Diagnostik, Station, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Notaufnahme, OP
Heimatuni
Greifswald
Kommentar
Allgemeines
Ich habe mein Chirurgie Tertial (und auch erstes Tertial) am DRK KH Grimmen absolviert und kann dies wirklich uneingeschränkt empfehlen.
Das KH ist ein kleines Haus mit insgesamt ca. 106 Betten, wobei ca. 60 auf die Unfall/Ortho, Allgemeinchirurgie und Plastische-Chirurgie entfallen. Dementsprechend findet man hier natürlich nicht die großen und aufregenden Operationen, aber eine solide Basis, welche man für das M3 letztendlich braucht.
Die Atmosphäre ist familiär, die Hierarchien sind flach und man wird als PJler wirklich herzlich aufgenommen, sowohl von ärztlicher Seite, als auch von der Pflege und dem OP-Team. Ich habe während meines gesamten Studiums keine so netten chirurgischen Abteilungen erlebt.
Die Vergütung beträgt 600,- und man bekommt Mittagessen, Wasser, Kaffee und Tee kostenlos gestellt.
Prinzipiell ist es wohl auch möglich eine Unterkunft zur Verfügung gestellt zu bekommen.
Arbeitsbeginn ist um 07:00 Uhr. Es wird jedoch gerne gesehen, wenn man 5 Minuten früher dort ist um ggf. OPs für den Tag anzuzeichnen, aufzunehmen, oder auch nochmal schnell EKs einzukreuzen.
Feierabend ist montags bis donnerstags offiziell um 16:00 Uhr, sowie freitags um 14:00 Uhr. Man darf aber eigentlich immer nach der Nachmittagsbesprechung um 15:00 Uhr bzw. 12:00 Uhr gehen.
Bei der Regelung der Studientage/Zeit für das Selbststudium sind sich die Partein dort nicht ganz einig. Wenn man aber ein Tag frei brauchte, war dies jedoch nie ein Problem.
Unfallchirurgie/Orthopädie
Eine super erste Station. Das Team ist top organisiert und integriert einen sofort in den Alltag.
Um 07:00 Uhr geht es mit der Visite los bei der man als PJler explizit erwünscht ist. Danach erfolgt dann die Morgenbesprechung zusammen mit der Allgemeinchirurgie. Im Anschluss stehen die Blutentnahmen an (welche allerdings auch von der Pflege übernommen werden, sollte man anderweitig beschäftigt sein).
Man kann sich immer frei entscheiden, ob man lieber Stationsarbeit mit z.B. Patientenaufnahmen machen möchte, oder in den OP zum assistieren möchte. Egal wie man ist immer überall gerne gesehen und es zwingt einen niemand zu etwas.
Wie oben schon erwähnt ist das OP-Spektrum nicht sehr breit gefächert. Hauptsächlich erfolgen elektive Eingriffe wie z.B. Hüft- und Kniegelenks-TEP. Man kann aber auch jederzeit zu den Belegärzten in den OP, sodass man z. B. auch bei Wirbelsäulen-OPs assistieren kann.
In der Notaufnahme darf man, je nachdem wie viel man sich zutraut, eigene Patienten übernehmen, die Wundversorgung übernehmen, sonografieren etc.
Der PJ-Unterricht wird auch von hier aus durch die OÄ Ruthenberg organisiert, die sich wirklich viel Zeit und Mühe gibt. Hier auch nochmal ein gesondertes Dankeschön dafür! Angedacht ist, dass 1x pro Woche der Unterricht stattfindet. Dies hat meistens auch gut funktioniert.
Allgemeinchirurgie/Plastische Chirurgie
Eine deutlich kleinere Station die sich von der Allgemein- und Plastischen Chirurgie geteilt wird, aber nicht weniger nett ist. Die Station ist leider nicht ganz so gut organisiert und strukturiert wie die UCO. Mir hat es hier, trotz mehrfachen ansprechens, ein wenig an Einarbeitung und Feedback gefehlt. Was jedoch auch der personellen Situation geschuldet sein kann.
Die Arbeitszeiten sind wie auf der Unfallchirurgie mit dem Unterschied, dass die Visite erst um 07:15 Uhr startet. Da allerdings die OP-Patienten erst am OP-Tag aufgenommen werden, sollten hier die Aufnahmen am Besten schon vor der Visite gelaufen sein. Auch hier wird es gerne gesehen, wenn man die Blutentnahmen übernimmt, was jedoch auch von der Pflege oder den Assistenzärzten übernommen wird.
Insgesamt ist hier weniger los, sodass es ab und zu auch zu Leerläufen kam, welche man dann aber auch immer gut mit der NA oder dem OP überbrücken konnte.
Prinzipiell ist man hier deutlich häufiger von vorne herein in den OP eingeteilt, und es wird auch ehr erwartet, dass man mit am Tisch steht. Man kann sich aber auch mit den Assistenzärzten absprechen, wenn man partout nicht mit in den OP kann/will.
Das OP-Spektrum der Allgemeinchirurgie erstreckt sich hauptsächlich über die Bauchchirurgie wie die laparoskopische Hernienchirurgie, CCEs oder Kolektomien, aber auch die Schilddrüsenchirurgie ist vertreten.
Ein direkter Einsatz in der Plastischen Chirurgie ist nicht vorgesehen, aber es bietet sich an, wenn man auf der Allgemeinchirurgie ist, hier mit in den OP zu gehen. OA Lau freut sich immer, wenn man bei seinen OP assistiert (auch wenn man eigentlich überflüssig ist) und lässt einen auch mal an einer abgesetzten Bauchdecke Verschiebeplastiken üben.
Fazit:
Insgesamt hatte ich eine schöne und lehrreiche Zeit in Grimmen. Die Menschen dort haben sich alle Mühe gegeben mir etwas für meine Zukunft mitzugeben und ich werde immer gerne an meine Zeit dort zurückdenken.
Bewerbung
Das DRK KH Grimmen ist ein Lehrkrankenhaus der Uni Rostock. Die Bewerbung erfolgt über das PJ-Portal.