Der Anfang war durch die zuständige Fr. Miram gut strukturiert, auch wenn ich nicht alle Emails so erhalten habe wie die Anderen, ich denke das wird einfach ein Fehler im Verteiler gewesen sein. Ich stellte mich am ersten Tag um 8 Uhr in der Geriatrie vor und der dort zuständige Oberarzt hat uns beide Geri Pjler*innen sehr freundlich willkommen geheißen und zur Wäsche- und Schlüsselausgabe gebracht, dann konnten wir uns erstmal umziehen und wurden dann zu unseren Stationen verteilt. Im dritten PJ-Tertial bietet das Sana leider keine Rotationen an, ich verstehe die Argumentation, dass wir dann von jedem Fachbereich nur wenig haben, hätte mir allerdings trotzdem eine Rotation gewünscht. Alle internistischen PJler*innen sind auch fest zwei Wochen in der Rettungsstelle, das war sehr lehrreich und man kann viel alleine machen (Patient*innen befragen, untersuchen, alles mit dem Sono machen, was man möchte). Da habe ich mir immer viel Zeit nehmen können um wirklich davon zu profitieren und es dann mit den zuständigen Assistenzärzt*innen weiter besprochen. Dort war es auch sehr entspannt falls man mal später kommt oder früher gehen muss, das fand ich sehr nett.
Auf der geriatrischen Station hatte ich auch ein super PJ-Tertial. Ich war nach den ersten beiden Tertialen etwas desillusioniert, was die klinische Arbeit angeht, aber konnte die Freude daran jetzt doch noch wiederentdecken, weil es mir dort so gut gefallen hat und ich viel lernen konnte. Daher auch ein großes Dankeschön an dieser Stelle:) Auf der Station gab es zwei Assistenzärzte und einen Oberarzt, alle haben mich super nett empfangen und ich habe mich sehr schnell gut ins Team integriert gefühlt. Das war auch einer der Gründe, warum es mir dort gut gefallen hat, ich hatte nicht das Gefühl ein drittes Rad am Wagen zu sein, sondern wirklich was lernen zu können. Blutentnahmen und Zugänge habe ich mir mit den Ärzt*innen aufgeteilt, wenn ich mal Hilfe brauchte war das nie ein Problem, im Gegenteil, mir wurden dann noch weitere Tricks beigebracht und ich wurde ermutigt es weiter auch bei schwierigen Patient*innen zu probieren. Nach den Blutentnahmen am Morgen gab es eine kurze Besprechung mit dem Team aus Pfleger*innen, Physios, Ergos und einem Psychologen sowie Sozialdienst und dann ging es los zur Visite, die meist 2-3 Stunden dauerte. Ich hatte das Glück mich an einen Arzt zu hängen, der viel Fachwissen hatte und das gerne weitergeben wollte. Davon habe ich besonders profitiert. Ihm war es auch wichtig, mich viel Sono machen zu lassen, so habe ich fast täglich ein Sono gemacht, viele Abdomen-Sonos, ein wenig Kompressionssono und auch mal die Schilddrüse. Nach der Visite war eigentlich fast immer genug Zeit, dass wir als Team Mittag essen gehen konnten. Am Nachmittag habe ich dann viel dem anderen Arzt geholfen, der mich einfach für Briefe brauchte. Die Aufgabe wird von Vielen ja nicht so gefeiert, ich fand es aber okay, da ich erstens echt viel lernen konnte und gut ins Team integriert war und zweitens wird das früher oder später eh meine Aufgabe sein, also habe ich das schon auch gerne gemacht. Ich bin dann meistens bis 16 Uhr oder etwas länger geblieben, die Zeit ging auch so schnell rum mit Briefe schreiben, immer mal wieder auch eine Transfusion am Nachmittag oder ein Sono und wenn es akut noch etwas gab, was ich schnell erledigen konnte oder wovon ich lernen konnte, hat es mir nichts ausgemacht länger zu bleiben. Es wäre sicher aber auch kein Problem gewesen mich ein wenig mehr aus dem Briefeschreiben rauszuhalten und früher zu gehen, denke ich, aber ich wollte da ganz regulär mitarbeiten um den echten Arbeitsalltag mitzubekommen. Die Station auf der ich war ist im Sinne einer geriatrischen Frühreha gedacht, wir haben also (v.a. über die Wintermonate) viele Patient*innen nach operativen Eingriffen aufgrund von Frakturen betreut, sodass man zusätzlich zur internistischen Seite auch immer Wunden mitversorgt. Insgesamt also ein sehr breites Fallspektrum von Hyponatriämien, Frakturen, Leberzirrhose, Nierenfunktionseinschränkung, Influenza, Z.n. Apoplex etc. Man kann also viele verschiedene Dinge sehen.
Die Kantine ist nicht so schlecht, das Essen war meistens gut und die 7€ die man pro Tag dort ausgeben darf reichen, aber leider waren die Portionen auch mal kleiner, sodass ich nicht immer satt geworden bin. Das Sana hat bezüglich der Urlaubstage eine sehr liebe Regelung, und zwar müssen wir pro freier Woche nur 4 Tage nehmen, der 5. kommt automatisch als Studientag dazu, dadurch wurde mein Tertial mit den 20 Resturlaubstagen nochmal um einige Tage kürzer. Einmal in der Woche gibt es Fortbildungen für PJler*innen, da konnte ich immer ohne Probleme hin und die haben auch immer stattgefunden. Es gab z.B. einen Nahtkurs, eine Fortbildung zu Primary Survey, Vorhofflimmern,... und zum Berufsstart.
Downside in Berlin ist natürlich immer die fehlende Bezahlung, an dieser Stelle danke an ganz spezielle Kapitalist*innen in gewissen Leitungspositionen an der Charité, die sich vehement gegen eine Aufwandsentschädigung wehren;) Lieb war, dass das meinem Oberarzt durchaus bewusst war und auch bei Krankheitstagen deutlich mehr Kulanz auf meiner Station herrschte.
Bewerbung
Vergabe der Plätze wie in Deutschland üblich über das PJ-Portal.