Organisatorisch hatte alles super geklappt: ich habe Schlüssel, Kittel und Namensschild bekommen, der Computerzugang hat ab Tag 1 funktioniert und es wurde sich sogar darum bemüht, dass ich einen Computer habe, an dem ich fest arbeiten kann. Dieser stand in einem ehemaligen Schwesternstützpunkt, sodass ich den Raum gelegentlich mit anderen Mitarbeiter teilen musste, das war aber kein Problem. Am ersten Tag wurde ich sehr herzlich in das ärztliche Team aufgenommen und kam mir bald wie ein fester Bestandteil des Teams vor. Die Tage begannen um 8:30 Uhr mit der Visite bzw. einmal in der Woche mit einer Teambesprechung für die Parkinson-Komplexbehandlung. Nach der Visite erfolgten meist die Aufnahmen der neuen Patienten. Ab der 2. Woche durfte ich eigenständig Patienten aufnehmen (Anamnese und Untersuchung), die gegen Mittag der Oberärztin/dem Oberarzt vorgestellt wurden. Die Aufnahme sowie die folgenden Dokumentation wurde mir gut gezeigt und ich konnte mich jederzeit an jemanden wenden, wenn ich eine Frage hatte oder nicht weiter kam. Weiterhin durfte ich bei Lumbalpunktionen assistieren und auch selbst unter ärztlichen Beisein welche durchführen. Die Blutentnahmen übernahm größtenteils das Pflegepersonal.
Insgesamt war das Team super lieb und sehr bemüht, mir etwas beizubringen. Zunächst war ich auf der Station N1 eingesetzt, ab ca. der Hälfte des Tertials wechselte ich auf die N2. Neben der Stationsarbeit konnte ich in verschiedene Bereiche reinschnuppern (Botox-Sprechstunde, Ambulanz, ENG, EMG, FEES-Untersuchung, Neuropsychologie) und auch einen Tag in der Radiologie verbringen oder einer EKT-Behandlung der Psychiatrie beiwohnen. Da ich während des Tertials die einzige PJlerin im ganzen Klinikum war, gab es keinen PJ-Unterricht im eigentlichen Sinne, ich konnte aber an den wöchentlichen Weiterbildungen für die Ärzte teilnehmen. Da die Dienste der Ärzte nicht nur die Neurologie sondern auch die Psychiatrie mit abdecken, hatte ich über die Wochenenddienste die Möglichkeit, das gesamte Klinikum kennenzulernen.
Die neurologische Klinik behandelt größtenteils elektiv aufgenommene Patienten (es gibt keine neurolog. Notaufnahme oder Intensivstation) beispielsweise zur Parkinson-Komplexbehandlung, zur Demenzabklärung, zur Schmerz-Komplexbehandlung oder zur Therapieoptimierung bei essentiellem Tremor, MS, Dystonie und PNP.
Zusammenfassend hat mir das Tertial sehr viel Spaß gemacht, ich konnte viel lernen, war begeistert von der Freundlichkeit des Teams und würde ein Tertial in der Klinik jedem wärmstens empfehlen.
Bewerbung
Einschreibung über das PJ-Portal. Am besten sollte man sich aber ein paar Wochen vor Beginn beim jeweiligen Ansprechpartner einmal melden, da man um ein paar Dokumente für den Arbeitsvertrag gebeten wird (Lebenslauf, Studienbescheinigung...).