Die Innere war bei mir sehr gemischt und das obwohl ich dieses Fach für die Weiterbildung gewählt habe. Es kommt hier sehr auf die Stationen drauf an, die ihr seht und auch von dem, was Mit-PJler berichtet haben, kann ich ein paar Empfehlungen geben (ihr könnt hier Wünsche äußern, nutzt das!):
- für den Einstieg C1, aber maximal 4 Wochen: Asthma und v.a. COPD in maximaler Häufigkeit, es ist gut, um die Abläufe mal zu lernen und die Pflege ist hier sehr lieb. Es gibt eine Needle Nurse, die ausgesprochen freundlich ist und mit der man sich die Blutentnahmen und Viggos teilen kann. Die Ärzte rotieren, weshalb es schwierig ist, feste Aussagen zum Team zu treffen; generell ist die Arbeitsbelastung verglichen mit Maximalversorgern und Unikliniken sehr gering - dennoch kann man hier Pech haben und an Kollegen gelangen, die ihre eigenen Abläufe brauchen und die es eher verwirrt, wenn man sich einbringen möchte. Im Allgemeinen darf man wenig selbst beitragen, keine eigenen Patienten betreuen und wird oft nicht ganz für voll genommen. Zudem herrscht viel Leerlauf und ich habe es mir irgendwann einfach herausgenommen, um 14 Uhr zu gehen, anstatt von 10-16 Uhr auf eine einzelne Aufnahme zu warten.
- später ggf. A1, eher 2 Wochen: es gab tatsächlich PJler in meiner Rotation, die bewusst nicht hier eingesetzt werden wollten. Ich hatte es mir gewünscht, da ich mich für die Onkologie interessiere und wurde leider ziemlich enttäuscht. Die Ärzte sind alle super super lieb - jedoch sind die Assistenten hier oft nur, um ihre Rotation zu durchlaufen und nicht gerade begeistert über das Fachgebiet. Die Briefe erfordern natürlich viel Arbeit, der Durchsatz an Patienten ist hoch, täglich sind oft 10 Aufnahmen auf dem Plan. Die Organisation ist sehr chaotisch und man muss bei Patienten, die man selbst aufnimmt, extrem aufpassen, dass Aufklärungen und Prämedikation erfolgen. Die Oberärzte sind fachlich und menschlich echt top, jedoch sind die Zuständigkeiten nicht klar verteilt und oft werden komplett verschiedene Aussagen und Beschlüsse getroffen. Es gibt auch hier eine Needle Nurse, diese ist aber extrem speziell und wünscht keine Hilfe von Studenten, außer es brennt komplett/ist nach 12:30Uhr/ist Freitag. Das ist echt schade, da man sich von ihr auch keine Tipps holen kann, was bei dem Venenklientel wirklich sehr hilfreich sein könnte. Mit der Pflege war es extrem schwierig; meine Erfahrungen waren einmal die lautstarke Aussage, dass ich einen älteren Herren mit Lungenkarzinom und akutem fieberhaftem Infekt gerne dreimal für die Blutentnahme stechen solle, da er die Frechheit gehabt hätte, einfach in die Klinik zu kommen, statt zum Hausarzt zu gehen und ein anderes Mal das Unterbrechen eines Angehörigengesprächs durch eine Pflegekraft mit den Worten "das hier ist nur unsere Studentin, sie ist keine Ärztin und kann Ihnen keine Informationen geben". Meine Aufgaben waren vor allem Chemos an-, um- und abhängen. Zum Teil auch mal bis spät am Nachmittag - sicher hätte ich es nicht machen müssen, aber die Patienten warten zum Teil ewig und können vorher nicht entlassen werden, deshalb habe ich mich dann erbarmt.
-LZB, 1 Woche ist ausreichend: Hier war das Team mega nett, insbesondere die Atemtherapeuten haben unfassbar viel erklärt und man durfte die Beatmungsmasken auch selbst aufsetzen und alle Modi ausprobieren. Da auch die Frührehabilitation dort noch ein paar Zimmer hat, konnte man auch mal etwas andere Krankheitsbilder sehen. Es gab meist 4-6 Aufnahmen pro Tag, die man dann auch mit der Oberärztin besprochen hat. Diese erklärt echt viel und ist einfach top. Man kann auch auf die ITS gehen, dort soll man aber je nach Arzt zum Teil um 7 Uhr erscheinen, um dann 1 BE zu machen und bis zur Visite um 10 Uhr zu warten.
andere Stationen, die ich nicht selbst gesehen habe: sehr zu empfehlen ist die Privatstation, da man hier Onkologie und Pneumologie gleichzeitig betreut. Das Team inkl. Ärzten und Pflege ist richtig toll und respektvoll, man bespricht alle Patienten im Detail und übernimmt quasi Aufgaben wie ein frisch gebackener Assistent. Dann gibt es noch die Infektiologie, die vor allem TBC Patienten betreut. Hier gibt es wenig Blutentnahmen, aber manchmal viele Aufnahmen, die relativ zeitaufwändig sein können. Das Team soll auch dort sehr nett sein.
Fazit: vermutlich besser für das erste Tertial als sanfter Einstieg geeignet. Die Ärzte sind alle extrem freundlich und bemüht, jedoch hat man viel Leerlauf und die Tage sind trotzdem relativ lang, wenn man sich nicht aktiv selbst nach Hause schickt. Wer gerne viel selbstständig arbeiten will, ist meiner Meinung nach woanders besser aufgehoben. Man kann immer gerne überall zuschauen, aber selber machen muss man sich erkämpfen und der Umgang mit der Pflege ist manchmal schwierig.