Ich habe lange überlegt und musste mir viele Fragen anhören, wieso ich mein PJ ausgerechnet in Wuppertal am Helios Klinikum absolviere aber habe es im Endeffekt keine einzige Sekunde bereut. Das Krankenhaus ist ein absoluter Big-Player in der Viszeral-, GefäÃ- und Endokrinen Chirurgie und ich habe Einblicke in die chirurgischen Fächer bekommen, wie ich sie wahrscheinlich nie wieder in meinem Leben sehen werde. PJ´ler werden fest in das OP Programm und die Stationsarbeit eingeplant und es wird schon erwartet, dass man sich den Blutentnahmen und dem Viggos legen eigenständig annimmt.
Es finden jeden Tag groÃe Operationen statt, an denen man immer teilnehmen darf und auch soll. Das Team ist sehr multikulturell, groÃ, freundlich und in unterschiedlichen Alters- und Erfahrungklassen. AuÃer den beiden Chefs darf man quasi jeden duzen. Das Team der OP Pflege ist, wenn man sich ihnen freundlich vorstellt sehr sehr nett und unterstützt einen immer, wenn man mal kleine Wackler oder Unsicherheiten hat. Es wird einiges von den PJlern in diesem Krankenhaus verlangt, allerdings war es nie so, dass man Sachen nicht geschafft hat und oder mit etwas alleine gelassen wurde, wenn man davon keine Ahnung hatte oder es nicht geschafft hat. Das Team war extrem freundlich und es hat sehr groÃen Spaà gemacht, dass man so viel assistieren und mitmachen durfte. Der Umgangston war immer höflich, auch wenn es mal stressig wurde und man hat sich zu jeder Zeit als Teil eines guten Teams gefühlt.
Einmal in der Woche findet PJ Unterricht statt der immer von den jeweiligen Chefärztinnen und Ãrzten der Abteilung geleitet und vorgetragen wird. Wenn man mal eine Terminkollision hatte mit was auch immer war das nie ein Problem und man konnte mal etwas später kommen, wenn es nötig war oder auch früher gehen. Allerdings war es immer gut wenn der koordinierende Oberarzt dies nicht erst am Fehltag selbst erfahren hat, weil die OP-Planung schon mit den PJ´lern als helfende Hände geplant wurde. Ãber seine Anwesenheit wurde nie Protokoll geführt und es war völlig in Ordnung, mal einen Tag zu fehlen, wenn man sich sonst kollegial und teamfördernd verhalten hatte und z.B. auch mal länger geblieben ist, wenn etwas noch 20 oder 30 Minuten gedauert hat im OP. Ich war vor Beginn meines PJs wirklich sehr gespannt, wie es werden würde, und hatte auch ein wenig Respekt vor meinem 1. Tertial, aber im Nachhinein bin ich sehr, sehr glücklich dort gewesen zu sein und würde es jedem uneingeschränkt weiterempfehlen, sein chirurgisches Tertial am Helios Universitätsklinikum in Wuppertal zu absolvieren.
Organisatorisch lief es so ab: Habe mich von Tag 1 an im Team super wohl gefühlt und wurde auch direkt integriert in alle anfallenden Tätigkeiten. Die Aufgaben umfassten Visitenbegleitung, später auch die selbstständige Durchführung der Visite, Blutentnahmen, Arztbriefe schreiben, Dokumentation der Visite, Anordnungen von Medikamenten und Untersuchungen und natürlich die Assistenz im Op.
Der Tag begann täglich um 7:15 Uhr mit Visite, dann um 7:45 fand die Frühbesprechung statt und danach wurde dokumentiert, angeordnet, Stationsarbeit durchgeführt und operiert bis um 15:30 die Nachmittagsbesprechung statt fand. Danach war Feierabend.
Jeden Mittwoch gibt es eine Fortbildung und nachmittags findet der PJ-Unterricht statt.
Ich kann diese Abteilung des Helios Wuppertal wirklich jedem empfehlen.
P.S.: in meinem Tertial gab es quasi am Anfang und am Ende Blockstudenten der Uni Witten mit denen man sich die anfallenden Tätigkeiten gut aufteilen konnte.
Ich werde das Team sehr vermissen und mich noch lange und gerne an diese spannende und lehrreiche Zeit zurückerinnern .