Diagnostik, Notaufnahme, Poliklinik / Ambulanz / Sprechstunde, Station
Heimatuni
Halle
Kommentar
Das Tertial in der Inneren Medizin in Weißenfels war mein erstes Tertial im PJ. Ich kann nur jeden ermutigen, auch mal über den Tellerrand der Großstadt hinaus, an ein kleiner Krankenhaus (insbesondere das Krankenhaus in Weißenfels !) zu schauen. Es lohnt sich wirklich !
Ich konnte mir, in Absprache mit dem leitenden Chefarzt der Inneren Medizin, meine Rotation im Tertial frei wählen. Daher habe ich jeweils 4 Wochen auf der Kardiologe S7, Gastroenterologie S6, Hämatologie/Onkologie/allgemeine Innere S11 und der Notaufnahme gewählt. Eine Rotation in die Geriatrie, Angiologie oder Pulmologie wäre ebenfalls möglich gewesen.
ein paar organisatorische Hinweise vorn weg:
- Klinikkleidung wird gestellt
- jeden Tag kostenloses (!) Mittagessen (und ja, tatsächlich fast jeden Tag war ein Essen gemeinsam mit den Stationsärzten möglich, das Teamgefühl und die gute Zusammenarbeit wird hier wirklich groß geschrieben !)
- von den insgesamt 3-4 Gerichten ist immer mindestens eins vegetarisch oder vegan
- es gibt (kostenpflichtige) Parkplätze direkt an der Klinik (dafür gibt es zusätzlich zur Aufwandsentschädigung einen Zuschuss zum Fahrtgeld (0,30 €/km))!
- Studientage 6/Tertial - es gibt keine Vorschriften, wann diese zu nehmen sind. Der Chefarzt der Inneren Medizin setzt viel auf eigenständige Organisation der Studientage und auch der Rotation im Bereich der Inneren Medizin - 'Es ist Ihr Tertial - versuchen Sie möglichst viel zu lernen und zu sehen' - davon ist jedes Wort auch so gemeint!
Tagesablauf (variiert ein wenig auf den Stationen)
- Beginn 07:30 Uhr im Frühbesprechungsraum mit allen (!) Ärztinnen und Ärzten der Inneren Medizin + Neurologie - hier berichten die Diensthabenden über die aufgenommenen Patienten und Patientinnen aus dem Dienst, die Stationsbesetzung des Tages wird vorgelesen und ggf. organisatorische Fragen geklärt
- anschließend Stationsarbeit (inkl. anordnen und interpretieren von Untersuchungen, alles immer in direkter Zusammenarbeit mit Assistent*innen/Fachärzt*innen oder Oberärzt*innen)
- Betreuung eigener Patienten (natürlich auch immer in Rücksprache!)
- Teilnahme an Röntgenbesprechungen, interdisziplinärem Tumorboard (hier auch Vorstellung eigener Patientin gern gesehen )
- Entlassungsbriefe schreiben
- bis auf einzelne Male ist das Legen von Flexülen und die Blutentnahme bei Patienten nicht notwenig gewesen, da es auf jeder Station separate Stationsassistenten gibt, die dies übernehmen.
In Weißenfels wird man, meiner Ansicht nach, wirklich gut auf das 'wahre' Leben nach dem Studium vorbereitet ... Das eigenständige Arbeiten wird gefördert - ohne dass man sich alleine gelassen fühlt und ins kalte Wasser geworfen wird ! Besonders hervorzuheben, ist die Möglichkeit einer Rotation in die ZNA. Das ist nicht in jedem Lehrkrankhaus möglich – in Weißenfels jedoch kein Problem und würde ich jedem Studierenden ans Herz legen !
Bewerbung
Insgesamt war das Tertial in der Inneren Medizin absolut empfehlenswert. Ich habe viel gelernt, habe viele Untersuchungen verschiedener Fachbereiche der Inneren Medizin gesehen und durfte sie zum Teil unter Anleitung selbst durchführen.
Die Ärztinnen und Ärzte geben sich wirklich große Mühe und man merkt, mit wie viel Herzblut dort gearbeitet wird. natürlich gab es auch stressige Tage - aber das ist ja normal ! Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl fehl am Platz zu sein. Auf jeder Station meiner Rotation wurde ich herzlich begrüßt und durfte schnell eigenständig Aufgaben übernehmen.