Das Valdecilla ist ein riiiiesiges Krankenhaus.
Ich bin, mehr durch Zufall, auf der Station der allgemeinen Inneren gelandet. Das war auch ganz cool, weil die Ärzte dort total nett waren und ich überall mit hin durfte. Ich bin quasi mit den Assistenzärzten mitgelaufen und die zuständige "Oberärztin" war selber erst vor kurzem fertig geworden mit ihrer Facharztausbildung, ultra nett und hat sich auch viel Zeit genommen mit mir noch mal Dinge durchzusprechen. Sie hat auch dafür gesorgt, dass ich mal "eigene" Patienten hatte, d.h. die Anamnese mit den Patienten auf Station noch mal gemacht habe, sie selbstständig untersucht, anschließend mit Ihr anstehende Untersuchungen und meine Befunde besprochen habe. Das war wirklich sehr cool, die meiste Zeit bin ich aber vor Allem mitgelaufen, da das spanische Ausbildungssystem den Stand eines "PJlers" nicht wirklich kennt. Außerdem ist es in Spanien per Gesetz wohl leider so, dass Studierenden keinen eigenen Zugriff auf die Krankenhaussysteme u.Ä, bekommen dürfen, sodass ich nicht so richtig hilfreich sein konnte,
In der Zeit in der einer der Assis mit denen ich immer mitgelaufen bin im Urlaub war hat er mir seine gegeben, sodass ich dann auch selbstständig Patienten vorbereiten und präsentieren konnte. Das war natürlich sehr cool für micht, aber insgesamt einfach Glüch und ein hoher Vertrauenszuschuss.
Morgens haben wir als erstes immer die Präsentation der Patienten auf der Station vorbereitete, die dann mit unserer Oberärztin besprochen und sind danach mit ihr zusammen auf Visite gegangen. Im Anschluss wurden dann Briefe geschrieben, Untersuchungen angeordnet und ggf, wenn notfällig, diese auch auf Station ausgeführt. In aller Regel wurden die Patienten für die Unterschungen jedoch auf spezielle Stationen gebracht, sodass ich davon leider nicht so viel mitbekommen habe. Generell scheint das Facharztsystem in Spanien noch deutlich stärker spezialisiert zu sein als in Deutschland und jeder verteidigt so ein bisschen seinen eigenen Bereich, was manmchl ein bissl nervig sein kann, weils dann eher zu einem Gegen- als Miteinanderarbeitn verkommt, aber gut.
Meinstens wurde ich dann auch irgendwann zwischen 13 und 14 Uhr wieder nach Hause geschickt, weil die Assis dann nur noch am Briefe schreiben waren und da ich ja keine eigenen Zugangsdaten hatte konnte ich dabei nicht riesig behilflich sein, dass ich auch viel Freizeit hatte.
Die Strände von Santander sind wunderschön und man z.B. auch sehr gut surfen, wenn man das möchte.
Als ich da war waren noch eine ganze Reihe anderer PJler aus verschiedenen Ländern dort, die ich zufällig alle über Bumble Friends kennen gelernt habe, sodass wir auch schnell eine große Truppe aus lokalen Assis und ausländischen PJlern waren, die viel miteinander gemacht haben, das war wirklich sehr sehr cool!
Alles in Allem war es eine coole Erfahrung mal in ein anderes Gesundheitssystme rein zu schnuppern, coole neue Leute kennen zu lernen, einen tollen Sommer zu verbringen und auch medizinisch ein bisschen was mitzunehmen.
Spanisch sollte man, für die Innere, allerdings fließend sprechen, ansonsten wird man wirklich kaum etwas mitnehmen können.
Fürs Chirurgie-Tertial ist es mit deutlich weniger Spanisch da schon sehr viel einfacher, weil die Ärzte eigentlich auch alle einigermaßen Englisch sprechen können.
Beachtet aber, dass ihr für die M3-Anmeldung einen Sprachnachweis vorlegen müsst. Bei mir hat es gereicht, dass ich Spanisch im Abitur hatte, Freunde von mir mussten aber einen B-2-Kurs machen und sich darüber ihr Sprachniveau bescheinigen lassen.