PJ-Teiltertial Unfallchirurgie/Orthopädie in Kantonsspital Luzern
Ich habe mein Tertial in der Unfallchirurgie/Orthopädie am Kantonsspital Luzern absolviert und kann insgesamt auf eine sehr lehrreiche und intensive Zeit zurückblicken.
Der Arbeitsalltag begann morgens mit der Einteilung und dem Röntgenrapport, danach verteilte man sich eigenständig/in Absprache mit den anderen UHUs auf OP und Sprechstunden. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass man sich bei entsprechender Kommunikation unter den UHUs relativ frei nach eigenen Interessen einteilen konnte, was einem ermöglicht hat, gezielt Schwerpunkte zu setzen. Der Großteil der Zeit wurde im OP oder in den Sprechstunden verbracht, während die klassische Stationsarbeit eher im Hintergrund stand.
Im OP war man fest ins Team integriert und konnte regelmäßig assistieren. Neben den typischen Aufgaben wie Haken halten durfte man – je nach Operateur und eigener Motivation – auch kleinere Schritte selbst übernehmen oder nähen. Die Atmosphäre im OP war durchweg angenehm und kollegial, und viele Assistenzärzte sowie Oberärzte haben sich Zeit genommen, Dinge zu erklären.
In den Sprechstunden betreut man sehr schnell eigenständig Patienten, erhebt die Anamnese und führt Untersuchungen durch. Die anschließende Besprechung mit den Kaderärzten war sehr lehrreich und hat einem geholfen, klinisches Denken zu entwickeln. Auch das Schreiben von Arztbriefen gehörte zu den regelmäßigen Aufgaben, wodurch man viel Routine darin gewinnen konnte.
Das Team war insgesamt sehr freundlich und offen. Besonders hervorheben möchte ich die Du-Kultur im gesamten Haus, die zu einer sehr angenehmen Arbeitsatmosphäre beigetragen hat. Bei Fragen konnte man sich jederzeit an alle Teammitglieder wenden und wurde unterstützt.
Ein ganz besonderer Dank gilt Frau Claudia Pfenninger aus dem Sekretariat. Sie war für uns PJler eine unglaublich wichtige Ansprechpartnerin, hatte stets ein offenes Ohr für alle Anliegen und hat sich mit großem Engagement für uns eingesetzt. Egal ob organisatorische Fragen, Dienstplanung oder kurzfristige Probleme – sie hat immer schnell und unkompliziert Lösungen gefunden. Man hat sich dadurch sehr gut betreut gefühlt und hatte von Anfang an einen Ansprechpartner vor Ort, so dass man sich auch als Ausländer gut und schnell integrieren konnte.
Die Arbeitszeiten waren im Vergleich zu Deutschland durchaus intensiver (ca. 50 Stunden/Woche plus Pikettdienste), allerdings wurde dies durch die gute Einbindung und den praktischen Lerneffekt gut ausgeglichen. Zudem bestand die Möglichkeit, durch Dienste zusätzliche Vergütung und Freizeitausgleich zu erhalten. Ich habe insbes. die Pikett-Dienste als besonders lehrreich empfunden und diese gern geleistet. Einzig die Vergütung ist hier ein Thema. Dies ist jedoch auch innerhalb des LUKS bereits bekannt und soll wohl geändert werden. Bitte hier nicht auf diverse Gerüchte hören, es gäbe keinen Freizeitausgleich oder man bekäme kein Geld für den Pikettdienst. Das ist schlichtweg falsch und führt nur zu unnötigem Unmut. Auch wurde zumindest nach meiner Erfahrung bei der Dienstplanung durchaus auf die Wünsche der UHUs eingegangen - man sollte diese natürlich möglichst frühzeitig kommunizieren. Bei kurzfristigen Änderungswünschen wurde immer versucht dennoch noch eine Lösung zu finden, aber natürlich ist das dann manchmal nicht unkompliziert möglich. Das wäre in Deutschland bei einem Arbeitsverhätnis (denn das hat man als PJler in der Schweiz) allerdings genauso, wenn nicht sogar deutlich schlechter möglich.
Das Wohnheim direkt am Klinikgelände war eine große Erleichterung im Alltag. Die Zimmer sind modern und gut ausgestattet, und man kommt schnell mit anderen Mitarbeitern des LUKS (nicht nur UHUs) in Kontakt. Die Ausstattung variiert, ich hatte ein schönes Zimmer mit Blick auf den Hausberg, ein kleines Bad und Dusche/Wanne auf dem Gang. Die Küche wird geteilt, es gibt 2 Küchen pro Stockwerk. Ein eigener Kühlschrank befindet sich in jedem Zimmer, so dass man sich diesbzgl. keine Sorgen machen muss.
Auch Luzern selbst bietet eine sehr hohe Lebensqualität. Die Umgebung ist landschaftlich beeindruckend und bietet sowohl im Sommer als auch im Winter zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, insbesondere für Outdoor-Aktivitäten.
Zusammenfassend kann ich das Tertial am Kantonsspital Luzern weiterempfehlen, insbesondere für Studierende mit Interesse an der Chirurgie, die gerne praktisch arbeiten und Eigeninitiative zeigen. Man bekommt hier die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen und aktiv am klinischen Alltag teilzunehmen. Es war vermutlich das Teiltertial, dass der späteren Arbeit als Assistenzarzt am nächsten kam und damit den Sinn des PJs erfüllte.
Bewerbung
Über Frau Claudia Pfenninger, ca. 1.5 Jahre im Vorraus. Früher wäre sicherlich besser gewesen, da ich durch die relativ späte Bewerbung nur ein Teiltertial machen konnte.