Ich habe mein PJ-Tertial in der medizinischen Mikrobiologie am UKSH Lübeck absolviert, um einen realistischen Einblick in das Fach über das Praktikum hinaus zu gewinnen. Die Organisation im Vorfeld war sehr gut – ich erhielt alle Unterlagen und Zugangsdaten und wurde beim Einführungstag herzlich aufgenommen. Auch in meiner Abteilung fühlte ich mich schnell ins Team integriert und bekam einen eigenen PC-Arbeitsplatz.
Die Einarbeitung verlief anfangs etwas zäh, da das Labor gerade in ein anderes Gebäude umzog, Umstrukturierungen mit dem Labor am Campus in Kiel stattfanden und es kein praktisch etabliertes PJ-Programm gab. In den ersten Tagen machte ich mich selbstständig mit den Abläufen und Arbeitsanweisungen vertraut. Nach wenigen Tagen konnte ich dann die ärztlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begleiten – vom Auslesen der Identifizierungs- und Resistenztests über das Ablesen der Platten bis hin zur Beurteilung positiver Blutkulturen. Mit der Zeit durfte ich unter direkter Anleitung auch selbst Platten ablesen, Telefonate mit den Kliniken führen und eigenständig Ergebnisse vorvalidieren. Neben der Routinearbeit nahm ich an Fallkonferenzen, Fortbildungen sowie Hospitationen im Labor in Kiel, auf der infektiologischen Station und im Forschungslabor teil. Am Ende führte ich ein kleines Projekt zur Auswertung eines Bakteriums durch, das ich bei einer Fallkonferenz vorstellte.
Das Team und auch die Oberärztin haben sich Mühe gegeben, mich einzubinden und Lernmöglichkeiten zu finden. Ich fand aber, dass der Lernerfolg letztendlich doch sehr vom eigenen Engagement abhängt – was für mich wiederum gut passte, da ich meine Lernziele gerne selbst setze. Wer sich weniger leicht selbst motivieren kann, könnte es hier etwas schwerer haben. Fairerweise muss man außerdem sagen, dass die meisten PJ-Tätigkeiten eher der eigenen Übung dienten, da alles ärztlich kontrolliert werden musste, und dass die Aufteilung der Labordiagnostik zwischen Lübeck und Kiel die Bandbreite der täglich bearbeiteten Fälle etwas einschränkt.
Insgesamt war das Tertial für mich sehr lehrreich, und ich würde es allen empfehlen, die Interesse an Mikrobiologie und Infektiologie haben.