Die Plastische Chirurgie am Marienhospital genieÃt nicht nur deutschlandweit, sondern auch international einen renommierten Ruf. Eine Besonderheit des Hauses ist die historisch gewachsene Struktur mit zwei eigenständigen Abteilungen: GEPL und REPL. Im Rahmen des Praktischen Jahres besteht die Möglichkeit, jeweils acht Wochen in beiden Bereichen zu rotieren und so das gesamte Spektrum der Plastischen Chirurgie in auÃergewöhnlicher Breite kennenzulernen.
Die GEPL-Abteilung ist insbesondere für ihre funktionell-ästhetische Rhinoplastik renommiert. Darüber hinaus bietet sie ein breites operatives Spektrum im Gesichtsbereich, sowie zahlreiche Eingriffe bei Basalzell- und Plattenepithelkarzinomen.
Die REPL-Abteilung deckt im Wesentlichen alle rekonstruktiven Eingriffe unterhalb des Gesichts ab und gehört deutschlandweit zu den führenden Zentren für Brustrekonstruktionen. Zusätzlich umfasst ihr Spektrum freie Lappenplastiken, Handchirurgie und komplexe mikrochirurgische Eingriffe. Die fachliche Expertise und das operative Niveau beider Abteilungen sind beeindruckend und bieten PJ-Studierenden eine auÃergewöhnliche Möglichkeit, das Fach in seiner gesamten Breite kennenzulernen und zu vertiefen.
Da ich aus persönlichem Interesse überwiegend in der GEPL-Abteilung eingesetzt war, kann ich insbesondere für diesen Bereich sprechen. Neben der hohen fachlichen Qualität habe ich vor allem das auÃerordentlich freundliche Arbeitsklima erlebt. Das ärztliche Team, das OP-Personal, die Station waren jederzeit hilfsbereit und entgegenkommend.
Je nach Ausbildungsstand darf man aktiv assistieren, eigenständig nähen, Wundversorgungen übernehmen und Patienten mitbetreuen. Fragen sind jederzeit willkommen und werden geduldig sowie auf Augenhöhe beantwortet. Auch im OP findet kontinuierliches Teaching statt. Besonders hervorheben möchte ich die von Chefarzt Dr. Haack angebotenen Seminartage, die inhaltlich äuÃerst fundiert und zugleich professionell sowie angenehm gestaltet waren. Ich habe enorm viel gelernt.
Vielleicht liegt es am Wahlfach, allerdings ist noch zu erwähnen, dass der Chefarzt bei REPL sehr streng ist. Bei REPL wird automatisch viel Engagement und Mitarbeit erwartet. Man ist automatisch auch eingebunden 1. im OP als PJler fest eingeplant & auch dafür ein Paper der Wahl zu einem bestimmten Termin vorzutragen. Es ist natürlich gut, dass die Abteilung Journal Clubs und viel „Einsatz“? führt. Allerdings empfehle ich darum das Tertial in diesem Haus nur diejenigen, die bereit sind für dieses Fach viel Einsatz zu investieren. Für mich persönlich war die Stimmung in der Abteilung nicht besonders angenehm, da für mich dieses Tertial ein Versuch/Einblick war, ob mir diese Fachabteilung überhaupt gefällt/ob ich mir das langfristig vorstellen könnte. Meine Schlussfolgerung entsprechend in der REPL war schwierig. Die Assistenzärzte waren jedoch alle Abteilungsübergreifend sehr freundlich, wenige Ausnahmen gibt es natürlich immer.
Insgesamt für PJler bemüht sich das Haus um gute Bedingungen: (altes) Wohnheim: es gibt Einzelzimmer-Wohnungen sowie kleine Wohnheimzimmer mit gemeinsamer Küche.
Mittagessen bekommt man zum Mitarbeiter-Preis. (3 Menüs; preislich 3-8€)
Eine gute Einführung die PJ-Koordinatorin ist sehr freundlich und hilfsbereit. Allerdings auch alle insgesamt doch etwas ahnungslos, wenn es um die Uni-Orga geht, da es ein externes Krankenhaus ist.
Sehr gut fand ich den PJ-Unterricht (3x/Woche) in dem Haus. Gut gestaltet, lehrreich, aber keine strengen Kontrollen.
Hier wurde mir von Anfang an aber auch gesagt, dass man insbesondere in der REPL-Abteilung nicht zum PJ-Unterricht gehen kann/darf?…
Für mich war der Eindruck in Konklusion: Team der GEPL sehr flexibel und REPL sehr sehr streng.
Für mich persönlich war es eine lehrreiche, aber anstrengende Zeit.