Tätigkeiten:
Man wird zu je ca. einem Drittel der Zeit in der Viszeral-CH, Unfall-CH und Notaufnahme eingeteilt. Je nach Abteilung sind die Aufgaben natürlich etwas anders. In der Viszeral-CH ist man relativ viel im OP, was ich persönlich aber ganz nice fande, weil man eigentlich immer, wenn man angerufen wurde Kamera bei den Laps führen, saugen oder zunähen durfte. Man hatte also immer was zu tun. Ansonsten konnte man natürlich auch freiwillig mit in den OP, wenns was Interessantes gab. Auf Station war ich neben der Visite größtenteils mit Briefe schreiben beschäftigt. Blutentnahmen machen die Stationssekretärinnen.
In der Unfallchirurgie wird man weniger in den OP gerufen, darf, wenn man möchte aber meistens auch assistieren und v.a. beim Chef und den OÄ auch mal bohren, schrauben, fühlen etc. Auch hier ist man auf Station hauptsächlich mit Visite und Briefen beschäftigt.
In beiden Abteilungen habe ich keine eigenen Pat. übernommen, hatte aber auch nicht gezielt danach gefragt.
In der Notaufnahme, übernimmt man sehr schnell eigene Pat., die man sich zuerst allein anschaut und mit den Ärzten / PAs durchspricht. Nach ein paar Tagen konnte man dann auch weitgehend selbstständig die Diagnostik und Therapie durchführen (Bildgebung planen, nähen etc.).
Außerdem konnte man eigentlich überall hinrotieren Wirbelsäulen-CH, Uro etc.), sogar in die Partnerklinik in Altötting (Handchirurgie, Gyn etc.).
Lehre:
Der PJ-Unterricht findet planmäßig 3x pro Woche statt. V.a. der chirurgische fand zwar nicht immer wie geplant statt, wenn der/die OperateurIn noch im OP war, wurde aber eigentlich immer nachgeholt.
Umgebung:
Ich wollte in die Nähe der Berge, um dort wandern zu gehen. Letztendlich war ich dann doch etwas weiter weg (ca. 1 h Fahrt in die Alpen), konnte aber acuh innerhalb einer Stunde nach München und Salzburg. Mühldorf an sich ist eine relativ kleine Stadt aber erstens mit der Bahn ziemlich gut angebunden und gerade im Sommer findet man auch ohne nach München zu fahren jede Menge zu tun.
Rahmenbedingungen:
Man bekommt ein relativ typisches Gehalt von 420€, zusätzlich aber eben auch eine komplett kostenlose Unterkunft, die für ein Wohnheim sehr annehmbar ist. Es hat sich angefühlt wie ein Mittelmaß zwischen WG und Wohnheim. Jedes Zimmer hat seine eigene Toilette und Dusche, wenn auch nicht bei allen direkt am Zimmer. Das Haus liegt ca. 10 min Fußweg durch einen schönen Park vom Klinikum entfernt, was meiner Meinung nach unschlagbar war. Es liegt allerdings an einer relativ viel befahrenen Straße, weshalb ich immer mit Oropax geschlafen habe.
Es gibt einen Studientag pro Woche, auch wenn das offiziell nirgends steht. Solange man es nicht übertreibt und immer min. 1 PJler anwesend ist gab es bei uns keine Probleme.
Fazit:
Ich habe von Mühldorf bekommen, was ich erwartet und erhofft hatte. Die Ärzte sind ausnahmslos super nett und auch das restliche Personal ist sehr zugewandtund freundlich. Ich will nicht in die Allgemein- / Unfallchirurgie und wollte ein nettes kleines Haus, in dem ich die allgemeinchirurgisches Grundlagen lerne, ohne nur als Hakenhalter ausgenutzt oder ständig angemeckert zu werden. Der Freizeitwert in diesem Tertial war wahnsinnig hoch, v.a. auch mit den Studientagen. Es ist natürlich ein kleines Haus auf dem Land, was die durchgeführten Eingriffe natürlich einschränkt. Für mich war es aber total ausreichend und ich habe trotzdem viel gelernt. Ich würde das Tertial genau so wieder machen.