PJ-Tertial Allgemeinchirurgie in Helios Klinikum Schleswig (11/2025 bis 3/2026)

Station(en)
VCH/ UCH/ GCH
Einsatzbereiche
OP, Station, Notaufnahme
Heimatuni
Nicht angegeben
Kommentar
Als PJler rotiert man zwischen 4 Bereichen:
1) Allgemein- Viszeral- und Thoraxchirurgie
2) Orthopädie/ Unfallchirurgie
3) Gefäßchirurgie
4) Notaufnahme



1) Allgemein- Viszeral- und Thoraxchirurgie

Ablauf/ normaler Arbeitstag: Arbeitsbeginn ist hier um kurz vor 7, da um Punkt 7 Uhr Visite gelaufen wird. Dienstags und freitags ist Chefarztvisite, wo wir als PJler auch 1-2 Patienten selber vorstellen sollten und dann evtl. ein paar Rückfragen vom Chef bekommen haben.
Die Allgemeinchirurgen sind meistens echt schnell im visitieren, was ich sehr gut fand.
Um 7:45 Uhr ist dann eine gemeinsame Röntgenbesprechung mit den Radiologen und UCH Leuten, wo wir als PJler ganz vorne sitzen sollten, um möglichst viel mitzunehmen.
Nach der Frühbesprechung muss man meistens ein paar BEs machen und Viggos legen, dringende BEs macht man evtl. schon zwischen Visite und Frühbesprechung. Es gibt eine To do Liste mit einer Spalte für die Labore, die am Tag anstehen und einer Spalte mit ZVKs/ Drainagen/ Fäden, die entfernt werden sollen. Die zwei Spalten sind von den PJlern abzuarbeiten, manchmal ist allerdings eine PA da, die dann oft Drainagen entfernt/ Verbände wechselt oder BEs mitmacht.
Wenn man damit durch ist, kann man eigentlich immer rechtzeitig Mittagessen und auch meistens lange Mittagpause machen. Danach gibt es meistens nicht viel zu tun und ehrlich gesagt kann man oft früher nach Hause.

Ansonsten kann man entweder in den OP, auf Station, in die elektive Sprechstunde oder mit in die Notaufnahme.
OP: Wenn man Interesse zeigt, kann man wirklich oft mit in den OP und zuschauen oder mitmachen. Wenn man mal gebraucht wird, wird man angerufen. Assistieren soll man öfter mal bei Cholezystektomien oder TAPPs. Die Oberärzte sind alle super nett und erklären viel. Es wird nicht erwartet, dass man viel weiß und man wird auch nicht ausgefragt. Die OTAs sind auch alle nett und helfen einem aus, wenn man sich nicht so im Op auskennt.
Wenn man motiviert ist, darf man echt viel mit Anleitung machen (z.B. einen Port oder eine Thoraxdrainage legen, mal mit einem Klammernahtgerät eine Appendix entfernen oder laparoskopisch Instrumente einsetzen). Nähen kann man auch sehr oft.
Station: hier macht man eigentlich klassische Stationsarbeit. Arztbriefe muss man nicht, aber kann man auf jeden Fall schreiben und mit den Assistenten besprechen. Manchmal bereitet man auch Aufnahmebögen für die Elektive vor.
Elektive: Hier kann man Patienten anamnestizieren, körperlich untersuchen und dokumentieren. Ein Arzt/ eine Ärztin ist dabei bzw. kommt dazu und macht dann die OP Aufklärungen.
Notaufnahme: Hier gibts nicht so oft Fälle für die Allgemeinchirurgie, aber wenn, dann kann man schallen/ untersuchen oder auch mal mit Anleitung Abszesse spalten.
Team: Mega. Wenn man einen guten Start hinlegt, sich allen vorstellt und etwas motiviert wirkt, dann kann man echt ne super Zeit haben. Von den Assistenten war vor allem F.T. Daueransprechpartner, wenn man irgendwas nicht hinbekommen hat oder nicht wusste.
An Weihnachten hat der Chef uns PJler mit dem Team auch zum Bowlen und Essen bei sich eingeladen.
Im Studium war VCH ganz unten auf der Liste von Dingen, die ich mal machen wollte, aber ich muss sagen, es war wirklich spannend und hat mir sehr viel Spaß gemacht.

2) UCH
Tagesablauf: hier beginnt man etwas später (7:15) und beginnt direkt mit BEs/ Viggos bis zur Frühbesprechung um 7:45 Uhr.
Die UCH ist meistens gut belegt, also hier hat man relativ viel zu tun.
Nach der Frühbesprechung geht man auf Station und läuft dann Visite oder man geht in den Op. Wenn man im OP gebraucht wird, wird einem das morgens direkt gesagt oder man wird angerufen. Hier wird man deutlich öfter im OP benötigt als in der VCH, vor allem für Hüft-TEPs, Schulterprothesen, manchmal auch Knie-TEPs aber auch alle möglichen anderen OPs. Man wird auch oft persönlich vom Chefarzt angerufen, um bei ihm im OP zu assistieren, der viel Wert darauf legt einen mitzunehmen. Wenn man möchte, kann man hier auch mal Schrauben/ Bohren und Nähen. Je nachdem wie viel man kann und wie engagiert man ist, geht hier auch mehr.
Ansonsten muss man auf Station öfter mal Verbandswechsel machen/ Fäden bzw. Klammern entfernen und ähnliches.
Team: Auch sehr nett. Mit den meisten Assistenten versteht man sich echt gut. Die Oberärzte sind auch freundlich, aber etwas distanzierter als in der VCH. Der Chef ist sehr freundlich und zuvorkommend.

3) GCH:
Hier war ich nur 2 Wochen. Der Tag beginnt mit Visite um 7:10/15. Danach gibt es eine kurze Besprechung mit Assistenten und Oberärzten und dann macht man BEs/ Viggos. Die Gefäßchirurgen sind eigentlich kaum auf PJler angewiesen. Die PA macht auch BEs/ Viggos und Verbände. Im OP wird man nicht oft gebraucht, aber wenn, wird man auch angerufen. Die OPs sind meistens ziemlich lang (Bypässe, TEAs, Revisionen etc.), teils >4h, wobei man als PJler meistens früher aus dem OP darf, wenn es so lang dauert. Der Chef ist sehr nett und wenn er mal operiert, dann lernt man auch einiges. Die Oberärzte erklären aber auch öfter Sachen.
Wenn man gut mitmacht, kann man hier auch mit einem Oberarzt zusammen Varizen strippen und echt viele Schritte selbstständig ausführen. Ansonsten darf man bei den großen OPs verständlicherweise nicht so viel selber machen. Der eine Oberarzt nimmt einen auch manchmal mit in die Wundsprechstunde, da kann man auch mal nen ABI bestimmen und Wunden mitversorgen.
Team: Nett, aber etwas zurückhaltender. Man sitzt auf Station in einem Raum mit der PA, die oft nicht da ist und einem Assistenten, der teils in die Elektive verschwindet oder in die Notaufnahme. Da muss man echt dranbleiben und fragen, ob man mitgenommen wird.

4) Notaufnahme
Hier beginnt der Tag um 7:30/45. Man kümmert sich hier vor allem um UCH Patienten inkl. vieler BG-Fälle. Zu den Aufgaben gehört hier u.a. Anamnese, Körperliche Untersuchung, in Rücksprache mit dem Arzt Bildgebungen anfordern, Schnittwunden/ Platzwunden kleben oder nähen, mit einem Arzt zusammen Frakturen oder Luxationen reponieren etc.
Praktisch kann man hier wirklich sehr viel machen und wenn man sich eingelebt hat, kann man einfache Fälle komplett selbstständig machen und nachdem man die kurz dem anwesenden Assistenten vorstellt, auch selbst entlassen.
Man kümmert sich aber eben vor allem um unfallchirurgische Patienten, weil die eben die Mehrzahl sind. Bei Interesse kann man aber auch urologische, Bauch- / Gefäßchirurgische Patienten betreuen.

Essen: Mittagessen gibt es von 11:30-14 Uhr kostenlos eins von drei möglichen Gerichten (auch immer was veganes/ vegetarisches dabei). Außerdem kann man sich pro Tag ein Lunchpaket abholen mit Brötchen, verschiedenen Aufstrichen, Obst, ein Getränk (Capri Sonne/ Wasser), Pudding bzw. ein Dessert.
Man konnte eigentlich immer lange Mittagspause machen und rechtzeitig. Wenn man mal im Op war, konnte man sich Essen zurücklegen lassen.

PJ Unterricht:
Mehrmals die Woche, teils 3/4x, chirurgisch sowieso (UCH, VCH, GCH, NCH), aber auch Neuro/ Psych, Pädiatrie, Gastro/Hepato.
Da muss man aber regelmäßig die zuständigen Ärzte anrufen und nachfragen, ob und wo Unterricht stattfindet. Gastro, UCH, VCH, Neuro und Psych Unterricht hatten wir sehr regelmäßig.

Unterkunft:
Ich bin lieber gependelt aus Kiel. Aber die Unterkunft wird kostenlos gestellt, ist so 7min Fußweg von der Klinik entfernt und wenn man nicht alleine ist, kann man das sicherlich einige Monate machen. Bad und Küche teilt man sich mit anderen PJlern, aber das sind meistens eh maximal 2/3 Leute.

Fehltage:
Hier werden keine Erbsen gezählt, wie der Chef mal meinte. Aber man sollte es immer mit den Ärzten absprechen.

Also insgesamt kann ich das Tertial echt empfehlen, vor allem das Team ist einfach super. Stellt euch immer allen vor und seid halbwegs motiviert und dann läuft das :)
Bewerbung
PJ Portal
Unterricht
3 x / Woche
Inhalte
Nahtkurs
Sonst. Fortbildung
Fallbesprechung
Prüfungsvorbereitung
Tätigkeiten
Braunülen legen
Patienten untersuchen
Chirurgische Wundversorgung
Blut abnehmen
Notaufnahme
Untersuchungen anmelden
Briefe schreiben
Röntgenbesprechung
Mitoperieren
Rehas anmelden
Eigene Patienten betreuen
Dienstbeginn
Vor 7:00 Uhr
Dienstende
15:00 bis 16:00 Uhr
Studientage
Gar nicht
Tätigkeiten
Unterkunft gestellt
Aufwandsentschädigung / Gehalt
Essen frei / billiger
Mittagessen regelmässig möglich
Kleidung gestellt
Gehalt in EUR
420

Noten

Team/Station
1
Kontakt zur Pflege
1
Ansehen des PJlers
1
Klinik insgesamt
1
Unterricht
2
Betreuung
1
Freizeit
1
Station / Einrichtung
1
Gesamtnote
1

Durchschnitt 1.07