PJ-Tertial Innere in Klinikum Bamberg (11/2025 bis 3/2026)

Station(en)
Kardio, Gastro
Einsatzbereiche
Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, Station, Diagnostik
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Das Klinikum Bamberg wurde bisher immer sehr gut bewertet. Das hat sich natürlich rumgesprochen und daher war es erstmal gar nicht so leicht einen Platz zu bekommen. Durch die ganzen positiven Bewertungen ist man auch mit recht hohen Erwartungen ins PJ gestartet. Im folgenden Bericht versuche ich daher so realistisch wie möglich zu bewerten.

Erster Tag: man organisiert sich bei der Personalabteilung (Erdgeschoss) seinen Laufzettel und an der Pforte die Parkkarte. Im Anschluss wird man in den Keller geschickt und erhält seinen Transponder (dieser ist Schlüssel für sämtliche Türen, Karte für das Cafeteria-Essen, Zugang zu den Lockerbags, Zugang zur Kleidung am Wäscheautomat). Zudem werden in der Wäscherei die Kleidergrößen für die Kasacks bestimmt, sodass man sich diese am Wäscheautomat bequem holen kann. Im Keller befinden sich auch große Sammelumkleiden. Einen eigenen Spind gibt es nicht, dafür aber die Lockerbags. In diesen kann man seine Kleidung für den Tag verstauen, für Wertsachen sind diese nicht geeignet. Wir sind am ersten Tag ziemlich durch die Gegend geirrt. Eine Führung oder Ähnliches bekamen wir nicht.

Kardio/Gastro Stationen:
Es läuft auf allen Stationen ähnlich (Ausnahme Hämato-Onko): man verschafft sich einen Überblick über die Station, läuft Visite, macht Visitendoku und legt Briefe für die Patienten an. Unter Umständen übernimmt man noch andere Tätigkeiten, die so anfallen. Dann wartet man auf die Kurvenvisite mit dem Oberarzt und im Anschluss wird weitere Diagnostik für die Patienten angeordnet. Man nimmt kein Blut ab oder legt Zugänge, dafür gibt es in Bamberg MFAs. Man kann bei Interesse aber mitlaufen. Wie sich der Stationalltag gestaltet und wie viel man lernt, hängt extrem vom Assistenzarzt ab. An manchen Tagen sitzt man nur sinnlos rum, an anderen Tagen wird man richtig eingebunden. Auf Station passiert insgesamt nicht viel. EKGs, Sonos, Punktionen und alles weitere wird ausschließlich in den Funktionen gemacht. Auf der Hämato-Onko werden wohl Knochenmarkspunktionen und ZVKs auf Station durchgeführt/gelegt und ggf an PJler übergeben. Ich war dort selbst nicht, aber die Abteilung ist extrem beliebt unter den Studenten.
Insgesamt Note 2-3

Funktionsabteilungen:
Kardio: Hier werden TTEs, TEEs, Pleurapunktionen, Koros und Schrittmacherimplantationen gemacht. Man kann sich hier alles ankucken und je nach Oberarzt wird gar nichts bis viel erklärt. Selbst Hand anlegen ist eher schwierig. Wenn man Glück hat, darf man mal ein Herzecho machen.
Gastro: Hier finden Abdomen-Sonos, Aszites-/Pleurapunktionen, Kontrastmittelsonos, Leberpunktionen, Gastros, Kolos und Endosonos statt. Man darf viel selbst schallen und es wird viel erklärt. Ggf darf man auch mal ein Gastroskop selbst in die Hand nehmen und nach dem Oberarzt spiegeln. Wenn man Glück hat und sowohl ein netter Oberarzt als auch ein geeigneter Patient da ist, könnte ich mir vorstellen, dass man auch mal selbst punktieren darf. Da aber immer viele Assistenten eingearbeitet werden, muss man wirklich EXTREM viel Glück haben.
Insgesamt kamen mir die Gastroenterologen interessierter an der Lehre vor.
Insgesamt Note 1-2

Intensiv:
Muss man sich selbst organisieren und ist extrem beliebt. Absolut schreckliche Rotation! Die männlichen Oberärzte sind im duo schwer-, im trio gar nicht zu ertragen. Bei der Visite sind Sprüche wie „hier liegt das nächste opfer“ keine Seltenheit. Als PJ geht man eher unter, auf Fragen bekommt man von oberärztlicher Seite meist dumme Antworten, die wohl witzig sein sollen. Die Assistenten sind nett, aber oft selbst noch überfordert bzw. trauen sich logischerweise nicht gegen die Oberärzte was zu sagen. Dass während der Rotation ein Assistenzarzt eingearbeitet wird, kommt regelmäßig vor. Dann sinkt natürlich die Chance, dass man mal einen ZVK oder Arterie legen darf. Wenn man das darf, muss man genug A**** in der Hose haben, um das mit den Oberärzten zu machen. Laut Assistenzärzte haben wohl viele Angst vor ihrer Intensiv-Rotation, wenn man dann da ist, wäre es wohl (Zitat) „gar nicht sooo schlimm“. Insgesamt hab ich viele BGAs abgenommen, hier und da mal nen Zugang gelegt und auch kardiovertiert (das macht man vor allem, weil die Oberärzte das blöd finden und nicht weil man so toll angelernt wird). Highlight waren zwei Bronchos und ne Arterie, die ich mit nem Assistenten zusammen gemacht habe. Zusätzlich bin ich freiwillig bei der Pflege für ein paar Tage mitgelaufen. Hier konnte man viel über Perfusoren und Infusomaten lernen, bei der Medikamentengabe und bei anderen Tätigkeiten unterstützen (z b Magensonde). Insgesamt keine schöne Rotation, mit Eigeninitiative jedoch erträglich.
Insgesamt Note 4-5

Notaufnahme:
Ebenfalls selbstständig zu organisieren und sehr beliebt. Man kann Patienten anamnestizieren, untersuchen und den Arztbrief anlegen. Man kommt oft zum schallen und darf sich für „seine Patienten“ auch die weitere Diagnostik überlegen und ggf anmelden. Auch hier kann man blöde Tage erwischen, an denen man wie Luft behandelt wird. Immer alles abhängig vom Personal, das am jeweiligen Tag eingeteilt ist. Insgesamt ein nettes Team, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Insgesamt Note 1-2

Zusammenfassend ist es ein solides Tertial, man bekommt einen guten Überblick über die Innere. Wie in vorherigen Berichten suggerierend, fallen einem aber nicht ständig Punktionen und ZVKs in die Hände. Wie selbstständig man arbeiten darf und wie viel man machen darf, hängt extrem vom Arzt ab. Man muss sozusagen zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Für das PJ Logbuch interessiert sich niemand, man bekommt seine Unterschriften unabhängig davon, wie viel man tatsächlich gemacht hat, das fand ich persönlich schade (wozu dann das logbuch?). Die „Fortbildungen“ finden oft nicht statt bzw werden spontan in irgendwelche Räume verlegt, sodass man erstmal suchen muss. Meistens sind sie dann von durchwachsener Qualität. Man hat zudem 16 Studientage, die man sich frei einteilen kann.
Unterricht
1x / Woche
Inhalte
Sonst. Fortbildung
Tätigkeiten
Botengänge (Nichtärztl.)
Rehas anmelden
Notaufnahme
Patienten untersuchen
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
Dienstbeginn
7:00 bis 8:00 Uhr
Dienstende
Vor 15:00 Uhr
Studientage
1x / Woche frei
Tätigkeiten
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Gehalt in EUR
500

Noten

Team/Station
2
Kontakt zur Pflege
2
Ansehen des PJlers
2
Klinik insgesamt
3
Unterricht
5
Betreuung
3
Freizeit
1
Station / Einrichtung
2
Gesamtnote
3

Durchschnitt 2.73