Das Neurologie-Tertial im Städtischen Klinikum Braunschweig war für mich das beste PJ-Tertial und hat mein Interesse an der Neurologie nachhaltig gestärkt. Von Beginn an wurde ich als angehende Kollegin wahrgenommen und sehr herzlich ins Team aufgenommen.
Die Chefärztin sowie die Oberärzt:innen fördern die Selbstständigkeit der PJ-Studierenden von Anfang an. Insgesamt besteht eine sehr enge 1:1-Betreuung durch Assistenzärzt:innen und Oberärzt:innen, wodurch man jederzeit feste Ansprechpartner hat. Mir wurden eigene Patient:innen zugeteilt, die ich weitgehend selbstständig betreute und täglich mit den Oberärzt:innen besprach. Die Lehre ist ausgesprochen gut, strukturiert und praxisnah.
Zu meinen regelmäßigen Aufgaben gehörten Patientenaufnahmen inklusive Anamnese und neurologischer Untersuchung, die Vorstellung der Patient:innen während der täglichen Visite, das Anmelden diagnostischer Untersuchungen, das Beantragen von Rehabilitationsmaßnahmen, das Schreiben von Arztbriefen sowie das Verordnen von Medikamenten unter Supervision. Zudem fungierte ich – ebenfalls unter Supervision – als Ansprechpartnerin für Angehörige, was mir einen sehr realistischen Einblick in den ärztlichen Alltag vermittelte.
Ich durfte viele praktische Tätigkeiten übernehmen, u. a. die Betreuung eigener Patient:innen, das regelmäßige Durchführen von Liquorpunktionen sowie die Begleitung von Patient:innen zu Untersuchungen (z. B. TEE, TTE, Neurophysiologische Diagnostik), je nach Interesse und zeitlicher Kapazität. Blutentnahmen und Viggos werden in der Regel von den lieben MFAs und KollegInnen der Pflege übernommen; als PJler:in springt man nur ein, wenn Unterstützung benötigt wird.
Besonders positiv hervorzuheben ist der strukturierte Rotationsplan (Normalstation, Stroke Unit, Notaufnahme, Funktionsdiagnostik, Intensivstation), der sicherstellt, dass man alle Bereiche der Neurologie umfassend kennenlernt. Eigene Zugänge zu SAP und Meona erleichtern das selbstständige Arbeiten erheblich.
Ein besonderes Highlight waren die ausführlich und sehr gut strukturierten Probeexamina, die von der Chefärztin persönlich durchgeführt wurden. Sie nimmt sich dafür einen ganzen Nachmittag Zeit, bereitet die Inhalte gründlich vor und geht individuell auf den Wissensstand ein. Dies war extrem hilfreich, realistisch und hat mir viel Prüfungsangst genommen – die Prüfungsvorbereitung ist absolut machbar.
Das gesamte Team – Oberärzt:innen, Assistenzärztinnen und die Chefärztin – fördert aktiv das individuelle Potenzial, motiviert sehr und vermittelt durchweg das Gefühl, ein vollwertiges Teammitglied zu sein. Die Hierarchien sind flach, der Umgang untereinander äußerst kollegial und wertschätzend.
Unter der Woche finden zahlreiche interne Fortbildungen und Boards statt (Tumorboard, neurovaskuläres Board, Neuropathologie-Konferenz, M&M-Konferenz).
Zusätzlich gibt es dienstags und donnerstags von 15–16 Uhr einen freiwilligen PJ-Unterricht vom Krankenhaus - vertreten durch alle Fachabteilungen. Über alle Angebote wird man in einer internen PJ-WhatsApp-Gruppe informiert, in die man zu Beginn des Tertials aufgenommen wird.
Fazit:
Ein fachlich wie menschlich hervorragendes PJ-Tertial mit exzellenter Lehre, hoher Eigenverantwortung und einem großartigen Team. Uneingeschränkt empfehlenswert!!!