viel vom Patienten.
3.Interdisziplinarität, hier groß steht und Hierarchien flach/kaum vorhanden sind. Alle hören einander zu und tragen das wichtigste aus seinem Blick für die Behandlung der Patienten bei.
4.Poststationäre Versorgung, die man hier wesentlich besser kennenlernt, da man mit dem Sozialdienst und SPES eng zusammenarbeitet und das Umfeld des Patienten kennen muss, um die Konsequenz bei Entlassung einschätzen zu können.

Insgesamt ist eine Rotation auf die Palli empfehlenswert, weil man bei einem etwas ruhigeren Ablauf trotzdem viel zum klinischen Verlauf und dem Umgang mit chronisch kranken Menschen lernen kann und der Umgang aber auch die Organisation viel besser gestaltet sind, als bei Normalstationen. So ist die Stimmung besser, auch wenn die Arbeit psychisch/emotional sehr belastet. Deshalb hat man 1x für die PJs auch Supervision durch Psychologinnen und daneben Austauschmöglichkeit auf Station.
Wenn man sich engagiert, kann man auch selbstständig mit der Ärztin zusammen, die Aufnahmegespräche und die Vorstellung im Team durchführen. Daneben auch viel mit dem Ärzteteam Therapien besprechen, Entlassbriefe durchgehen und viel von den anderen im Team dazulernen.
Unterricht
Kein Unterricht
Inhalte
Fallbesprechung
Sonst. Fortbildung
Patientenvorstellung
Tätigkeiten
Patienten untersuchen
Patienten aufnehmen
Briefe schreiben
Eigene Patienten betreuen
Braunülen legen
Blut abnehmen
Botengänge (Nichtärztl.)
Dienstbeginn
Nach 8:00 Uhr
Dienstende
16:00 bis 17:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
300

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.13