man rotiert in die endoprothetik, septische chirurgie, unfallchirurgie und notaufnahme
Septische Chirurgie:
diesen Part fand ich am schlimmsten :)
An sich sind die Krankheitsbilder interessant; weil es ein Mix aus Unfall und Innere ist, allerdings ist die Situation auf Station sehr angespannt. MFAs wälzen Blutentnahmen auf PJler ab, manchmal 15 BE die man alleine am morgen machen muss und wenn man dann zuspät in den OP kommt, wird man angemeckert :) Lässt man allerdings die Blutentnahmen liegen wird die Verantwortung von der MFA schnell auf PJler abgewälzt und es heißt man brauche Verlaufswerte der Patienten : D
Man hat überhaut nicht das Gefühl, dass die Ärzte hier die Arbeit der Studenten wertschätzen und fühlt sich eher so als würde man eine billige Arbeitskraft sein. Einmal wurde ich während der Visite von einem Arzt gefragt, ob es keine Blutentnahmen zu erledigen gibt (obwohl ich einfach auf Visite mitlaufen wollte und die BEs im Anschluss machen wollte, das hat mir das Gefühl gegeben ich sei während der Visite nicht erwünscht).
Die OTAs geben Studenten hier manchmal das Gefühl, dass sie nicht willkommen sind und eine Belastung darstellen.
Endoprothetik: nettes Team, auf Station ist ein PA, der Wert darauf legt, dass die Studenten sich wohlfühlen und etwas lernen, auf Station macht man überschaubare Blutentnahmen, läuft auf Visite mit, macht mit dem super netten PA Prothesenplanungen und kann in den OP.
Manchmal haben die Ärzte bezahlte Hakenhalter, an diesen Tagen macht man nach der Visite wirklich nichts und es wird schnell langweilig.
Oberärzte und der Chefarzt sind sehr nett und man hat generell das Gefühl, dass die Arbeit der Pjler wertgeschätzt wird und flache Hierarchien herrschen. Minuspunkt ist, dass die OPs hauptsächlich Hüft Teps sind und man spätestens nach der 2 Hüfttep an einem Tag seine Arme nicht mehr spürt, es kann also schon mal körperlich anstrengend sein und man lernt nicht wirklich was im OP außer Hakenhalten.
Notaufnahme:
hier fand ich es als PJler am coolsten, man darf Patienten selbständig aufnehmen, Anamnese machen, körperlich untersuchen, schallen und anschließend D-Arzt Berichte oder Arztbriefe verfassen. Die Ärzte waren hier mega nett und haben auch zwischen durch immer mal was abgefragt oder erklärt, immer in einem freundlichen Rahmen. Im Schockraum sieht man auch interessante Fälle, darf mit anpacken und auch mal ne Schockraumdokumentatipn schreiben.
Leider kann man aber nicht immer in die ZNA, weil dort oft Famulanten sind.
Bewerbung
Insgesamt würde ich die BGU nicht empfehlen, wenn man nicht unbedingt Unfallchirurg/Orthopäde sein will, da man wirklich nicht viel lernt und eher als billige OP Kraft ausgenutzt wird.
Ich bin sehr froh, dass ich das halbe Chirurgie Tertial noch im Nordwest Krankenhaus hatte, dort hatte ich wirklich Spaß und den Eindruck etwas gelernt zu haben.