Diagnostik, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Erlangen
Kommentar
Leider war ich von meinem Innere-Tertial in Bamberg zu Beginn aufgrund der super guten Bewertungen eher enttäuscht. Hatte recht hohe Erwartungen, die erstmal nicht erfüllt wurden: Auf der Station der Pneumologie stehen die Assistenten unter einem ordentlichen Arbeitsdruck. Zeit für wirkliche Lehre war eigentlich nahezu überhaupt nicht. Man war Tag ein Tag aus insbesondere am Aufklären, und Visite dokumentieren. Selten gab es eine arterielle BGA abzunehmen. Hier wurde einem deutlich gemacht, dass man es 1x gezeigt bekommt und man es anschließend eigenständig durchzuführen hatte, ohne Aufsicht - auch wenn die letzte 3 Wochen her ist. Gleiches galt auch für Briefe schreiben: wenn man mit Medico vorher noch nicht gearbeitet hat und man nicht alle Schritte bis zur Vorlage des Briefs auf Anhieb folgen konnte, heißt es sofort "das kostet zu viel Zeit". Zusätzlich wäre ich gerne länger als ein paar Tage im Schlaflabor als auch in der Funktion gewesen. Im Schlaflabor konnte man die Aufnahmegespräche eigenständig übernehmen und in der Funktion wurden interventionelle Eingriffe von sehr lehrfreudigen Oberärztinnen gemacht. Die Möglichkeit überhaupt dorthin zu rotieren musste man sich allerdings hart erkämpfen. Früher zu gehen wurde mir eigentlich nie angeboten. Aufgrund meiner Fahrgemeinschaft, die eigentlich immer früher ready war, musste ich dann schlichtweg los... Zusätzlich ist noch eine super anstrengende Dame aus der Pflegeüberleitung im Ärztezimmer, mit deren speziellen Art man erstmal klar kommen muss... Anschließend war ich in der Kardiologie: hier herrschte schon mal eine ganz andere Einstellung zu PJlern, was wohl dem geschuldet ist, dass es einen besseren Personalschlüssel gibt. Auch wenn die Absprache mit den vielen andern PJlern ab und an nicht ganz fair lief, war ich überall voll zufrieden. Es gab wirklich viele liebe Ärzte, die sich verdammt viel Zeit genommen haben Dinge zu erklären und beizubringen. Abschließend möchte ich noch bzgl Fairness hinzufügen, dass man unaufgefordert seine Wunschstationen vorab ans Klinkum schicken sollte. Wenn man es nicht macht beißt man in den sauren Apfel: aufgrund scheinbar 'zu vieler' PJler in diesem Tertial wurde ich initial in die Integrative Medizin versetzt, was für mich nicht in Frage kam. Von der zuständigen Sekretärin bekam ich nur eine schnippische Antwort, dass ich ja selbst Schuld sei, da ich schließlich keine Wünsch geschickt hätte (man bedenke, dass es genau auf diesem Prinzip beruht, dass nicht alle PJler davon wissen und dadurch die Wunscheinteilung möglich ist). Ich hatte keine Vorlieben und hätte mir jede internistische Station angesehen, jedoch bin ich nicht davon ausgegangen, dass integrative Medizin dazugehört. Durch unterstützende ärztliche Führungspersonen konnte ich dieser Einteilung doch noch entkommen. Letztendlich war einfach auffallend, dass die einteilenden Sekretärinnen keinen Überblick darüber haben, wie viele PJler noch auf Intensivstation und Notaufnahme rotieren. Obwohl wir zwischenzeitlich 8 PJler in der Kardiologie waren, sind wir uns nie auf den Füßen gestanden. Es gibt ausreichend Stationen/Funktionen/Ambulanzen etc um sich aufteilen zu können.
Abschließend kann ich zur Kantine noch sagen, dass das Essen leider nicht so gut (insbesondere nicht so gesund) wie das Mensaessen in Erlangen ist - zusätzlich ist es natürlich auch (deutlich) teurer. Desweiteren waren die wenigen Kontakte mit dem Personalbüro von wirklich viel Arroganz geprägt, was ebenfalls keine wirklichen Ansporn für eine Bewerbung dort gibt. Insgesamt würde ich das Tertial mit "befriedigend" bewerten - möglicherweise ist es Jammern auf hohem Niveau, jedoch kann ich mich den bisherigen Erfahrungsberichten leider nicht anschließen.